Region Jungfrau-Aletsch – Wandererlebnis: UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen


Zwischen dem Rhonetal im Süden, dem Lötschberg im Westen, der Grimsel im Osten und dem Berner Oberland im Norden zieht der längste Eisstrom der Alpen eine elegante Kurve in Richtung Tal. Dahinter türmen sich die gewaltigen Felswände der Schweizer Gipfel-könige. Das firngleissende Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau zeichnet eindrucksvolle Silhouetten in das alpine Naturkunstwerk.


350km2 der Region Jungfrau-Aletsch sind vergletschert. Am Konkordiaplatz erreicht der 27 Milliarden Tonnen schwere Aletschgletscher eine schier unvorstellbare Tiefe von 900 Metern. Seine Eismassen sind so enorm, dass sie die gesamte Menschheit sechs Jahre lang mit einem Liter Wasser pro Tag versorgen könnten.

 

Arktisch bis mediterran

Neunzig Prozent des Gebietes sind als vegetationslose Zone deklariert. Doch schaffen enorme Höhenunterschiede, sowie grosse Temperatur- und Niederschlagsdifferenzen auf kleinstem Raum vielfältige Lebensräume. Dunkle Wälder und blumenreiche Alpweiden beherbergen über 3’000 Tier- und Pflanzen-arten. An den Steilhängen des Rhonetals reifen Trauben in den höchstgelegenen Weinbergen Europas. Und im Bergdorf Mund gedeiht Safran wie üblicherweise nur im Iran oder im Mittelmeerraum.

Über Generationen hinweg lebte der Mensch im Schatten der Berggiganten im Einklang mit der Natur. In mühevoller Handarbeit schuf er gepflegte, kleinräumige Kulturlandschaften, die heute einen nicht mehr wegzudenkenden Teil des lokalen Kulturgutes darstellen.

 

Alpine Gebirgsbildung

Um dieses zerbrechliche Öko-System zu schützen, sowie die Einzigartigkeit und Schönheit der Region zu bewahren, wurde die Ge-birgslandschaft Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch im Dezember 2001 von der UNESCO mit der Auszeichnung ‘aussergewöhnlich, überragend und universell’ als erstes Welterbe der Alpen auserkoren.

Von Juni bis Oktober kann man das Gebiet heute in drei eindrücklichen Etappen entdecken. „Die UNESCO-Welterbe-Region ist die grösste Freiluft-Hochschule der Alpen”, so Beat Ruppen vom Welterbe Managementzentrum. „Die Begehung ist ein ‘Lehrgang’, den man absolviert haben muss, um die Alpen zu verstehen.”

 

1. ETAPPE: Zeitlose Zeitzeugen

Riederalp – Meiringen

Die Zunge des längsten Eisstromes der Alpen liegt zur Linken. Rechts leuchten die hundert Jahre alten Arven des unter Naturschutz stehenden Aletschwaldes im warmen Morgenlicht. Der Panoramaweg führt über Steintreppen und Felsplatten – vorbei an spektakulären Aussichtspunkten – zum Märjelensee auf 2’301 Metern über dem Meeresspiegel. Hier bieten treibende Eisschollen ein beinahe arktisches Landschaftsbild.

Von der rund hundert Meter tiefer gelegenen, autofreien Alpe Fiescheralp brechen wir am nächsten Tag zum Bergdorf Bellwald, der höchst gelegenen Gemeinde im Goms, auf. Das von Rhone- und Fieschergletscher geformte Areal ist mit erratischen Granitblöcken übersät und befindet sich auf einer idyllischen Sonnenterrasse. Von hier schlängelt sich der Gommer Höhenweg in Richtung Münster. Immer wieder eröffnet er Einblicke in die Walliser Bergwelt, steigt mal steil an oder fällt leicht ab.

Vom nächsten Tagesziel Münster, führt ein Waldpfad über die historische Säumerroute zur Grimsel-Passhöhe. Am Ufer des Grimselstausees trifft unberührte Natur auf moderne Technik. Über das Haslital gelangen wir zum Etappenziel, dem traditionsreichen Berner Oberland Ferienort Meinigen, wo einst Sherlock Holmes den Tod fand. Von hier aus führt eine Standseilbahn zu den stiebenden Reichenbachfällen.

 

Praktisches

Tag 1 Ankunft Riederalp

Tag 2 Riederalp – Riederfurka – Märjele – Fiescheralp

Wanderzeit: 5 Stunden

 

Tag 3 Fiescheralp – Burghütte – Unnerbärg – Bellwald

Wanderzeit: 5 Stunden 30 Minuten

 

Tag 4 Bellwald – Bieligertal – Münster

Wanderzeit: 4 Stunden 45 Minuten

 

Tag 5 Münster – Obergestelen – Grimsel

Wanderzeit: 5 Stunden 45 Minuten

 

Tag 6 Grimsel – Handeck – Guttannen – Meiringen

Wanderzeit: 7 Stunden

Mit Alpavia: Übernachtungen, Halbpension, Gepäck-Transport, Retour-Tickets Eggishorn und Wanderkarte um CHF 990/Person. www.alpavia.ch  

 

2. ETAPPE: Wilde Wasserwelten

Meiringen – Kandersteg

Einen Kilometer östlich des Dorfes Meiringen gurgelt und rauscht es aus dem Inneren der Erde. Hier schlängelt sich die Aare durch eine 1.4 Kilometer lange, bis zu 200 Meter tiefe Schlucht mit verwinkelten Grotten, Nischen und Kesseln. Es ist ein unvergessener Einstieg in die tobenden Wasserwelten der UNESCO-Welterbe-Region.

Am nächsten Tag wandern wir, entlang zahlreicher Wildbäche, den flachen Talboden querend durch schöne Moorgebiete über die Grosse Scheidegg. In Grindelwald beginnt der sanfte Aufstieg zum meist begangenem Pass des Berner Oberlandes, dem Kleinen Scheidegg. Das gewaltige Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau scheint auf dem Sonnenweg nach Wengen zum Greifen nahe. Von Wengen steigen wir ins Lauterbrunnental, wo 72 Wasserfälle links und rechts von senkrechten Felswänden stürzen. Vorbei an den berühmten Trümmelbachfällen und dem Staubbachfall gelangen wir nach Stechelberg und Obersteinberg.

Das geschichtsträchtigen Dorf Mürren durchwandert, passieren wir zwei winzige Bergseen und steigen über saftige Hochwiesen hoch zur Sefinenfurgge. Dort eröffnet sich das imposante Panorama der Oberländer Bergriesen erneut. Nach einer Gratwanderung auf einer Moräne erreichen wir die Blümlisalp und, entlang des Ufers des Oeschinensees, zu guter Letzt das Etappenziel, Kandersteg.

 

Praktisches

Tag 1 Meiringen – Aareschlucht – Meiringen

Wanderzeit: 1 Stunde 30 Minuten

 

Tag 2  Meiringen – Grosse Scheidegg – Grindelwald

Wanderzeit: 6 Stunden

 

Tag 3 Grindelwald – Lauterbrunnen

Wanderzeit: 8 Stunden

 

Tag 4 Lauterbrunnen – Stechelberg – Obersteinberg

Wanderzeit: 4 Stunden

 

Tag 5 Lauterbrunnen – Mürren – Sefinenfurgge – Kliental

Wanderzeit: 6 Stunden

 

Tag 6 Kliental – Hohtürli – Kandersteg

Wanderzeit: 7 Stunden

Mit Alpavia: Übernachtungen, Halbpension, Gepäck-Transport, Ticket Reichenbachfallbahn und Rosenlauischlucht und Wanderkarte um CHF 990/Person, www.alpavia.ch  

 

3. ETAPPE: Steile Stufenlandschaften

Kandersteg – Riederalp

Nach einem 2.5 stündigen Fussmarsch erreichen wir, durch die enge Chlus, das Gasterntal, wo sich die junge Kander tosend talabwärts stürzt. Vom wilden Hochtal geht es in vielen Kehren zur Gfelalp und über die Felssturen des ehemaligen Gletscherabbruches nach Balme. Nahe des Abbruchs verläuft der kleine Steg durch den Lötschengletscher über eine gut markierte Seitenmörane und eine Felsrippe. Oben angelangt, belohnt das Alpenpanorama der Berner und Walliser Bergwelt all unsere Mühen. Nach diesem Highlight führt der Weg weiter durch die unwirtliche Felslandschaft vorbei an kargen Schafweiden und winzigen Bergseen zum Tagesziel, Lauchernalp.

Dort erwartet uns am nächsten Morgen erneut ein Klassiker: der Lötschentaler Höhenweg mit seinem majestätischen Panorama der Lötschenlücke zum Schienhorn, dem Lötschentaler Breithorn und dem Bietschhorn. Über diese Route erreichen wir sodann die mediterran anmutende Südrampe des UNESCO Welterbe-Gebietes.

In Ausserberg wandern wir an einer kleinen Brauerei vorbei entlang historischer Wasserwege (Suonen) tief ins Baltschiedertal und können ersehen, wie in mühsamer Handarbeit das Wasser zur Kultivierung abgeleitet wurde. In Mund finden wir Safran, ein Gewürz, das eigentlich nur im Mittelmeer oder im Iran beheimatet ist, und verköstigen uns mit aromatischem Risotto. Dann steigen wir durch kleine Weiler nach Blatten hoch. Von hier aus gelangen wir über die Massaschlucht wieder zurück zur Riederalp und schliessen so den Kreis.

 

Praktisches

Tag 1  Ankunft Kandersteg

Tag 2  Kandersteg – Gasterntal – Lötschenpass – Lauchernalp

Wanderzeit: 6 Stunden

 

Tag 3 Lötschentaler Höhenweg

Wanderzeit: 6 Stunden

 

Tag 4 Ausserberg – Baltschiedertal

Wanderzeit: 4 Stunden 30 Minuten

 

Tag 5 Mund – Belalp – Blatten bei Naters

Wanderzeit: 4 Stunden

 

Tag 6 Blatten – Massaschlucht – Riederalp

Wanderzeit: 4 Stunden

Mit Alpavia: Übernachtungen, Halbpension, Gepäck-Transport, Ticket Gasterntalbus, Ticket Talfahrt Belalp-Blatten und Wanderkarte um CHF 990/Person, www.alpavia.ch

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Wo schlafen?

Mit Alpavia:

Übernachtungen, Halbpension, Gepäck-Transport, Retour-Tickets Eggishorn und Wanderkarte um CHF 990/Person

Übernachtungen, Halbpension, Gepäck-Transport, Ticket Reichenbachfallbahn und Rosenlauischlucht und Wanderkarte um CHF 990/Person

 Übernachtungen, Halbpension, Gepäck-Transport, Ticket Gasterntalbus, Ticket Talfahrt Belalp-Blatten und Wanderkarte um CHF 990/Person

www.alpavia.ch

Text: Carina Scheuringer
Fotos: swiss-image.ch/Christoph Schuerpf, Andreas Gerth, Christof Sonderegger, Lorenz, Andreas Fischer, Marcus Gyger, Max Schmid, Christian Perret, Roland Gerth & Stephan Engler






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