Interview – iFach Zucco


Ein schwarzer Rollkragenpulli, eine randlose Brille und ein selbstbewusstes Auftreten. Steve Jobs ist auferstanden. Zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten ist das kluge Lächeln unverkennbar. Der Bündner Komiker Claudio Zuccolini ist nach seiner ‘Zirkusschule’ – dem Gastspiel im Circus Knie – zurück auf der Bühne. Und das in grosser Mission: er will, kurzum, die Welt retten. Deshalb setzt sein viertes Programm iFach Zucco genau dort an, wo das dritte vor rund zwei Jahren endete. Denn, so lehrt uns Claudio, birgt das Streben nach Reichtum und Erfolg auch seine Schattenseiten. Vor seinem ersten Auftritt in Zürich wollen wir mehr über Zucco und seine neue Show erfahren:

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„iFach Zucco” – Wir haben dich ja schon in vielseitigster Weise erlebt. Aber wer ist Zucco
tatsächlich? Natürlich habe ich ein Bild von mir, das ich aber lieber für mich behalten möchte. Man muss ja seine Stärken und Schwächen nicht jedermann auf dem Tablett servieren. Die Leute sollen sich ihr Bild von mir machen. Sollte dieses komplett falsch sein, korrigiere ich das sehr gerne vor Ort.

Woher kommt deine Leidenschaft für die Bühne und wann hast du diese Passion entdeckt?

Ich verspürte schon in meiner Kindheit den Drang, Menschen zu unterhalten. Doch dass ich das
auch beruflich nutzen würde, stand nicht zur Debatte. In meinem Leben gab es viele Wendepunkte, an denen ich mich neu orientieren musste, weil der bisher beschrittene Weg dann doch nicht der richtige war oder ich auf diesem Weg gestoppt wurde. Und an einem dieser Punkte trat eine Richtungsänderung ein und es war so weit: ich wagte den Schritt auf die Bühne. Es war die richtige Entscheidung!

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Was macht Schweizer Humor aus?

Ach, das ist eine sehr schwierige Frage. Jeder stuft seine Humorigkeit höher ein, als sie tatsächlich ist und vermeint, er müsse beweisen, welch einen goldenen Humor er doch habe. So verhält es sich auch beim Sport: Da meinen auch alle, dass sie mitreden können. Letztlich zeigt jedoch die Erfahrung: bei den simpelsten Witzen, auch
mal unter die Gürtellinie, erntet man das lauteste Gelächter. Nur allzu oft sind das übrigens Frauen. Aber ich glaube, viele Menschen mögen es, die Pointe schon im Voraus erahnen zu können. Und kommt die Pointe dann auch so, sind sie ‘happy.’ Ich aber meine: Überraschungen sind schöner als vorhersehbare Pointen.

Was braucht es, um als Komödiant in der Schweiz erfolgreich zu sein?

Ausdauer, Zuversicht, Willenskraft – und noch mehr Ausdauer. Ausdauer ist das Wichtigste. Man
muss den Zuhörern immer wieder Neues bieten und einfach spielen, spielen und nochmals spielen. Überall und so oft es geht. Wenn man immer versucht, etwas Gutes abzuliefern, werden die Leute irgendwann nicht mehr an einem vorbeikommen.

Du hast auch die Schattenseiten der Branche und der Promiwelt erlebt. Welche Lehren hast du aus diesen Erfahrungen gezogen und wie beeinflussen sie dich und deine neuen Shows?

Schlechte Zeiten gehören zum Leben, wie die guten. Nicht aufgeben lautet die Devise, einfach
weitergehen! Und vor allem nicht auf alle Meinungen hören. Ich weiss genau, was ich kann
und gerne mache, also mache ich das weiter. Vielleicht waren in der Vergangenheit einige Entscheidungen nicht ganz richtig, aber gerade Künstler gehen immer wieder gewisse Risiken ein. Das birgt Gefahren. Es ist bestimmt riskanter, in der Öffentlichkeit verrissen zu werden, als den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen. Aber ob das immer besser und schöner ist? Aber dass ich weiterhin auf der Bühne stehe, das – und das beweisen die Kritiken – ist richtig.

Worum geht es bei „iFach Zucco”?

Es geht um eine Weiterführung des „Erfolgsprogrammes.” Mit diesem habe ich die Menschen zu
Glück und Erfolg gebracht. Nun zeige ich Ihnen, dass viel Geld zu besitzen auch viele Nachteile mit sich bringt. Aber grundsätzlich geht es auch im vierten Programm einfach darum, das Publikum
zum Lachen zu bringen, mit Alltagsbeobachtungen und Themen, mit denen sich die Zuhörer
identifizieren können.

Wie ist das Programm entstanden?

Das war ein langer Prozess. Ich notiere mir laufend Ideen, irgendwann setze ich mich mit meinem Co-Autor Jürg Zentner zusammen, der auch seine vielen Einfälle vorstellt. Gemeinsam finden wir einen roten Faden. Dann schreibt jeder für sich mögliche Geschichten. Diese werden später korrigiert, geändert und gekürzt, bis das Programm irgendwann steht. Sodann muss ich das Ganze auswendig lernen, ehe es schliesslich auf die Bühne geht. Der erste Auftritt ist der Wichtigste und auch der Schwierigste. Funktioniert er, dann läuft es auch.

Was war das Fazit der Premiere in Winterthur?

Sehr positiv; die Kritiken waren fast euphorisch.

Hast du das Programm noch abgeändert?

Ich musste Vieles kürzen – und bin immer noch nicht fertig. Ausserdem stelle ich immer wieder da und dort die Themen um. Aber eigentlich läuft es gut, so wie es ist.

Wann ist für dich eine Tournee ein Erfolg?

Wenn ich genügend Publikum habe – sprich die Säle voll sind – und sich die Besucher köstlich amüsieren. Warum sollten unsere Leser „iFach Zucco” auf keinen Fall verpassen? Weil ich eine vierköpfige Familie habe, die ich ernähren muss. Darum ist es eine Art Spende, meine Shows zu besuchen. Und der positive Nebeneffekt: man amüsiert sich prächtig!

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Praktisches
Spieldaten im November

19. November: Cham
20. November: Grenchen
21. November: Jona
26. November: Suhr
27. November: Wil
3. Dezember: Zürich
5. Dezember: Zofingen

Spielbeginn um 20:00 Uhr
Abendkasse: 1 Std. vor

Vorstellungsbeginn geöffnet
Ticketpreise: Kat. 1: CHF 58 / Kat. 2: 48/ Kat. 3: 38

Vorstellungsdauer: ca. 2 Std.
(inkl. 20 Minuten Pause)

Sprache: Mundart

Text: Carina Scheuringer
Fotos: zVg






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