Das fortschrittliche Flims Laax Falera: Tradition – Wellenlängen voraus


In Laax bewegt man sich gerne neben der Spur. Denn das Bündner Bergdorf ist eine Hochburg der Wegbereiter. Und diese sind aus Tradition fortschrittlich.


Alles begann mit einer Welle. Vor 4’000 Jahren erlebten die Polynesier eine Revolution. Sie lernten, dass man auf Hoher See nicht nur fischen, sondern auch Spass haben konnte. Mit dem Surfen setzten sie fortan selbst eine Welle in Bewegung, deren Ausläufer heute bis auf dreitausend Höhenmeter hoch schwappen.

 

Spass verstehen

In Zürich liess sich der junge Reto Poltéra schon im Kindesalter mitreissen. Seinen ersten Urlaub am Meer verbrachte er damit, auf einer Luftmatratze bäuchlings Wellen zu reiten. Zuhause las er mit Begeisterung über Skateboards, mit denen man „auf der Strasse surfen konnte.”

Dann tauchte eines Tages in der Garage des elterlichen Wohnhauses ein ‘Snurf’–der Vorreiter des Snowboards –auf. Ohne lange zu fragen, schnappte sich Reto das 1.20 Meter lange, 15 Zentimeter lange Brett und glitt den Hügel vor dem Haus hinab. Damit war die Liebe zum „Surfen auf dem Schnee” entfacht.

 

Auf einer Wellenlänge

Reto wurde nicht nur zu einem Pionier des neuen Wintersports, sondern auch zu einem seiner „Shaper.” In einem der ersten Snowboardshops Europas –der heutigen ‘Snowboard Garage’in Thalwil –präparierte und reparierte er Bretter und mitbegründete später eine der ersten Snowboardschulen des Landes.

Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Wege von Reto Poltéra und Reto Gurtner kreuzen sollten. Denn der Chef der Weisse-Arena-Gruppe war seinerseits der Erste im ganzen Alpenraum, der Snowboarder mit offenen Armen willkommen hiess. Er hatte sich im amerikanischen Squaw Valley selbst mit dem Virus angesteckt.

Die beiden Retos waren sich schnell einig. Der Zürcher sollte in Laax eine Snowboard-Garage erstellen –aber auch gleichzeitig einen Snowpark bauen. So lieh sich der gelernte Carossier einen Nachmittag lang eine Pistenmaschine aus und schob Schneehaufen zusammen. Dann begann er zu bauen. „Wir haben alles genommen, was günstig war. Ölfässer, alte Autos oder Paletten”, erinnert er sich schmunzelnd.

Das Resultat liess auch die schärfsten Kritiker verstummen. Immer zahlreicher wurden die jungen Leute, die voller Enthusiasmus nach Laax strömten. So liess Gurtner ihnen einen Palast –den sogenannten Rider’s Palace –bauen, in dem sie günstig, aber auch stilvoll schlafen konnten. „Du kannst nicht einfach eine Pipe oder einen Snowpark bauen und denken, dass es damit getan ist”, erklärt Reto. „Laax setzte von allem Anfang an auf ein nachhaltiges, qualitativ hochwertiges Gesamterlebnis. Und das macht den grossen Unterschied.”

 

Laaxer Höhenflüge

Als der restliche Alpenraum schliesslich nachzuziehen begann, hatte sich Laax schon längst als ein Hotspot der Snowboarder- und Freeskier-Szene etabliert. Gurtner hatte, gemäss eigenen Worten, den „Berg neu konfiguriert” und das Durchschnittsalter seiner Gäste um zehn Jahre heruntergeschraubt.

Nun gehören die einstigen Pioniere der heutigen Freestyle Szene wohl zu den alten Hasen. Auch wenn man ihnen das nicht anmerkt, haben sie nicht alle einen jugendlichen Geist gemein. „Shapers” sind sie so weiterhin –wenn auch auf andere Weise. So wurde Reto im Jahr 2005 in die Geschäftsleitung der Weissen Arena Gruppe gerufen und verantwortet seither den Bereich Sport und Freizeit.

In dieser Rolle ist es seine Aufgabe, sich immer wieder Neues einfallen zu lassen, um den jungen Gästen in Laax spannende Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Ein besonderer Coup gelang dem Team dabei mit der sogenannten Freestyle Academy, der ersten Freestyle-Halle Europas, in der ambitionierte Freestyler unter sicheren Bedingungen üben können. Schon Sechsjährige landen hier in der Schnitzelgrube.

 

Vorreiterrolle

Mit vier Snowparks (inklusive 90 Obstacles), einer Pro-Kicker-Line in olympischer Grösse und, ab der kommenden Saison, einer neuen Superpipe –mit 200 Metern der längsten Halfpipe der Welt –ist Laax ein Freestyle-Resort der Superlative. Jedes Jahr treffen sich hier die Grössen der Szene –so zum Beispiel bei den Burton European Open und European Freeski Open –und inspirieren mit ihren Tricks die Generation von morgen.

Und für diese haben Reto Poltéra und Reto Gurtner schon selbst jede Menge neuer Ideen. Schliesslich ist die einzige Konstante für „Shaper” die stete Veränderung. Dies macht sie zu den Pionieren unserer Zeit.

« Zurück

Wo essen?

CAFÉ NO NAME

Crap Sogn Gion

7032 Laax

+41 (0)81 927 73 44

www.laax.com

Hier trifft sich die Szene, denn das CaféNo Name auf dem Crap Sogn Gion bietet die beste Sicht auf die Superpipe und die Snowparks.

BERGHAUS NAGENS

Nagens

7032 Laax

+41 (0)81 927 99 20

www.nagens.ch

Das Bergrestaurant Nagens ist mit seinem vielfältigen Salatbuffet und den frischen Spezialitäten besonders bei Familien sehr beliebt.

RISTORANTE POMODORO

Promenada 24

Flims Waldhaus

+41 (0)81 911 10 62

www.waldhaus-flims.ch

Das Ristorante Pomodoro ist eine typisch familien-freundliche Italianitàmit Pastagerichten nach original italienischen Rezepten und hauchdünnen Holzofen- Pizzen mit marktfrischen Zutaten. Mit grossem Kinderbereich und Kino für die bambini.

Text: Carina Scheuringer
Fotos: zVg und Carina Scheuringer






Kommentare