Die ersten Schweizer Welterbetage


Im Juni 2016 werden in der Schweiz die ersten Welterbetage veranstaltet. Wir sprechen mit dem Vorstandspräsidenten von World Heritage Experience Switzerland, Beat Ruppen, und dem Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät über die Bedeutung der Welterbestätten im Allgemeinen und der Welterbetagen im Speziellen:

Welche Bedeutung haben die Welterbestätten für den Tourismus in der Schweiz? 

Beat Ruppen: UNESCO-Welterbestätten gelten für die gesamte Menschheit als besonders wertvoll. Sie bringen Echtheit und Einzigartigkeit natürlicher und kultureller Entwicklungsprozesse von globaler Bedeutung zum Ausdruck. Als herausragende Schätze bilden sie den Rohstoff für einen nachhaltigen Tourismus in der Schweiz. Es sind Orte des Wissens, der Auseinandersetzung, der Entdeckung, des Erlebens und der Wertschätzung. Das Welterbe und der Tourismus in der Schweiz ist eine Zwangsheirat im ureigenen Interesse in der Gegenwart und in Zukunft in Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen.

Warum werden im Juni 2016 die ersten Welterbetage gefeiert? 

Beat Ruppen: Das Wertesystem des UNESCO-Natur- und Kulturerbes in der Schweiz – mit seiner Bedeutung für unser Land und die Weltgemeinschaft – ist in der Schweiz zu wenig verankert. Mit den ersten Welterbetagen wollen wir bei der Bevölkerung in der Schweiz das Interesse für diese herausragenden Orte wecken. Die Begegnung mit den Welterbestätten fordert Antworten auf die Fragen: Was ist unser Erbe? Wie leben wir mit diesem Erbe und wie geben wir dieses Erbe den kommenden Generationen weiter? Die Schweiz soll dabei anders und neu entdeckt werden.

Was erwartet die Besucher an den Welterbetagen? 

Beat Ruppen: Am Wochenende des 11. und 12. Junis öffnen alle Welterbestätten ihre Türen. Mit individuellen Besucherprogrammen bieten sie spannende Einblicke für Jung und Alt. Von Sonderfahrten und Öffnung von privaten, sonst nicht zugänglichen Räumen, bis hin zu speziellen Familienprogrammen gibt es eine Vielzahl von Highlights.

Welche Bedeutung hat das UNESCO-Welterbe-label für die Stadt Bern? 

Alexander Tschäppät: Das UNESCO-Welterbelabel hat für die Stadt Bern eine sehr grosse Bedeutung. Die Stadt Bern hat das Label im Jahre 1983 für die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt erhalten und ist auch heute noch sehr stolz darauf. Es unterstreicht den hohen Stellenwert, welchen wir der Denkmal-pflege einräumen. Andererseits ist aber auch der touristische Nutzen dieses Labels nicht zu unterschätzen.

Warum eignet sich gerade die Stadt Bern als erster Austragungsort dieser nationalen Veranstaltung? 

Alexander Tschäppät: Die Altstadt von Bern, das Benediktinerinnen-Koster in Müstair und der Stiftsbezirk St. Gallen waren die ersten Welterbestätten der Schweiz, welche den hohen Ansprüchen der UNESCO gerecht wurden und das Label UNESCO-Welterbestätte verliehen bekamen. Insofern eignet sich Bern, dank der langjährigen Erfahrung, hervorragend als erster Austragungsort dieser nationalen Veranstaltung. Zudem bietet die Stadt Bern ein integrales wunderbares Stadtbild – und ist immerhin als Hauptstadt das Herz der Schweiz!

Was kann man als Besucher während der Welterbetage in Bern erleben? 

Alexander Tschäppät: Da kann man einiges erleben, was ansonsten nur einem kleinen Teil der Bevölkerung vorbehalten ist. Diverse historische Gebäude öffnen ihre Türen und zeigen den Besuchern unerwartete Einblicke – so kann man zum Beispiel im Erlacherhof einen Blick in mein Büro werfen oder eine Brückenführung machen. Alle Informationen zu den Startzeiten dieser und vielen weiteren Führungen erhalten die Besucher auf der Münsterplattform, welche an diesem Wochenende nicht nur als Infopoint dient, sondern auch einen Welterbe-Markt beherbergt. Allein dieser ist schon einen Besuch wert.

Was ist Ihr Geheimtipp in der UNESCO-Welterbe Altstadt von Bern? 

Alexander Tschäppät: Da gibt es nicht nur einen! Die Altstadt von Bern ist als Ganzes ein Geheimtipp. Sie ist nämlich – im Unterschied zu anderen Welterbestätten – ein lebendiges Welterbe und die längste Mall der Welt.






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