Weissenberge: Ausflug in eine heile Welt

Fotos: Carina Scheuringer

Hoch über Matt im Glarnerland verbirgt sich der sonnenreichste ganzjährig bewohnte Ort im Kanton: Die Weissenberge. Im Winter ist die kleine aber feine Ferienregion für ihren Schlittelweg bekannt; im Sommer gilt sie noch als absoluter Geheimtipp.

Wie ein Schwalbennest klebt die kleine Walsersiedlung Weissenberge an einem sonnigen Hang über dem Glarner Sernftal. Hierher kommt man nicht zufällig! Das «Chlytal», wie das Sernftal von den Einheimischen genannt wird, ist auf drei Seiten von hohen Bergen umringt. Durchzugsverkehr gibt es keinen, denn weiter als bis nach Elm führt keine Strasse - und doch ist hier keine Endstation! Zahlreiche Bähnli erschliessen die Flanken und laden zu spannenden Erkundungen ein.

Zwischen Berg und Tal

Für uns steht heute ein Geheimtipp auf dem Programm. Von Matt, dem zweithintersten Dorf des Tales, trägt uns eine rote Seilbahn auf das rund 400 Meter höher gelegene Sonnenplateau der Weissenberge. Oben angekommen, erwartet uns eine andere Welt: Es bimmelt, zirpt, zwitschert und summt überall. Die Luft ist frisch und klar; der Blick reicht meilenweit in die umgebende Bergwelt.

Auf dem Schiben-Rundweg kann man die Weissenberge in ihrer Ursprünglichkeit erleben.

Wir atmen einmal tief durch, lassen die Umgebung auf uns wirken. Hier, so hat man das Gefühl, scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Zwischen neuen, helleren Gebäuden stehen uralte, sonnengebräunte Wohnhäuser, Ställe und Alphütten verstreut in der verträumten Alpkulturlandschaft. Sie erzählen die Geschichte eines Gebietes, das nachweislich schon besiedelt war, als noch keine Menschenseele auf dem Talgrund lebte. Heute kommen auf zwanzig Einwohner ein Vielfaches an Kühen, Rinder und Ziegen; doch der Zauber der Weissenberge lebt weiter.

«Es ist ein Privileg, dort leben und arbeiten zu dürfen, wo andere ihre Ferien verbringen», verrät Alice Marti. Auch nach zwanzig Jahren ist diese Idylle für sie keine Selbstverständlichkeit. Gemeinsam mit Ehemann Heiri, einem Bauernsohn aus den Weissenbergen, betreibt sie das Restaurant Edelwyss und einen Bauernhof. Ihre herzliche Gastfreundlichkeit, das heimelige Ambiente und die liebevoll zum Ausdruck gebrachte regionale Küche haben sich längst herumgesprochen. Die meisten ihrer Gäste sind nicht zum ersten und sicherlich auch nicht zum letzten Mal hier!

Aussichtsreiche Rundtour 

Auch wir kehren auf Kaffee und Kuchen ein, bevor wir den «Schiben-Rundweg» in Angriff nehmen. Mit sechs Kids und Kinderwagen im Schlepptau begehen wir den Weg dann rechts herum, wo er weniger steil ist. Oberhalb des Restaurants schlängelt er den Wiesenhang empor, vorbei am Wegweiser «Stigenberg» bis zum Wegweiser «Schiben», dem höchsten Punkt der Wanderung. Schnurstracks geht es nun weiter über ein Hochmoor und durch ein Waldstück zur neuen Feuerstelle am Waldrand von Ängisboden. Hier laden eine gedeckte Holzhütte und eine Sitzbank sowie allerlei Spielgeräte zum Verweilen ein. 

Die Wanderung bietet auch wunderschöne Ausblicke auf die Glarner Alpen und gemütliche Orte zum Verweilen, wie zum Beispiel die neue Grillstelle am Waldrand von Ängisboden.

Wir genehmigen uns eine Rast, ehe wir nach einer Bachüberquerung den steilen Abstieg über die aussichtsreiche Hangkante zurück zum Ausgangspunkt beginnen. Gewaltig ist die Sicht nun auf die Glarner Tal- und Berglandschaft vom Gärnisch über den Hausstock bis tief ins Sernftal. Zurück im Weiler, besuchen wir nochmals das Edelwyss und wandern letztlich über den neuen Waldlehrpfad zurück nach Matt. Wir freuen uns, endlich einen Ort entdeckt zu haben, wo zwar die einfachen, jedoch die wichtigsten Dinge im Zentrum stehen: die Natur und jene Menschen, die seit jeher mit ihr im Einklang leben. 

Nützliche Informationen


Schiben-Rundweg 

Ausgangspunkt und Endpunkt: Bergstation Weissenberge

Länge: 3.2km 

Dauer: 1 Stunde 

bergauf: 150hm // bergab: 150hm 

weissenberge.ch 


Kontakt:

Elm Ferienregion 

Obmoos 

8767 Elm 

+41 (0)55 642 52 52 

elm.ch 

Das Berggasthaus Edelwyss der Familie Marti-Tischhauser ist der ideale Ort für eine Rast.

Spot Tipp: Berggasthaus Edelwyss

Im Restaurant der Familie Marti erwartet Gäste eine heimische Idylle. Die Zutaten für die, mit viel Kreativität und Liebe zum Detail angerichteten Gerichte, stammen vorwiegend aus der Region sowie vom eigenen Hof. Für die Kids bietet ein Erlebnisspielplatz mit Dreifach-Trampolin und grosser Rutsche Unterhaltung, während sich die Eltern in der gemütlichen Stube oder auf der Sonnenterrasse entspannen können. Für die Übernachtung stehen preiswerte und heimelige Doppelzimmer sowie Familienzimmer mit und ohne Verbindungstüre zur Verfügung. 

Ganztägig offen. Ruhetage DI & MI 


Heiri und Alice Marti-Tischhauser 

Weissenberge, 8766 Matt 

+41 (0)55 642 24 26 

weissenberge.ch