Greyerzerland: Lebendige Tradition


Vom Moléson, dem nördlichsten Punkt der Freiburger Alpen, wirft das Greyerzerland saftig grüne Wellen entlang des Saanetals in Richtung Freiburg. Nördlich des Bezirkshauptortes Bulle liegt der von Menschenhand geschaffene Greyerzersee, der längste Speichersee der Schweiz, inmitten einer idyllischen Naturlandschaft. Weiter südlich befindet sich das mittelalterliche Hügelstädtchen Greyerz neben einer modernen Schaukäserei. Von hier aus führt die ‘Schoggi-Chäs-Route’ über Broc und entlang der Jaunbach-Schlucht ins Kurörtchen Charmey, wo eine moderne Bäder-Landschaft das Wechselspiel zwischen Tradition und Moderne fortsetzt.


Entdecken

Entlang historischer Wege stehen sie Spalier, die schwarz-weiss gefleckten Aushängeschilder des Greyerzerlands mit ihren bimmelnden Glocken. Kühe prägen nicht nur das Landschaftsbild und die Traditionen der Region, sondern produzieren auch ihr wertvollstes Gut: die Milch für den Käse Gruyère AOP, für die Cailler Schokolade und für den Doppelrahm der Meringues.

Zwei Mal täglich liefern Dut-zende Bauern ihren Ertrag an die Schaukäserei La Maison du Gruyère am Fusse des mittelalterlichen Hügelstädtchens Greyerz. Als Moitié-Moitié Fondue blubbert der würzige Gruyère AOP mit Vacherin Fribourgeois AOP vermischt schliesslich in Restaurants entlang der mittelalterlichen Marktgasse oder wird stückweise auf Käseplatten serviert.

Weniger traditionell geht es ein paar Schritte weiter beim Eingang zur Befestigungsanlage St. Germain zu. Dort hockt ein glatzköpfiges Wesen mit Schutzbrille und Werkzeug als Einstieg zur düsteren Schauderwelt des Horrormeisters HR Giger. Da ist der hauseigene Schlossgeist des uneinnehmbaren Château de Gruyères am Ende des Städtchens schon um einiges weniger furchterregend.

Von Greyerz führt die ‘Schoggi-Chäs-Route’ über Broc, die Heimat der Traditionsfirma Cailler, die Jaunbach-Schlucht und die fjordähnlichen Buchten des Lac de Montsalvens ins traditionsreiche Voralpen-Kurörtchen Charmey. Dort sprudeln historische Quellen in Bädern aus Glas und Stein.

Der Mensch und die Natur haben sich arrangiert, um im Greyerzerland eine Welt zu schaffen, die in der Tradition verankert ist und zugleich auf positive Weise der Moderne entgegen blickt. So liegt der Reichtum der Region heute, neben ihrer natürlichen Schönheit, den Traditionen und den köstlichen Kulturgütern, vor allem in ihrer Vielfalt.

 

Schlafen & Essen

In Greyerz bieten die acht Zimmer des L’Hôtel de Ville Aussicht auf den Markplatz oder in die umliegende Landschaft. Regionale Spezialitäten stehen im ganzen Ort zur Auswahl: Fondue, Älplermaccaroni und Meringues mit Doppelrahm.

 

Erlebnis Greyerzeland

1. La Maison du Gruyère An einem Sonntagmorgen sind in der Schaukäserei in vier grossen Kupfer-Kesseln 10-12 Laibe des Le Gruyère AOP in Vorbereitung. Die Milch – zwölf Liter pro Kilo Käse – stammt von den Kühen der Region.

www.lamaisondugruyere.ch

2. Château de Gruyères Eine Multimedia-Show erzählt die Geschichte des im 13. Jahrhundert erbauten Schlosses und seiner Besitzer, der Grafen von Gruyères, der Freiburger Burgvögte und Präfekten und letztlich der Familien Bovy und Balland.

www.chateau-gruyeres.ch

3. HR Giger Museum Schaurig geht es im Museum des Schweizer Künstlers und Oscar-Preisträgers HR Giger (Alien, Poltergeist 2, Species) zu, dessen Albtraumwelt 1997 in den alten Gemäuern von St. Germain ein neues Zuhause fand.

www.hrgigermuseum.com

4. Maison Cailler In Broc veranstaltet Maison Cailler eine interaktive Reise durch die Welt der Schokolade, die von den Azteken bis in den französisch-sprachigen Teil der Schweiz führt. Dort gründete François-Louis Cailler 1898 die erste Schokoladenfabrik des Landes.

www.cailler.ch

5. Bulle Vom Musée Gruérien führt ein historischer Rundgang am Schloss vorbei und entlang des Marktplatzes durch den Bezirkshauptort Bulle. Dabei verrät das App www.notrehistoire.ch/mobile für iPhone oder Android alles Wissenswerte.

www.la-gruyere.ch/rundgang

6. Greyerzersee Der Fluss Saane speist den längsten Stausee der Schweiz, der mittels ‘Sentier du Lac de la Gruyère’ (Prix Rando 2012) umrundet werden kann. Am nördlichen Ende erhebt sich die kleine Insel Ile d’Ogoz aus dem Wasser und kann im März/April zu Fuss erreicht werden (ansonsten nur über den Wasserweg). www.ogoz.ch

7. Charmey Auf einer Sonnenterrasse über dem Lac de Montsalvens liegt das Voralpendorf Charmey, dessen Quellen heilende Kräfte nachgesagt werden. Les Bains de La Gruyère bestehen aus einem nordischen und orientalischen Bereich sowie zwei Schwimmbecken.

www.bainsdelagruyere.ch

 

Spot Tipps

Was dem Deutsch-Schweizer seine ‘Chilbi’ ist, ist dem Freiburger sein ‘Bénichon’.

Das grosse Volksfest, das letztes Jahr in der Stadt Fribourg statt fand, wird dieses Jahr vom 19. bis 21. September zum ersten Mal in Bulle veranstaltet.

www.benichon.org

 

Pfad der Poya:

Das Wort ‘Poya’ ist im Greyerzerland in aller Munde. Es betitelt Kunstwerke, Restaurants und auch Spezialitäten des Hauses und bedeutet Alpaufzug. Im Dorf Estavannens wird zu Ehren der Poya traditionell ein Volksfest veranstaltet.

Passeport La Gruyère:

Ganzjährig kann man die Vielfalt der Region preisgünstig mit dem ‘Passeport La Gruyère’ erleben. Zwei Nächte inklusive Willkommens-Getränk, Greyerzer-Frühstück, Fondue-Abend und touristischen Eintritten sowie Rabatte für die Bergbahnen und verschiedene sportliche Aktivitäten: ab CHF 119/Person.

 

Praktisches

Anreise mit dem Zug oder Auto nach Greyerz, dann weiter mit dem Bus oder zu Fuss zur historischen, autofreien Altstadt. Parkplätze stehen gratis zur Verfügung.

 

Weitere Informationen:

La Gruyère Tourisme

Place des Alpes 26

1630 Bulle

+41 (0) 848 424 424

info@la-gruyere.ch

www.la-gruyere.ch

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Wo essen?

Regionale Spezialitäten stehen im ganzen Ort zur Auswahl: Fondue, Älplermaccaroni und Meringues mit Doppelrahm

Wo schlafen?

In Greyerz bieten die acht Zimmer des L’Hôtel de Ville Aussicht auf den Markplatz oder in die umliegende Landschaft.

Text: Carina Scheuringer
Fotos: Carina Scheuringer






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