TEK TO NIK: 10 Jahre Welterbe Sardona


Im UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona erhält man weltweit einzigartige Einblicke in die Entstehungsgeschichte der alpinen Berge und Täler. An keinem anderen Ort sind die Spuren der Gebirgsbildung so deutlich erkennbar, wie hier. Diese Tatsache veranlasste das UNESCO-Welterbekomitee, die Tektonikarena Sardona im Jahre 2008 in die Liste der UNESCO-Welterben aufzunehmen – als eine von insgesamt nur rund 200 Weltnaturerbestätten weltweit. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums sprechen wir mit dem Jubiläumsprojektleiter Patric Collet: 


Warum ist das Welterbe Sardona so schützenswert? 

Es sind mehrere Faktoren, die dazu geführt haben, dass das Welterbe Sardona 2008 in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen wurde. Einer der Gründe ist, dass man hier weltweit einzig-artige Einblicke in die Entstehungsgeschichte der alpinen Berge und Täler erhält, denn an keinem anderen Ort auf der Welt sind die Spuren der Gebirgsbildung so deutlich erkennbar wie hier. Die bekanntesten Phänomene sind sicherlich das sagenumwobene Martinsloch und die Glarner Hauptüberschiebung.

Wo befindet sich das Welterbe-Gebiet? 

Das Welterbe Sardona befindet sich im Grenzgebiet der Kantone St. Gallen, Glarus und Graubünden – sprich im Osten der Schweiz, ungefähr eine Auto-stunde von Zürich entfernt.

Anlässlich des Jubiläums werden unter anderem spezielle Kunstaktion durchgeführt. Wie sollen sie die Einzigartigkeit des Welterbes vermitteln? 

Ziel der Kunstaktionen – und überhaupt aller geplan-ten Aktionen – ist es, das Welterbe einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen. Und das auf eine Art und Weise, wie man es für ein Welterbe nicht erwarten würde. Unter anderem reisen wir im Laufe eines Jahres mit TEK, TO und NIK – drei riesigen, naturbelassenen Verrucano-Steinen aus den drei Welterbe-Kantonen – durch die Schweiz und besuchen andere Welterbestätten. Die Steine sind die Botschafter des Jubiläumsjahres und sollen den Leuten veranschaulichen, dass die Natur als solche – ohne menschlichen Einfluss – ein Kunstwerk ist, welches sich zu entdecken lohnt.

Wo sind die Steine überall zu sehen? 

Die Reise führt unter anderem nach St. Gallen, Bern und Zürich. Danach geht es mit der Rhätischen Bahn nach Tirano und Bergün. Zudem sind TEK, TO und NIK Teil der Bad RagARTz, dem grössten Skulpturenpark Europas. Nach dem Jubiläum werden die Steine wieder an ihre Fundorte zurückgebracht. Sie sind schliesslich von der Natur nur geliehen.

Und was steht sonst noch so auf dem Kunst-Programm? 

Unter anderem organisieren wir eine Hütten-Ausstellung; das heisst im wahrsten Sinn des Wortes eine Wanderausstellung, denn die Ausstellungshütten sind über das gesamte Welterbe verteilt. Je Hütte wird sich jeweils ein KünstlerIn mit den Themen Berg, Alpen und Tektonikarena beschäftigen. Neben zeitgenössischen Positionen werden auch historische und kulturanthropologische Exponate gezeigt. Ferner werden im Rahmen des Jubiläums auch drei ortspezifische Land Art Projekte umgesetzt.

Gibt es auch spezielle Aktionen für Kinder? 

Die Kids möchten wir einerseits mit einem Kinderbuch und andererseits mit einem Popsong ansprechen. Beides wurde eigens für das Jubiläum geschrieben respektive komponiert. Das Buch handelt vom Bartgeier «Sardona», der vor rund 12 Jahren im Calfeisental oberhalb von Bad Ragaz ausgesetzt wurde und seither grosse Teile Europas «besucht» hat. Er kehrt jedoch immer wieder in seine Heimat zurück, denn hier im Welterbe Sardona gefällt es ihm schlichtweg am besten. Und das feiert «Sardona» mit all seinen Freunden; genauso wie wir. Übrigens: Den Bartgeier Sardona gibt es wirklich. Wer also ins Calfeisental reist, hat durchaus die Chance, «Sardona» oder einen seiner Bartgeier-Freunde zu sehen.

Und der Song? 

Dieser bringt den Kindern verschiedene geologische Phänomene des Welterbes auf musikalische Art und Weise näher: Das Martinsloch, den Flimser Bergsturz und die schweizweit tiefsten Täler. Beim Song und dem dazugehörigen Videoclip haben Schulklassen aus den verschiedenen Welterbegemeinden mitgewirkt.

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Das UNESCO-Welterbe: Tektonikarena Sardona ist eine vielfältige und ursprüngliche Hochgebirgs-landschaft im Grenzgebiet der Kantone Glarus, St. Gallen und Graubünden. Mit mehr als 300 km2 ist das Welterbe Sardona etwa doppelt so gross wie das Fürstentum Liechtenstein. Die wohl bekanntesten Phänomene sind das sagen-umwobene Martinsloch und die Glarner Hauptüberschiebung, entlang welcher über Jahrmillionen alte Gesteinsschichten auf jüngere Schichten geschoben wurden. Sozusagen stehen im Welterbe Sardona die Berge also Kopf! 2018 wird das Welterbe Sardona 10 Jahre alt. Alle Infos rund um das Jubiläum gibt es unter www.tektonik.ch.






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