Flims Laax Falera: Freestyle Destination – Die grosse Freude


Unglaublich! So lange musste ich warten. Mit einer iPhone „countdown” App habe die Tage herunter gezählt. Die Vorfreude war riesengross. Und nun ist es endlich soweit! Jetzt liegt Aufregung in der Luft. Jedem ist ein breites „smile” ins Gesicht geschrieben. Es ist wieder Zopf-Zeit: das heisst, meine Haare müssen aus dem Weg!


Endlich darf ich meine neue Skijacke anziehen und meinen Helm mit meiner geliebten Oakley- Brille aufsetzen. Sogar auf meine Skischuhe freue ich mich –ja, die Vorfreude kennt wirklich keine Grenzen. Meine „Twintips” –Freestyle-Skis die vorne und hinten hochgebogen sind, sodass ich auch rückwärts fahren kann –habe ich schon vor Wochen aus dem Keller geholt –jederzeit bereit für den ersten Schnee in Laax.

 

Heute geht es los!

Früh morgens laufe ich mit meiner Familie und meinen Freunden –die alle ebenso süchtig nach Schnee sind, wie ich –zur Talstation der Bergbahnen Flims. Ungeduldig warten wir dort, bis sich die Türen endlich öffnen. Es ist jedes Jahr dasselbe. Jedes Jahr dieselben Gesichter. Wir sind alle startbereit.

Dann ist es endlich soweit. Kaum sind die Türen der Bergbahn-Station offen, rennen wir –ja, wir rennen wie die Verrückten, denn jeder will der Erste sein –die Treppen hoch zum Drehkreuz. Mein Saisonticket piepst und ich bin durch. Sekunden später stehe ich in der Gondel des Arena Express. Ich bin natürlich in der Allerersten –so wie es sich für eine Einheimische auch gehört.

In der Gondel wird darüber diskutiert, welchen Ski man dabei hat, was das neueste technische Highlight der Saison ist –und was man über den Sommer gemacht hat, um sich die Zeit bis zum ersten Schneefall sinnvoll zu vertreiben.

Endlich in Plaun, der Zwischenstation zum Crap Sogn Gion, angekommen, stellen wir allesamt wahrscheinlich einen neuen Weltrekord im Skianschnallen auf und spurten im schnellstmöglichen Laufschritt zur Station des Sesselliftes.

 

Der grosse Tag

Als ich das erste Mal wieder auf dem Sessel Platz nehme und meine Stöcke und den Rucksack hinter mich lege (Achtung –das funktioniert nicht bei jeder Haube, wie schon so mancher Fahrgast leidvoll erfahren musste), fühlt es sich an, als würde ich vor lauter Glück platzen. Mit einem Ruck fährt der Sessel aus der Station. Der Wind bläst sanft, aber kalt ins Gesicht. Der spezielle Duft des Winters liegt in der Luft. Und unter mir liegt der erste Schnee.

 

Oben angekommen, werden alle Rucksäcke in eine Ecke geworfen. Heute ist kein normaler Skitag. Niemand wartet auf den anderen. Keiner hat auch nur eine Sekunde zu vergeuden. Jeder fährt für sich und so schnell es nur geht die Plaun Piste hinunter –ohne auch nur eine einzige Kurve. Das Gefühl ist unbeschreiblich –ein Gefühl der grenzenlosen Freiheit. Man ist erlöst, wird richtig emotional.

 

No friends

Am ersten Tag der Saison herrscht ein ähnliches Motto wie an Tagen mit Neuschnee: „No friends on powder days.” Erst in Plaun warten wir auf einander. Kurz nacheinander treffen alle ein. Sie sind „geflasht”, reden wild hin und her, wie schnell sie doch waren und wie cool das doch war.

Wenn wir nach der nächsten Fahrt mit dem Sessellift wieder oben am Crap Sogn Gion stehen, ist es gleichgültig, ob nun auch schon andere Fahrer vor Ort sind. Am ersten Schneetag zählt nur, die Ersten zu sein. Das ist jedes Jahr unsere gemeinsame, unausgesprochene Mission. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben.

 

Unser zweites Zuhause

Zufrieden sammeln wir am Crap Sogn Gion die achtlos verstreuten Rucksäcke ein und fahren zum „CaféNo Name.” Das Caféist sozusagen das zweite Zuhause eines jeden Freestylers oder Kaffee-Liebhabers. Schwer vorstellbar, dass das Gebäude ursprünglich der Fäkalien-Speicher des Bergrestaurants war!

 

Einen grossen Teil meines noch jungen Lebens habe ich bereits hier verbracht, meine schönsten Stunden und Erfolge im Park mit einer „Schoggi Melange” (oder einer kalten Caramel-Milch, die ich immer bestelle, obwohl es sie offiziell gar nicht gibt) gefeiert, meine Verletzungen begutachtet oder mich wieder aufgewärmt.

 

Selbst bei schrecklichstem Wetter gehe ich auf den Berg –wenn auch nur auf den Crap Sogn Gion, um ein paar Stunden im „CaféNo Name” mit Freunden UNO zu spielen und schliesslich kurz vor 16:00 Uhr wieder ins Tal zurück zu fahren. Besser als den ganzen Tag nur zu Hause zu sitzen!

 

Grosser Nervenkitzel

Doch am ersten Schneetag der Saison haben wir keine Zeit, um UNO zu spielen. Im „CaféNo Name” verstauen wir unsere Rucksäcke im unteren Bereich und entscheiden uns, welchen der vier Snowparks wir zuerst fahren werden. Für mich persönlich ist die Antwort einfach. Ich habe mich schon lange entschieden und so geht es auf zu den mächtigen „Kickern” (Schanzen).

Beim ersten „Run” schaue ich mir die gigantischen Strukturen nur an, von vorne und der Seite. Ich bin immer wieder aufs Neue beeindruckt –und auch ein wenig verunsichert. Sollen wir wirklich die grössten „Kicker” zuerst machen?! „Natürlich!”, lautet die Antwort der Jungs, mit denen ich normalerweise unterwegs bin. Ein paar sind bereits direkt gesprungen. Doch ich schaue zuerst lieber einmal zu.

Als ich schliesslich wieder zum Lift fahre, kommt der erste Spruch von einem meiner Brüder: „ich solle mich nicht so anstellen, da müsse ich jetzt auch rüber.” Dafür dürfe ich sogar direkt hinter ihm fahren –was für eine Ehre, wenn auch nur, weil es der erste Tag ist! Doch ich bin froh, denn ich kann die Geschwindigkeit anfangs nicht einschätzen. Und fliegt man nicht richtig weit, kann es sein, dass man im „flat”, dem Flachstück nach der Landung, oder auf dem „table”, das ist der Schanzentisch, landet. Beides schmerzhaft –und typische Anfängerfehler.

Schon im Lift wird mir mulmig. Mein Bauch verkrampft sich, meine Beine sind wackelig: ich bin nervös. Wird alles klappen? Werde ich stürzen? Kann ich überhaupt noch Skifahren? Und was ist wenn…doch dann höre ich eine kleine Stimme und diese ruft mir zu: „Jetzt reiss dich zusammen, du hast es schon tausend Mal gemacht!” Und so fahre ich wieder zum „Kicker.”

Wir stehen oben am „Kicker.” Mein Bruder fragt, ob er nun losfahren könne, doch ich bitte ihn noch kurz zu warten. Ich muss mich erst sammeln. Ja, er hat schon recht, ich stelle mich echt an. Aber ich bin auch ein Mädchen. Das darf ich doch?

 

Ready to go

Langsam wird er ungeduldig und ich gebe das Okay, dass ich „ready” bin. Ich richte die Brille nochmals und dann geht’s los. Ich fahre direkt hinter ihm, bremse genau gleich viel wie er und an den gleichen Stellen. Dann geht’s auf den Kicker, der mir auf einmal extrem steil erscheint. Vor mir ist mein Bruder bereits in der Luft. Ein letztes Mal habe ich Zweifel, doch es ist schon zu spät. Auch ich bin in der Luft. Mein Kopf ist frei, ich höre nichts. Einen Moment später mache ich mich schon bereit für die Landung. Und das war er, der erste Sprung!

„So schlimm war es doch gar nicht, oder?”, meint mein Bruder im Auslauf. Natürlich stimmt das, doch zittern meine Beine wie verrückt, aber das muss ich ja nicht gleich zugeben.

Wenig später geht es einmal mehr in die Luft und ich überlege mir, wie es nun weiter geht. Denn kaum habe ich die erste Hürde übersprungen, folgt bereits die nächste. Und ich weiss, ich will mehr! Darum mache ich einen Plan. Drei Mal werde ich„straight” (gerade) über den „Kicker” fahren. Wenn alles gut klappt und ich mich in der Luft sicher fühle –dann versuche ich den ersten 360er der Saison. Ich teile meinen Plan vorsichtshalber mit meinem Bruder, der nur meint: „Ja, mach einfach, aber spring bitte richtig ab.”

Ich werde es versuchen. Nun fährt natürlich niemand mehr vor mir. Ich habe genügend Zeit, oben am „Kicker” so lange zu warten, wie ich will und mich mental vorzubereiten. Jeder hat seine eigene Strategie, doch ich brauche immer etwas Zeit. Ich leere meinen Kopf, höre vielleicht Musik, die mich „pusht” und schliesslich macht es „click” im Kopf. Dann weiss ich, dass ich jetzt bereit bin.

 

Adrenalin-Kick

Nun muss es schnell gehen. Die Ohrenstöpsel müssen raus, das iPhone wird weggepackt. Ich richte die Brille und gebe das Handzeichen für den Start. Dann geht’s los. Die Energie, die durch meinen Körper rauscht, ist noch viel grösser als beim ersten Sprung. Der „Kicker” kommt immer näher und dann: der Absprung. Ich hole aus, springe ab, drehe mich, sehe den Kicker, drehe mich weiter bis ich wieder die Landung sehe und setze auf.

Der Adrenalin-Kick folgt augenblicklich. Mein Herz schlägt wie verrückt, dreht völlig durch. So lange habe ich auf diesen Tag warten müssen –und nun war er einfach perfekt. Und das Allerbeste ist, dass es nun so weiter geht: für ganze vier Monate!!

 

Freestyle Academy

„2003 wurde die Freestyle Academy mit der Vision gegründet, fundierte Trainingsmöglichkeiten für Kids und Jugendliche auf dem Schnee anzubieten.”

Dazu wurde ein Trainingsprogramm ent- wickelt, das jungen Freestylern helfen soll, „Tricks sicher und nachhaltig zu lernen und dabei eine Menge Spass zu haben.”

www.freestyleacademy.com

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Was unternehmen?

Spot Tipps

Burton European Open (27.1. –1.2.)

European Freeski Open (18. –21.3.)

Praktisches

Vorsaison: ab November

Wintersaison: 20.12.2014 –06.04.2015

Frühjahrssaison: 07.04.–12.04.2015 täglich ab Talstation Laax und Flims (Arena Express)

 

Reservation:

+41 (0)81 927 77 77

Gästeinformation:

+41 (0)81 920 92 00

www.laax.com

Angebot

235km Pisten, 29 Anlagen,

4 Snowparks, Superpipe (die grösste der Welt) und Minipipe

5 beschneite Talabfahrten

19 Bergrestaurants und 8 Schneebars

Ski- & Snowboardshule

Ami Sabi Schneewunderland

Kinderbetreuung

6 Vermietstationen im Tal und am Berg

Freestyle Academy

 

Good to know

LAAX+: Aktuelle Liftticket-Angebote

LAAX Inside: Wetterbericht, Pistenplan, Anlagestatus, Staumelder und Newsfeed

Happy UP: Lookbook, Insidertipps

Text: Christina Ragettli
Fotos: zVg






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