Mürren-Schilthorn: Tradition – Pioniere im Schnee


Ganz hinten im Lauterbrunnental – dort, wo das Berner Oberland fast auf das Wallis trifft – klebt wie ein Schwalbennest ein verträumtes Walserdorf auf einer senkrecht abfallenden Felswand rund 800 Meter über dem Talboden. Mürren, die höchst gelegene Dauersiedlung des Kantons Bern, trat im Jahre 1257 erstmals in das Licht der Geschichte – und vor rund 100 Jahren in das Licht der Welt. Damals erfand ein Brite am Allmendhubel das Slalomfahren.

 


 

Die Fremden waren es, die den Menschen im Alpenraum die Augen für den Zauber ihrer einzigartigen Bergwelt öffneten und so den Weg zu einer neuen Erlebniswelt ebneten. Anfänglich schüttelten die Mürrner den Kopf über die verrückten britischen Schwärmer, die der guten Luft wegen den steilen Weg zur Höhenterrasse nahmen. Dann erkannten die Einheimischen das grosse Potential ihrer unberührten Natur und der bezaubernden Aussicht auf das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau. Im Jahre 1857 errichtete die Bergschaft Winteregg das erste Gasthaus mit Pension. Wenig später folgten das erste Hotel und die Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren. Somit wurde eine neue wirtschaftliche Grundlage geschaffen.

In kürzester Zeit wurde Mürren zur britischen Hochburg. Der Reiseunternehmer Henry Lunn brachte seine betuchte Kundschaft nahezu ausschliesslich ins Berner Oberland und erwarb sodann das Hotel «Des Alpes», welches ausgebaut und in «Palace» umbenannt wurde. 1910 brachte es Lunn zuwege, dass die Mürrenbahn auch den Winterbetrieb aufnahm. Die Besucher kamen in Scharen.

 

Das Vermächtnis der Briten

Arnold, der junge Sohn des Wahl-Mürrners, war für das Unterhaltungsprogramm der Wintergäste zuständig. Er führte Bergtouren und setzte für die Abfahrt die neumodischen Holzlatten ein, welche Ende des 19. Jahrhunderts aus Norwegen kommend den Alpenraum revolutionierten. Die britischen Touristen waren von diesem neuen Brettersport begeistert. «Die Engländer damals waren richtige Abenteurer, sie stürzten sich in die gefährlichsten Gebiete und bewiesen enormen Mut», schrieb der Mürrner Max Amstutz im Buch Die Anfänge des alpinen Skirennsports.

Im Jahre 1912 verankerte Mürren mit dem ersten Skilift im Berner Oberland den Wintertourismus als wichtigen Pfeiler der lokalen Volkswirtschaft. Rohstoff – Schnee und Berge – das gab es in Hülle und Fülle. Und auch an neuen Ideen mangelte es nicht. Sir Arnold Lunn war bestrebt, den Trend auf zwei Brettern in eine ernstzunehmende Sportart zu verwandeln. Nachdem er bereits 1911 in Crans Montana die erste Art eines Abfahrtsrennens (den Kandahar Cup) organisiert hatte, steckte der Brite im Januar 1922 am Allmendhubel einen eckigen Kurs aus und veranstaltete so das erste Slalom-Rennen. Nun fehlte nur noch die offizielle Anerkennung des internationalen Skiverbandes FIS. Doch war dieser von Skandinaviern dominiert, die lediglich den Langlauf und Skisprung als seriöse Skisportarten betrachteten. Erst nach jahrelangem Lobbying konnte Lunn, gemeinsam mit dem Mürrner Walter Amstutz, diese hartumkämpfte Anerkennung erwirken. Bald darauf wurde Mürren die Ehre zuteil, als Austragungsort der ersten FIS Skiweltmeisterschaften zu fungieren.

Doch mit Weltcup-Rennen war die Abenteuerlust Lunns und seiner Freunde keineswegs gestillt. Eine ‘Schnapsidee’ führte zur wohl verrücktesten aller Ideen: dem Inferno-Rennen, einer waghalsigen Abfahrt, in dessen Verlauf Teilnehmer bis heute eine Höhendifferenz von 1’990 Metern überwinden.

 

Zukunfts-Schanzen

Heute – viele Jahrzehnte später – ist das Vermächtnis des sogenannten ‘Skipapstes’ in Mürren allgegenwärtig und setzt sich vor allem auch im Abenteuergeist der neuen Generationen fort. Das Skigebiet Mürren-Schilthorn wird als absoluter Geheimtipp unter Freeskiern und Snowboardern gehandelt, veranstaltet es auch das alljährliche «Whitestyle Open», die inoffizielle Schweizermeisterschaft im Freeskiing. In dieser Wintersaison bereichert der nagelneue SKYLINE SNOWPARK die bestehende Tradition. Parallel zur klassischen Skipiste werden beim Skilift Gimmeln ab sofort zwei Linien mit Kickers, Rails und Boxen Schwierigkeitsgrad Anfänger und Medium geführt. Eigentlich nur schade, dass das der abenteuerliche Lunn nicht mehr erleben durfte – wenngleich sich seine Urenkel sicherlich genauso darüber freuen warden!

 

Spot Tipp

Auf den Spuren der Pioniere «erste Spuren im Schnee»

ziehen! Bei entsprechender Witterung und Schneebedingungen nehmen die Bahnen bereits ab 07:30 Uhr ihren Betrieb auf. Frühaufsteher werden von einem Profi der Skischule Mürren zu den Pisten begleitet, um dann – exklusiv – die ersten Spuren im Neuschnee ziehen zu können.

Kosten: CHF 40/Person exkl. Skipass.

www.schilthorn.ch

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Wo essen?

ALLMENDHUBEL BERGRESTAURANT

Pascal Ramponi, 3825 Mürren

+41 (0)33 855 25 12

www.mymuerren.ch

Auf 1’907 Höhenmetern bietet das Bergrestaurant eine Sonnenterrasse mit atemberaubendem Fernblick und warmer Küche von 10-16:00.

RESTAURANT EIGERSTÜBLI

Hotel Eiger, Aegerten, 3825 Mürren

+41 (0)33 856 54 54

www.hoteleiger.com

Das bekannte à-la-carte Restaurant im Hotel Eiger hat sich besonders für Fischspezialitäten und Fondues einen Namen gemacht.

RESTAURANT JÄGERSTÜBLI

Hotel Bellevue, 3825 Mürren

+41 (0)33 855 24 01

www.muerren.ch/bellevue

Ruhig und zentral gelegen vereint das Hotel Bellevue allen Komfort eines modernen Hotels mit der Atmospäre eines Berggasthauses.

BERGESTAURANT SUPPENALP

Simon Bächler & Andy Locher, Blumenthal, 3825 Mürren

+41 (0)33 855 517 26

www.suppenalp.ch

Die idyllisch gelegene Suppenalp bietet preiswerte Gerichte in einer rustikalen Gaststube und ist bekannt für hausgemachte Suppen und das Party-Fondue.

Wo schlafen?

HOTEL EIGER

Familie Stähli, Aegerten, 3825 Mürren

+41 (0)33 856 54 54

www.hoteleiger.com

Das 4-Sterne Hotel von Susanna und Adrian Stähli-von Allmen befindet sich direkt gegenüber der Bahnstation und bietet einen wunderschönen Ausblick.

HOTEL EDELWEISS

Familie Kuster, 3825 Mürren

+41 (0)33 856 56 00

www.edelweiss-muerren.ch

Das familiengeführte 3-Sterne Superior Hotel Edelweiss legt grossen Wert auf Gastfreundlichkeit und Gemütlichkeit.

HOTEL ALPENRUH

Urs Brotschi, 3825 Mürren

+41 (0)33 856 88 00

www.alpenruh-muerren.ch

Das 3-Sterne Hotel Alpenruh befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Schilthornbahn-Station Mürren und bietet eine wundervolle Wohfühlatmosphäre.

ESTHER’S GUESTHOUSE

Esther von Allmen, Kirchstatt, 3626 Gimmelwald

+41 (0)33 855 54 88

www.esthersguesthouse.ch

«Wisst Ihr eigentlich, dass Ihr im Paradies lebt», trifft ein Eintrag im Gästebuch den Punkt auf den Nagel. Das Guesthouse schafft Wärme mit seiner Ursprünglichkeit.

Was unternehmen?

ALPINE SPA

Alpines Sportzentrum Mürren, Höhematte, 3825 Mürren

+41 (0)33 856 86 86

www.sportzentrum-muerren.ch

Das neu renovierte ‘Sportzentrum Mürren – Alpine Spa’ ist ein Ort der Erholung, Entspannung und des aktiven Sports für Einheimische und Gäste

SCHNEESCHUH-WANDERN

Mürren Tourismus, 3825 Mürren

+41 (0)33 856 868 86

www.mymuerren.ch

Kurz nach der BML-Station in Mürren führt ein markierter Schneeschuhpfad durch eine märchenhafte Waldlandschaft in Richtung Mittelberg.

CURLING & EISSTOCKSCHIESSEN

Mürren Tourismus, 3825 Mürren

+41 (0)33 856 868 86

www.mymuerren.ch

In Mürren ist auf drei Bahnen Openair Curling möglich. Im Winter findet jeden Mittwoch um 14:00 Uhr ein Gästecurling und Eisstockschiessen statt.

KUNSTEISBAHN MÜRREN

Mürren Tourismus, 3825 Mürren

+41 (0)33 856 868 86

www.mymuerren.ch

Beim Alpinen Sportzentrum Mürren befindet sich eine Kunsteisbahn zum Eislaufen und Eishockeyspielen. Regelmässig findet auch eine Eisdisco statt.

Text: Carina Scheuringer
Fotos: zVg, Int. Inferno Rennen und swiss-image.ch/Muerren






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