Arosa: Von Bär zu Bär in den Bündner Bergen

Fotos: Carina Scheuringer

Schon in den 1880er Jahren entdeckte der deutsche Arzt Otto Herwig Arosa als Lungenkurort. Heute profitieren nicht nur die Menschen von der Bündner Bergluft. Im August wurde an der Mittelstation zum Weisshorn ein Bärenland für gerettete Tiere eröffnet. Beatrice Käser und Betty waren vor Ort.

2016 gab das Arosa Stimmvolk grünes Licht. Ein Jahr später sicherte die Bündner Regierung dem Projekt pünktlich zum Spatenstich finanzielle Unterstützung zu. Diesen August war es dann endlich soweit: Im Beisein der Bundesrätin Doris Leuthard wurde das Bärenland Arosa eröffnet. Die beteiligte Tierschutzorganisation Vier Pfoten sprach von einer «Pioniertat,» denn noch nie seien Tierschutz und Tourismus in dieser Form zusammengebracht worden.

Das Bärenland an der Mittelstation der Luftseilbahn Arosa-Weisshorn soll zukünftig bis zu fünf Tieren aus misslicher Haltung einen «tiergerechten Lebensabend» ermöglichen und zugleich «die Attraktivität der Destination während der Sommermonate steigern.» Es soll ausserdem dazu beitragen, die Akzeptanz von Bären in der Schweizer Bevölkerung zu erhöhen.

Napa zog letzten Juli ins neue Bärenland Arosa.

Nach wenigen Wochen fällt das erste Fazit positiv aus. Noch im Juli zog «Napa», der letzte serbische Zirkusbär, in sein neues Zuhause und konnte dort zum ersten Mal in seinem Leben Gras unter den Pfoten spüren und unter freiem Himmel ein Bad nehmen. Und auch touristisch war der Auftakt ein Erfolg: Stolze 6000 Besucher strömten am Eröffnungswochenende in den Bündner Ferienort.

Von Bär zu Bär

Mit grossem Interesse verfolgte Beatrice Käser die erfreulichen Nachrichten aus Arosa. Die Autorin und Journalistin ist die geistige Mutter eines anderen touristischen Bärens.

«Teddy-B» heisst der Teddybär, mit dem Beatrice schon seit Kindestagen auf Reisen geht. 2010 entstand die Idee, dem Bären auf Facebook eine eigene Seite zu widmen und ihn zum Schweiz(er)-Botschafter für touristische Destinationen abseits der Masse zu machen. Daraus entwickelte sich eine unterhaltsame Reise-Plattform mit hohem Informations- und Emotionsgehalt, die heute bald 12000 Fans in aller Welt begeistert. Vor einem Jahr stiess mit «Betty» noch eine Teddybären-Dame zum Dream-Team, um den doch schon etwas betagten Teddy-B bei Recherchereisen zu entlasten.

Beatrice Kaiser erkundet mit Teddy-B und Betty die Schweiz.

Natürlich lag es mit der Eröffnung des Bärenlandes auf der Hand, dass Beatrice und Betty nun auch Arosa erkunden würden. Und zudem hatte die Destination noch eine weitere Überraschung parat.

Bündner Innovationsgeist

Die Ferienregion beschreitet nämlich nicht zum ersten Mal neue Wege. Bereits vor fünfzehn Jahren war Arosa der Vorreiter eines innovativen «All-Inclusive» Konzepts, welches Übernachtungsgästen zahlreiche Leistungen kostenlos zur Verfügung stellt darunter unter anderem Bergbahnfahrten, den Besuch des Strandbades Untersee, eine Pedalofahrt auf dem Obersee oder eine Kletterpartie im Seilpark. 2003 und 2016 wurde Arosa mit dem «Milestone» Tourismuspreis ausgezeichnet. 

Ein Besuch im Strandbad Untersee ist im Arosa-All Inclusive Angebot inbegriffen.

Seither oftmals kopiert, hat die «Arosa Card» bis heute nichts an Attraktivität eingebüsst und steht nun auch Tagesgästen zum Preis von CHF 18 zur Verfügung. Für Beatrice und Betty die ideale Ergänzung ihres Besuches im Bärenland.

Alles Bär

Mit der Rhätischen Bahn zuckeln die beiden so an einem Dienstagmorgen gemütlich durch das wilde Schanfigger Tal von Chur ins Bergdorf Arosa, erwerben das Bärenland-Ticket samt All-Inclusive Card an der Talstation und entschweben sodann mit der Weisshornbahn in die neue Heimat von Napa.

Betty besucht Napa im seinem neuen Zuhause.

Rund drei Hektar misst das umzäunte Gehege unterhalb der Mittelstation, wo Bettys Artgenosse in seiner natürlichen Umgebung beobachtet werden kann. Eine Ausstellung und verschiedene Stationen informieren über die Themen Natur- und Tierschutz und laden zur Interaktion. So kann Beatrice zum Beispiel messen, wie viel sie in Bärenkilos wiegen würde.

Doch das eindrücklichste Erlebnis ist die Begegnung mit Napa an sich. Zeit seines Lebens im Metallkäfig gehalten, war der Bär bei seiner Rettung krank, entkräftet und abgestumpft. Nun kann er endlich die Freiheit erfahren, die ihm immer vorenthalten wurde. Seine Eingliederung schreitet noch langsam voran; dennoch zeigen sich die ersten Erfolge. Es ist eine Geschichte, die zu Herzen geht. 

Wenig überraschend, hat das Bärenfieber das ganze Dorf erfasst. Neben bärigen Skulpturen und einem Themen-Spielplatz wurde mit der «Bärengolf Challenge» auch eine neue Minigolfanlage realisiert. Unter dem Titel «Ran an den Winterspeck» thematisiert sie das Essverhalten der Bären und bietet spannende Erlebnisstationen. 

Nach einem Rundgang durch alle Attraktionen schnüren Beatrice und Betty die Wanderschuhe und steigen in die Arosa-Ochsenalp Rundtour ein. Sie wollen die Vielfalt des Naturraumes selbst erleben, in dem der Bär einst heimisch war und sich zugleich an der guten Luft erfreuen, für die Arosa so berühmt ist. 

 Arosa ist ein Paradies für Wanderer.

 Beatrice und Betty auf ihrem Weg zur Prätschalp.

Echte Natur 

Schon nach dem ersten Aufstieg werden die beiden Damen mit einem gewaltigen Panorama belohnt. Mit dem Maraner Hauptji haben sie bereits den höchsten Punkt der Wanderung erreicht und überblicken nun das Dorf Arosa mit dem eindrücklichen Bergpanorama. Schwer fällt die Trennung, doch sie lohnt sich dennoch. Durch eine faszinierende Mondlandschaft führt der Weg jetzt weiter über die Scheidegg und den Rot Tritt, von wo man das ganze Tal Schanfigg und das Churer Rheintal überblickt. Beatrice und Betty durchqueren das 250 ha grosse Senntum Prätsch, wo Sepp jährlich über hundert Kühe sömmert. 

Weiter unten kann man in seinem Beizli die Milch verkosten und sich mit einem Käse-Trockenfleisch-Plättli oder hausgemachtem Kuchen verwöhnen lassen. Die liebevoll gestaltete Sonnenterrasse ist ein Geheimtipp und soll es auch bleiben, wünscht sich Sepp. Seine Priorität gilt den Tieren, denen der gebürtige Südtiroler eine möglichst erholsame Sommerfrische bieten möchte.

Die liebevoll gestaltete Sonnenterrasse der Alp Prätsch ist ein Geheimtipp und soll es auch bleiben, wünscht sich der Älpler Sepp.

Zwei Mal täglich bringt der Älpler seine Kühe zum Melken hinab in den Stall und schickt die Milch dann mittels einer Pipeline zur Sennerei Maran, wo sie unter anderem zu Käse, Joghurt und Alpbutter verarbeitet wird. Wie das genau funktioniert, können Beatrice und Betty am Ende der Wanderung erfahren, die an den Prätschseen und dem Golfplatz vorbei direkt zur Schaukäserei führt. Vom Verkaufsraum aus kann man den Käsern dort bei ihrer täglichen Arbeit zusehen.

Beatrice und Betty kehren in der Sennerei auf ein Glas Molke ein und wandern später entlang des Eichhörnliweges Richtung Bahnhof. Wieder zurück im Dorf, bleibt noch Zeit für einen kurzen Abstecher zum Strandbad Untersee. Die Beine im kühlenden Wasser, sind sie sich einig: Arosa ist bärenstark!

AROSA ALL INCLUSIVE


RailAway Kombi-Angebot 

10% Ermässigung auf die Arosa Card

Angebot gültig bis 21. Oktober 2018

sbb.ch/arosa


Praktisches: Tagesgäste können die Arosa Card für CHF 18 (Standardpreis) im Tourismusbüro, bei den Arosa Bergbahnen oder am Bahnhof Arosa erwerben.


Leistungen Arosa Card: z.B. Luftseilbahn Arosa-Weisshorn, Gondelbahn Hörnli-Express, Urdenbahn, Ortsbus, Seilpark, Pedalo auf dem Obersee, Strandbad Untersee, Driving Range Fee, Eintritt ins Heimatmuseum, ChippinGolf

arosalenzerheide.swiss > All-Inclusive


Kontakte:

Arosa Tourismus 

Sport- & Kongresszentrum 

7050 Arosa 

+41 (0)81 378 70 20 

arosalenzerheide.swiss 


Schweizer Reiseplattform von Teddy-B: teddy-b.ch