Flims Laax Falera: Familiendestination – Ein Kinderspiel


Früh morgens ist der erste Gang zum Fenster. Erwartungsvoll lässt Steve Sheldrake dort den Blick über die erwachende Bergwelt schweifen. Hat es womöglich geschneit? Ist es vielleicht wolkenlos?

Es ist erst Dezember, doch herrscht bereits tiefster Winter. Väterchen Frost hat der Region Flims Laax Falera letzte Nacht zum dritten Mal in Folge die kalte Schulter gezeigt und mit vierzig Zentimeter Neuschnee seine Macht demonstriert. Verheissungsvoll leuchten die weissen Hänge in der warmen Morgensonne. Die prächtigen Tschingelhörner strahlen zu Steve hinab –und dieser strahlt begeistert zurück.


 

Der gebürtige Engländer zählt zum Kreis jener Menschen, die Leidenschaften besitzen und diese auch ausleben. Zumindest zeitweise. Von Montag bis Freitag ist Steve ein typischer Städter. Er arbeitet als IT Direktor in Zürich, fährt einen von zwei Mini Cooper und trägt glatt gebügelte Hemden.

 

An Wochenenden ist dies anders. Da schlüpft der 45-Jährige in seine neongrünen, verknautschten Burton-Pants und zieht in der alpinen Höhenlandschaft Graubündens Spuren in den Pulverschnee. Dabei sucht Steve keineswegs das grosse Abenteuer, sondern bevorzugt vor allem Erlebnisse, die er mit seiner Familie teilen kann.

 

Kleine Höhenflüge

Das war nicht immer so. Noch vor einigen Jahren stand Steve schon beim Lift, ehe der erste Sessel die Talstation verliess. Er liebte es, in aller Herrgottsfrühe auf dem Berg zu sein und inmitten der unberührten Natur an seine Grenzen zu gehen. Damals war keine Schräglage zu gefährlich, keine Abfahrt zu schnell. Der Kick wartete im Tiefschnee und im unwegsamen Gelände.

Heute lächelt er insgeheim stolz, wenn sein Sohn Niklas ungeduldig am Frühstückstisch zappelt und ihm erklärt, dass er nun endlich bitte wie die Grossen im „Snowpark” Tricks ausprobieren möchte. Der sechsjährige Niklas ist ein geborener Freestyler.

Schon bei der ersten Ski-Lektion vor zwei Jahren überholte der talentierte Knirps eine Ski-Schulgruppe ganze fünf Mal, ehe diese denselben Hang ein Mal meistern konnte. Er liebt es, in wildem Zickzack durch den Wald zu rasen und natürliche Sprungschanzen aufzuspüren. Auf die Idee, einfach nur gemütlich hinunter zu fahren, kommt er nicht.

Deswegen besucht Niklas auch regelmässig in der Skischule den Kurs für fortgeschrittene Kinder auf dem Berg. Schliesslich wird er dort nicht nur in Sachen Fahrtechnik, sondern auch in Punkto Sicherheit geschult.

Ein mulmiges Gefühl hat seine Mama Angela Sheldrake-Zuccolini dennoch, wenn es der Dreikäsehoch beim Kinder-Skirennen so richtig krachen lässt. Trotzdem ist sie schlussendlich natürlich mächtig stolz auf ihn.

 

Zukunftsträchtige Region

Dass Niklas ein Naturtalent ist, überrascht kaum, fliesst auch Bündner Blut in seinen Adern. So stammt Mama Angela aus der Nähe von Thusis und fährt Ski, als wäre es das Natürlichste auf der Welt. Es war ihr Wunsch, auch ihre Kinder in Graubünden zu verwurzeln und ihnen eine ebenso enge Beziehung zur Bergwelt zu ermöglichen, welche auch ihr eigenes Leben prägt.

Tatsächlich war es hier in Flims –zwischen den Stationen Foppa und Naraus –dass Angela vor nunmehr zehn Jahren eine wegweisende Entscheidungen fällte: nämlich die, nach Zürich zu gehen. „Ich weiss es noch ganz genau”, schmunzelt sie und zeigt auf der Karte jene Stelle, an der sie im Schnee sass und ins Dorf blickte.

Dass sich nun der Kreis wieder geschlossen hat, ist keineswegs Zufall. Flims Laax Falera ist eine Region, in der die Zukunft Tradition hat. Schon früh erkannte man hier das Potential, in die Generation von morgen zu investieren und war stets bemüht, eine Erlebniswelt zu schaffen, die integriert anstatt auszuschliessen.

Deshalb treffen heute an Skiliften Snowboarder auf Skifahrer und Familien auf Freestyler. 29 Anlagen mit insgesamt 235 Pistenkilometern und vier Snowparks bieten allen Sportlern genügend Platz, ihren Leidenschaften zu frönen. Siebzig Prozent der Pisten befinden sich auf über 2’000 Höhenmetern und gelten somit als „schneesicher.” Die restlichen Gebiete können, bei passenden Temperaturen dank der Speicherseen relativ einfach beschneit werden.

 

Im Reich der Schneekönige

Nach dem Motto „glückliche Kinder bedeuten glückliche Eltern”, ist auch für das Wohl der Allerjüngsten gesorgt. Während Niklas mit dem Spielplatz der Grossen liebäugelt, lässt sich seine kleine Schwester Sophia in einer von drei Schneewunderländer in die Märchenwelt von Ami Sabi entführen, bevor auch sie nach wenigen Übungstagen auf den Berg darf.

Wenn beide Kinder gut versorgt sind, steigen Steve und Angela schliesslich zufrieden in den Sessellift. Auf dem Vorab glacier auf 3’018 Höhenmetern pfeift ein frischer Wind durch die Bergwelt. Der Blick kippt entlang weiter Hänge vertikal ins tiefe Tal.

Angela schnallt die Skier an, rückt ihre Brille zurecht und schwingt mit eleganter Leichtigkeit talwärts. Steve biegt nach wenigen Metern auf der Piste seitlich ab und verschwindet in einer glitzernden Pulverschnee-Wolke. In der Talstation angekommen, sind sich beide, mit einem kurzen Blick auf die Uhr, einig: „Noch einmal?” „Aber sicher!”

Zu Mittag ist die Familie im Bergrestaurant Crap Sogn Gion oder in Nagens wieder vereint. Zumeist reicht die Energie der kleinen Sophia nur noch für eine gemeinsame Abfahrt zurück ins Tal. Dort haben sich alle ihre „heissi Schoggi” redlich verdient. Nur Niklas wird nach kurzer Zeit wieder unruhig: „Noch einmal?” fragt er hoffnungsvoll. Und an Tagen, wo die Antwort „Aber sicher!” lautet, freut sich Niklas wie ein Schneekönig.

 

Insider Tipps der Familie Rhyner aus Flims:

„Wir leben gerne in Flims, da es hier so viele unterschiedliche Sportmöglichkeiten direkt vor der Haustüre gibt”, verrät Susy Rhyner, die als 20-Jährige nach Flims kam und Ehemann Peter, einen gebürtigen Flimser kennenlernte. Susy und Peter haben vier Kinder: drei Töchter und einen Sohn –Ladina (21), Ursina (19), Flurina (15) und Fadri (9) –und verraten gerne ihre Insider Tipps:

Skifahren und Snowboarden: Der Spalegna-Lift auf der Flimser-Seite oder der Tellerlift in Nagens sind ideal für Anfänger. Auf dem Crap Sogn Gion vergnügen sich vor allem Jugendliche in den Parks. Cassons ist ein fantastischer Ausgangspunkt für Skitouren für die gesamte Familie.

Schlitteln und Eiskunstlauf: Die Schlittelbahn in Foppa ist immer wieder ein Hit! Vor allem das Nachtschlitteln ist besonders beliebt. Für Kurvenkünstler gibt es in Flims auch eine Eiskunstbahn.

Langlauf: In Bargis befindet sich eine wunderschöne Langlaufloipe. Wer keine Langlauf-Utensilien hat, kann diese oben mieten. Bei ausreichender Schneelage sind die Loipen auch im Flimserwald zwischen Trin und Flims gespurt.

Speisen und Getränke unterwegs: Die Segneshütte ist zu jeder Jahreszeit ein familienfreundliches Bergrestaurant und sind auch Kinder herzlich willkommen. Im Sommer trifft man uns des Öfteren auf der Runcahöhe, in Bargis oder im Caumasee-Restaurant. Im Winter sind wir auch in Nagens.

Abendessen im Dorf: Wenn wir im Dorf ausser Haus speisen, bevorzugen wir die Pizzeria ‘Veneziana’oder das ‘Des Alpes.’

 

Spot Tipps

Die Ferienregion Flims Laax Falera trägt das Gütesiegel ‘Familien willkommen’des Schweizer Tourismusverbands.

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Wo essen?

Insider Tipps der Familie Sheldrake aus Zürich:

Restaurant-Geheimtipps am Berg: Nagens, Startgels

Restaurant-Geheimtipps in Flims: Il Forno, Diltut, Pomodoro

Lieblings-Cafés in Flims: CaféLivingruhm, La Legna

Tipp für Nicht-Skifahrer: Naraus –Restaurant und Panoramaweg

 

Insider Tipps der Familie Rhyner aus Flims:

Speisen und Getränke unterwegs: Die Segneshütte Bergrestaurant. Im Sommer trifft man uns des Öfteren auf der Runcahöhe, in Bargis oder im Caumasee-Restaurant. Im Winter sind wir auch in Nagens.

Abendessen im Dorf:  Pizzeria ‘Veneziana’oder das ‘Des Alpes.’

Was unternehmen?

Insider Tipps der Familie Sheldrake aus Zürich:

Liebster Übungslift: Nagens (Anfänger), Spaligna (ein Level höher)

Liebste Abfahrt mit den Kindern: No18 von Nagens zur Talstation Flims

Liebstes Abfahrt ohne Kinder: Vorab Glacier über Plaun zur Talstation Flims

 

Insider Tipps der Familie Rhyner aus Flims:

Skifahren und Snowboarden: Der Spalegna-Lift auf der Flimser-Seite oder der Tellerlift in Nagens

Schlitteln und Eiskunstlauf: Die Schlittelbahn in Foppa. Für Kurvenkünstler gibt es in Flims auch eine Eiskunstbahn.

Langlauf: In Bargis

 

Text: Carina Scheuringer
Fotos: Steve & Angela Sheldrake, zVg






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