Elm, Glarus: Tschinglen-Wirtschaft – Glarner Hüttentraum


So also sieht es aus, das weltberühmte Martinsloch… Wir stehen an der Bergstation ‚Niederen’, 1’480 Meter über dem Meeresspiegel, und blicken gebannt nach oben. Dort leuchtet in der unwirtlichen Felswand der mächtigen Tschingelhörner ein geheimnisvolles Fenster. Atemberaubend steil ist der Weg nach oben, doch liegt unser heutiges Tagesziel nur einen Fussmarsch entfernt. Denn Gipfelglück gibt es nicht nur an der Bergspitze. Zauberhaft und entrückt wirkt auch die ursprüngliche Landschaft der Tschinglen-Alp selbst.


Wir packen die Wanderstöcke weg und lassen den Blick über die bildhübsche Alp schweifen. Vor uns wogt ein buntes Blütenmeer; dahinter gurgeln wilde Naturbäche und stürzen sich brausende Wasserfälle ins Tal. Seit Jahrhunderten wird das idyllische Hochtal über dem Glarner Dorf Elm in mühevoller Handarbeit von Alpheuern bewirtschaftet. Im Alpsommer offenbart es sich dem Wanderer als blühendes, duftendes Paradies fernab vom geschäftigen Alltag.

Vorbei an urigen ‚Ghaltigen’ (Heuspeichern) erreichen wir die heimelige Tschinglen-Wirtschaft, die einzige Bergwirtschaft auf der Anhöhe. Hier bewirtet seit Pfingsten die Glarnerin Susi Zentner ihre Gäste mit einem zufriedenen Lächeln. Denn mit der Pacht der Jahrhunderte alten Wirtschaft hat sich die ehemalige Tourismusdirektorin von Braunwald einen persönlichen Traum erfüllt.

„Es war eine Herzensangelegenheit“, erklärt sie. „Als Kinder waren wir oft hier. Die Alp war der Lieblingsort meines Vaters und seine Asche wurde hier verstreut. Auch hatte ich einen Onkel, der auf der Tschinglen-Alp Alpheuer war.“

Mit viel Liebe und Fleiss hauchte die 52-Jährige der knorrigen Holzhütte in kürzester Zeit neues Leben ein. So ist es wohl wenig überraschend, dass an einem sonnigen Samstagnachmittag reger Betrieb auf der neu errichteten Terrasse herrscht. Tellerweise werden Grillwürste, Salat und selbst gebackenes Brot durch die Runde gereicht. Die Stimmung ist ausgezeichnet; das Lob für Susi gross. Denn nicht weniger gemütlich und einladend offenbart sich auch die Hütte selbst, in der – über der warmen Stube – ein schönes Bettenlager zum Verweilen einlädt. Susis Vater wäre sicherlich mächtig stolz.

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Wo schlafen?

Tschinglen-Wirtschaft

Tschinglen-Alp bei Elm

+ 41(0)79 505 59 53

wirtschaft@tschinglenbahn.ch

 

Übernachtung ohne Frühstück: CHF 22

Übernachtung mit Frühstück: CHF 32

Übernachtung mit Halbpension: CHF 55

Regionale Küche mit regionalen und hausgemachten Produkten

Reservation: telefonisch oder per E-Mail

 

Saison: Ende Mai bis Mitte Oktober

Text: Carina Scheuringer
Fotos: Sam Anderson und Annemarie Leiser






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