Lauchernalp/Lötschental: Logenplatz in den Walliser Alpen


Das Lötschental ist ein romantisches Kleinod für Geniesser und Wintersportler, wo Traditionen und Brauchtum mit Leidenschaft zelebriert werden. Die Pisten des kleinen Skigebiets Lauchernalp überraschen mit unerwartet langen Abfahrten und einer faszinierenden Aussicht. Vom Winterwanderweg aus, dem höchstgelegen Europas, lassen sich über 40 Viertausender bestaunen.


Unterwegs in andere, weitaus bekanntere Skiorte im Wallis hatte ich den Eisenbahntunnel von Kandersteg nach Goppenstein schon unzählige Male passiert – bisher ahnungslos dessen, was jenseits der kleinen unscheinbaren Bahnstation liegt. Dementsprechend klein waren meine Erwartungen, als wir vom Zug auf den Bus umstiegen, der seine Fahrgäste gleich neben den Gleisen erwartete. Auf einer schmalen Strasse schlängelt er sich nun die knapp neun Kilometer von Goppenstein bis nach Blatten, vorbei an Orten wie Ferden, Kippel und Wiler.

Gerade mal 1’500 einheimische Seelen bevölkern die Örtchen des Tales. Hinter Wiler kommen wir an der Talstation der Lauchernalp vorbei, dem Skigebiet der Region. Ich schaue neugierig aus dem Busfenster hinauf. Naja, nicht gerade gross, denke ich, als ich die Lifte dort oben sehe und mit denen auf dem Pistenplan in meiner Hand vergleiche. Wenig später sind wir am Ziel: Der Bus hält genau vor unserem Hotel in Ried. Dort werden wir herzlich empfangen und beziehen unser gemütliches Zimmer.

Ankommen und wohlfühlen 

Das Hotel Nest- und Bietschhorn macht seinem Namen alle Ehre, denn wir fühlen uns von Anfang an in dem liebevoll eingerichtetem Haus so wohl, wie in einem warmen Nest. Wir entspannen uns an diesem späten Nachmittag in der Sauna und geniessen am Abend ein vorzügliches Menü im hauseigenen Feinschmeckerlokal, das mit 14 Punkten vom Gault Millau ausgezeichnet ist.

Eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch 

Keine fünf Schritte haben wir am nächsten Morgen von unserem Skikeller bis zur Bustür zu gehen und stehen zehn Minuten später bereits an der Gondelstation Lauchernalp. Oben liegt das Skigebiet sonnenbeschienen vor uns und wir machen uns enthusiastisch auf, es zu erkunden.

Als wir die Aussichtsplattform unterhalb des Hockenhorngrats erreichen, sind wir schier überwältigt. Auf rund 3’000 M. ü. M. öffnet sich ein atemberaubendes Bergpanorama, das nicht nur uns Ski- oder Snowboardfahren vorenthalten ist. Von der Bergstation der Gletscherbahn aus führt ein gut präparierter Weg – der höchste Winterwanderweg Europas – in zirka einer Stunde hin und retour zum Blick auf nicht weniger als 40 Viertausender.

Die Luft prickelt frisch, Schneekristalle tanzen vor dem tiefblauen Himmel und wir halten einen Augenblick inne, um diesen friedlichen, glücklichen Moment mit allen Sinnen auszukosten. Dann wedeln wir hinunter immer und immer wieder – abwechselnd blaue, rote und schwarze Pisten. Die sind nicht nur sehr gut präpariert und breit, sondern kommen uns unglaublich lang vor. Mit den Liften und der Gondel sind wir ausserdem ruckzuck wieder oben am nächsten Start.

Und das ist der Aha-Effekt für uns Neulinge auf der Lauchernalp: Hier gibt es zwar nur wenige Liftanlagen, dafür aber lange Abfahrten, die auch nach Stunden nicht langweilig werden. Immerhin stehen 55 Pistenkilometer zur Verfügung! Bei einer Hütten-Verschnaufpause erfahren wir von anderen Gästen, dass auch Freerider und Tourengänger hier ein Paradies an Möglichkeiten vorfinden. Langläufern bieten zudem 24 Kilometer klassische und Skating-Loipen reizvolle Touren entlang urchiger Dörfer und romantischer Natur.

Als irgendwann die Muskeln unserer Oberschenkel brennen, beschliessen wir zum gemütlichen Teil überzugehen. Wir beobachten beim Kinderland eine Weile die Kleinsten bei ihren ambitionierten Ski- und Snowboardversuchen, dann tanken wir noch etwas Sonne bei einem heissen Kaffee auf der Terasse des Alpenhotels Wildi, gleich neben der Piste.

Lebendige Traditionen 

Am Nachmittag sind wir noch im Lötschentaler Museum verabredet. Die gut sortierte interaktive Ausstellung gewährt einen interessanten Einblick in die Tradition der Region. Die Abgeschiedenheit des Tals war Quelle für eine Vielzahl von Geschichten, Mythen und Sagen. Wilde Gestalten jagten durch die Lötschentaler Geschichte und hinterliessen ihre Spuren. Sie gelten als Ursprung für das Brauchtum, das bis heute mit viel Liebe zum Detail zelebriert wird. Wie jenes der maskierten «Tschäggättä», die während der Fasnacht ihr Unwesen trieben. Von Mariä Lichtmess (2. Februar) bis zum Aschermittwoch ziehen so die Tschäggätta wie eh und jeh jeden Abend mit Ziegen- oder Schaffellen über der Schulter, einer Riesenglocke um den Bauch und einer fratzenhaften Arvenholzmaske durch die Dörfer im Lötschental und erschrecken so manchen Passanten.

Eigentlich hatten wir vor am nächsten Tag Schlitteln zu gehen, denn auch das, so hatten wir gehört, soll hier ein grosser Winterspass sein. Doch das Pistenfeeling vom Vortag liess uns dann doch wieder zu den Ski greifen. Und als wir uns am späten Nachmittag schweren Herzens Bus und Bahn nach Hause besteigen, schmieden wir bereits Pläne für einen nächsten Besuch und erklären die Lauchernalp ab sofort zu unserem neuen Lieblings-Skigebiet.

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Was unternehmen?

Lötschental Marketing AG 

3918 Wiler 

+41 (0)27 938 88 88 

www.loetschental.chwww.lauchernalp.ch 

Das Lötschental ist liegt eingebettet zwischen den Berner und Walliser Alpen und ist 30 km lang. Mittendrin thront das markante «Bietschhorn», mit einer Höhe von 3‘934 m ü. M. der grösste Berg. Die Region ist Teil des UNESCO-Welterbes Schweizer Alpen und ist bequem per Bahn erreichbar. Ab Bern stündlich ohne Umsteigen mit dem Regio-Express «Lötschberger» bis nach Goppenstein. In Goppenstein gibt es Direktanschluss an den Bus über Kippel und Wiler (Lauchernalp) bis nach Blatten. 

 

Snow’n’Rail Lauchernalp 

20% Ermässigung auf die Fahrt mit dem Öffentlichen Verkehr nach Wiler (Lötschen) und zurück.

15% Ermässigung auf einen 1- bzw. 2-Tages-Skipass für die ganze Region Lauchernalp/Lötschental.

15% Rabatt bei Intersport Rent 

Angebot gültig: 17. Dezember 2016 bis 23. April 2017 

Weitere Informationen unter: sbb.ch/snr-lauchernalp

 

Spot Tipps

Winterwandern: Der Winter-Erlebnisweg bringt mit zwölf interaktiven Stationen viel Spiel, Spass und Sport und ist besonders für Familien und Kinder zu empfehlen. 

Maskenschnitzen: Auf den Spuren der «Tschäggättä» eine eigene Lötschentaler Maske kreieren! Gemeinsames Maskenschnitzen unter fachkundiger Anleitung für Gruppen ab 5 Personen in der Schnitzstube in Ferden. Preis: CHF 45/Erw. und CHF 40/Kind. Infos und Anmeldung (min. zwei Tage im voraus) bei der Infostelle Lötschental Wiler +41 (0)27 938 88 88 

Kultur: Das Lötschentaler Museum entführt in eine Welt voller Traditionen und Bräuche. Es bietet ein spannende Einblicke in die Entwicklung des Maskenwesens und des Lebens im Lötschental von 1900 bis heute. www.loetschentalermuseum.ch 

Genuss-Hof-Laden: In Ried betreiben Karin und Dani Ritler Schafszucht nach BioSuisse- Standard. Ihre Schaffleisch- und Lammprodukte sowie Deko- und Geschenksideen verkaufen sie im liebevoll eingerichteten Hofladen «Presenti.» www.danis-lamm.ch 

Schlafen und Schlemmen: Gemütliche Zimmer und eine herzliche, private Atmosphäre bezaubern die Gäste im ältesten Hotel des Lötschentals. Es liegt direkt an der 16 km langen Tal-Wander-Langlaufloipe (von insgesamt 24 Loipenkilometern) und der Skibus, der von hier aus die Talstation Lauchernalp in sechs Minuten erreicht, hält direkt vor der Tür. Der Ruf seines Feinschmecker-Restaurants, dessen «cuisine fraîcheur» mit 14 Gault Millau Punkten ausgezeichnet ist, reicht weit über das Tal hinaus. www.nest-bietschhorn.ch

PULVERWOCHEN

Lötschental Marketing AG 

3918 Wiler 

+41 (0)27 938 88 88 

www.loetschental.chwww.lauchernalp.ch 

Von 6. bis 27. Januar profitieren Besucher der Wintersportregion Lauchernalp von einer Winterpauschale bei einem Aufenthalt von 2, 3 oder 7 Nächten. Auch ist der Tagesskipass im Preis inkludiert. Ab CHF 241 für 2 Personen

Text: Jacqueline Vinzelberg
Fotos: Jacqueline Vinzelberg & swiss-image.ch/Christof Sonderegger






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