Monte San Giorgio: Spuren der Geschichte


Der Monte San Giorgio ist eine der weltweit wichtigsten Fossil-Lagerstätten der mittleren Trias, einer geologischen Periode zwischen 245 und 228 Millionen Jahren vor unserer heutigen Zeit. 


Generationen von Paläontologen haben bereits am Monte San Giorgio nach Fossilien geforscht und faszinierende Exemplare ans Licht gebracht. Im Interview mit Luca Zulliger, Paläontologe und Direktor des Fossilienmuseums in Meride, blicken wir hinter die Kulissen:

Warum wurde Monte San Giorgio zum Welterbe ernannt? 

Auf dem Monte San Giorgio wurden besonders gut erhaltene Fossilien von Wirbeltieren und aus dem Mittleren Trias gefunden. Anders als an anderen paläontologischen Fundstätten handelte es sich dabei nicht nur um einzelne Knochen, sondern um ganze Skelette.

Wie wurde die Stätte einst entdeckt? 

Im 18. und 19. Jahrhundert wurden am Monte San Giorgio Gas und Öl gewonnen sowie Gestein abgebaut. Die paläontologische Forschung begann erst 1924 auf Schweizer Seite (1847 auf italienischer) aufgrund von Entdeckungen von Bernhard Peyer, einem Zoologen der Universität Zürich.

Was wurde entdeckt? 

Man fand Fossilien von Fischen, wirbellosen Tieren, Pflanzen, Meeressauriern und von manchen, auf dem Land lebenden Reptilien, die 240 Millionen Jahre alt waren. Zu dieser Zeit lag die Schweiz, besonders das Tessin, nur knapp nördlich des Äquators und war einem subtropischem Klima ausgesetzt.

Welche Forschung wird heute noch betrieben? 

Jedes Jahr führt das «Museo cantonale di storia naturale» in Lugano, mit Hilfe von Freiwilligen und Studenten, 3-4-wöchige Ausgrabungen durch, im Zuge derer zahlreiche Fossilien zum Vorschein kommen. Diese werden dann nach Lugano transportiert, wo sie freigelegt, erforscht und schliesslich im Museum in Meride ausgestellt werden.

Was sind die jüngsten Entdeckungen? 

Erst kürzlich wurde ein neuer Fisch entdeckt, den man «Ticinolepis» nannte. Dieser versteinerte Fisch vereint zwei Gattungen von Fischen. Die Funde werden nun zum Beispiel im «Museo cantonale di storia naturale» in Lugano, im Fossilienmuseum des Monte San Giorgio in Meride und im Paläontologischen Museum der Universität Zürich ausgestellt.

Wie vereint man auf dem Monte San Giorgio die Ansprüche der Wissenschaft mit jenen des Tourismus? 

Indem man die wissenschaftlichen Arbeiten öffentlich zugänglich macht und Menschen stets über neue Funde informiert. Wir versuchen, das unglaubliche Erbe des Berges im Museum sowie in Konferenzen, mit Publikationen oder Ausflügen vor Ort zu vermitteln.

Wie kann man als Besucher heute das Welterbe erleben? 

Man kann das Museum in Meride besuchen, welches eine eindrückliche Sammlung von Fossilien besitzt, die verdeutlicht, wie die Welt vor 240 Jahren ausgesehen hat. Empfehlenswert sind auch Ausflüge in der Region, wie zum Beispiel eine geo-paläontologische Wanderung.

Was wünschen Sie sich für das Welterbe? 

Dass wir so vielen Menschen, wie möglich, dieses unglaubliche wissenschaftliche Gut näher bringen können – Menschen aus der Region sowie aus aller Welt.

 

Organizzazione Turistica Regionale del Mendrisiotto e Basso Ceresio 

via Luigi Lavizzari 2 

6850 Mendrisio 

+41 (0)91 641 30 50 

www.mendrisiottoturismo.ch 

www.montesangiorgio.org 






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