Adelboden-Lenk: Grenzenloses Wintervergnügen


Skifahren, Snowboarden, Winterwandern oder Schlitteln – Das, was die Region Adelboden-Lenk zu bieten hat, lässt die Herzen von Wintersportfreunden höher schlagen. Auch Familien und weniger sportliche Geniesser kommen hier voll auf ihre Kosten.


Schneekristalle funkeln in der Luft wie Diamantenstaub. Der Himmel ist stahlblau. Ein Tag, wie aus dem Bilderbuch. Neben mir steht auf einem kleinen Holzhocker mit der eingebrannten Inschrift «Hüttenzauber», ein dampfender «Kafi Schnaps». Noch am Morgen stand ich unter dem grauen Winterhimmel am Bahnhof in Zürich. Jetzt ist es gerade mal kurz nach Mittag. Als ich vor einer Stunde unten am Bahnhof an der Lenk – es heisst tatsächlich «an der Lenk» und nicht «in Lenk» – aus dem Zug gestiegen bin, war ich doppelt froh. Einmal, weil schon die Anreise mit der Bahn eine entspannte Angelegenheit war und zum Zweiten, weil der Bahnhof so bequem mitten in dem kleinen, verträumten Örtchen liegt, sodass ich mein Hotel mit wenigen Schritten erreichen konnte. Beim Blick auf die, in weisse Pracht gehüllten Berggipfel rundum, musste ich nicht lange überlegen: Rasch einchecken und dann nix wie rauf auf den Betelberg, den Hausberg von Lenk.

Pisten vom Feinsten 

Nun sitze ich also, auf rund 2’000 M. ü. M., auf der Terrasse des Berghotels Leiterli und studiere den Pistenplan. 42 Kilometer sind es allein auf dieser Seite des Ortes. Die 10er Gondelbahn Stand- Xpress Metsch am anderen Ende von Lenk eröffnet Wintersportfans die ganze Adelboden-Lenk-Region. Ein Skipass reicht aus, um die 69 Anlagen und 205 bestens präparierten Pistenkilometer zu erleben. Damit zählt Adelboden-Lenk zu den Top 3 Skigebieten der Schweiz. Betelberg, wie Metsch, sind übrigens mit dem Ski-Bus bequem zu erreichen, der quasi an jeder Ecke an der Lenk hält.

Ich komme mit dem Pärchen auf den Liegestühlen neben mir ins Gespräch. Sie wohnen in Bern erzählen sie, und schwärmen von Lenk, ihrer Lieblings-Winter-Destination, die sie seit Jahren regelmässig besuchen. «Die Lenk bietet für jeden etwas, insbesondere für Familien, aber auch für Nicht- Ski-oder Snowboardfahrer», lassen sie mich wissen und zeigen lächelnd nach rechts. Dort zieht gerade eine Mutter ihr vor Freude quietschendes Kind auf dem Schlitten den Winterwanderweg entlang – nur einer von unzähligen hier in der Region.

Einladung zum Schlitteln 

Ich hatte mich entschieden, es an meinem Ankunftstag langsam anzugehen und deshalb meine Ski im Tal gelassen. Gestärkt und ausgeruht drängt es mich jetzt allerdings zu etwas Bewegung. Ich verabschiede mich und marschiere den Wanderweg entlang zur Bergstation. Dort stehe ich wenig später vor einer riesigen Schlittenauswahl.

Eigentlich liebäugele ich mit dem klassischen Davoser Holzschlitten. Doch der ältere Herr von der Bergbahn mit dem sonnengegerbten Gesicht strahlt mich an und zeigt auf ein Modell aus Metall. «Diesen da kann ich empfehlen. Der ist bequem, fährt super und lässt sich gut lenken.» sagt er. Also verlasse ich mich auf seinen Rat – er ist offensichtlich ein Fachmann – und greife zu. Nicht gerade eine Augenweide dieses Modell, denke ich. Aber schliesslich kommt es bei einem Schlitten nicht auf das Aussehen, sondern die Fahreigenschaften an.

Wenig später brause ich los, den breiten Weg Richtung Tal entlang, der gleich neben der Skipiste liegt. Ich schlage eine geschickte Kurve um einen Grossvater, der mit seiner Enkelin unterwegs ist. Die beiden geben ein so herziges Paar ab, dass ich anhalte, um kurz mit ihnen zu plaudern und ein Foto zu machen. Obwohl keine Rede davon sein kann, dass der Schlittelweg etwa kurz wäre, bin ich dann doch dank meines Rennschlittens schneller bei der Mittelstation, als gedacht und wiederhole die Tour noch zweimal, bevor die letzte Bergfahrt meinem Vergnügen für heute ein Ende setzt.

Wo sich Talente erproben 

Am nächsten Morgen kann ich es kaum erwarten, auf den Metschstand zu kommen. Dort carve ich eine Weile die Pisten ab, bevor ich am «Gran Masta Park» beim Skilift Brenggen eine Pause einlege. Hier toben sich gerade ein paar Freestyle- Skier und Snowboarder aus. Mit ihren waghalsigen, aber gekonnten Sprüngen bieten sie mir und den anderen Zuschauern ein faszinierendes Spektakel. Und das sollte nicht das einzige an diesem Wochenende bleiben.

Von den Snowboardern, die ich später in der Lobby meines Hotels treffe, erfahre ich, dass sie zur türkischen Nationalmannschaft gehören und speziell zum Snowboardcross-Europacup angereist sind. Ein Ereignis, dass ich mir nicht entgehen lassen kann. Deshalb besuche ich am nächsten Tag den Audi-Skicross-Park. Schon die Jüngsten unter den Junioren zeigen auf der Rennstrecke beachtlichen Ehrgeiz und liefern sich einen spannenden Wettkampf. Nebenan schleifen und polieren die älteren Halbprofis gekonnt ihre Bretter. Beim Zuschauen vergehen die Stunden wie im Flug und für mich wird es Zeit, an die Heimreise zu denken. Als ich ein letztes Mal die Piste ins Tal hinunterschwinge, nehme ich mir vor, bald wieder zu kommen. Denn um alles zu entdecken, was die Region zu bieten hat, reichen drei Tage bei weitem nicht aus. Und das nicht nur zur Winterzeit.

« Zurück

Wo schlafen?

Hotel Kreuz: Herberge mit Herz und Komfort 

Das Hotel Kreuz an der Lenk hat für ein Dreisternehaus eine Menge zu bieten. Gast-freundschaft nimmt man hier persönlich und das Hotel hat obendrein ein grosses Herz für Kinder. Die ideale Lage mitten im Dorfzentrum macht ein Fahrzeug überflüssig und der Skibus hält ebenfalls direkt vor der Haustüre.

Dass die Gäste im Hotel Kreuz den Tag schon mit einem Lächeln beginnen, liegt nicht alleine am gut sor-tierten Frühstücksbuffet. Tages-Zeitung nennt sich das kleine Faltblatt, das jeden Morgen zum Lesen einlädt. Es informiert über das Tagesprogramm des Hotels und enthält kleine Geschichten und Anekdoten. Allesamt liebevoll ausgewählt und täglich auf den aktuellen Stand gebracht. Eine freundliche Geste, stellvertretend dafür, wie wichtig hier Gastfreundschaft ist.

Das Hotel im Chalet-Stil liegt ruhig im Herzen der Lenk und keine fünf Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Es war einst das Geburtshaus des Malers und Kunst-pädagogen Gottfried Tritten. Rund 40 seiner Werke zeugen – ausgestellt im ganzen Haus – von seinem künstlerischen Schaffen. Die 84 Zimmer, mit und ohne Balkon, sind modern und grosszügig eingerichtet; einige auch behindertengerecht ausgestattet und mit dem Fahrstuhl bequem zu erreichen. Besonderen Wert legt man im Hotel Kreuz auch auf kleine Gäste. Diese können sich auf dem hauseigenen Spielplatz oder im speziell eingerichteten Spielzimmer vergnügen. In den fünf geräumigen Familienzimmern schaffen Verbindungstüren, wenn nötig, Privatsphäre für Eltern und Kinder.

Für kulinarische Abwechslung sorgen drei Restaurants: Gepflegt à la carte wird im Restaurant Säumer gespeist. Die Kreuz-Stube, beliebter Treffpunkt für Einheimische, bietet regionale Spezialitäten und Klas-siker. Täglich wechselnde Themenbuffets laden im Buffet-Restaurant zum Schlemmen ein. Der Schlummertrunk danach lässt sich im stimmungsvollen Ambiente der kleinen Hotelbar oder in der gemütlichen Lounge geniessen. Dort kann man übrigens schon ab drei Uhr nachmittags gemütlich dem Apéro frönen.

Wintersportler wissen: Ski- oder Snowboardschuhe sind nicht prädestiniert fürs Spazierengehen. Umso praktischer ist die Tatsache, dass es vom Skikeller des Hotels Kreuz nur ein paar Schritte bis zur Haltestelle des Skibusses sind, der direkt vor der Haustüre stoppt. Dieser Bus lässt auch nie länger als einige Minuten auf sich warten und bedient sowohl das kleine Skigebiet Betelberg, als auch die Gondelbahn Stand-Xpress Metsch. Und wem nach einem anstrengenden Tag auf den Brettern der Sinn nach Wellness steht, kann in der Sauna oder im 17-Meter-langen Schwimmbecken entspannen. Obwohl nicht auf dem letzten Stand, sind sie doch ein Luxus in einem Dreisternehaus mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Hotel Kreuz 

Aegertenstrasse 1 

3775 Lenk 

+41 (0)33 733 13 87 

Doppelzimmer ab CHF 95 

www.kreuzlenk.ch

Was unternehmen?

Skiregion Adelboden-Lenk 

Badstrasse 1 

3775 Lenk 

+41 (0)33 736 30 30 

www.adelboden-lenk.ch 

Tourist Center Adelboden 

+41 (0)33 673 80 80; Tourist Center Lenk 

+41 (0)33 736 35 35; Tourist Center Frutigen 

+41 (0)33 671 14 21 

Die Lenk liegt auf 1’068 Meter windgeschützt am Fusse des Wildstrubelmassivs. 

Spot Tipp: Günstiger für Gruppen: In der Skiregion Adelboden-Lenk erhalten Gruppen ab 10 Personen eine Ermässigung, sowie jede 11. Karte gratis. Anmeldung bis 12:00 Uhr am Vortag zwingend!

 

Snow’n’Rail Adelboden-Lenk

20% Ermässigung auf die Fahrt mit dem Öffentlichen Verkehr nach Lenk im Simmental, Adelboden oder Frutigen und zurück (bitte gewünschten Zielort beim Kombi-Kauf angeben)

10% Ermässigung auf einen 1- bzw. 2-Tages-Skipass für die ganze Region Adelboden-Frutigen-Lenk

15% Rabatt bei Intersport Rent, Intersport Rent Center bei der Talstation Sillerenbühl in Adelboden. 

Angebot gültig: 3. Dezember 2016 bis 

17. April 2017 (gemäss Schneesituation)

Weitere Informationen unter: sbb.ch/snr-adelboden

Spot Tipps

Familienaktion Betelberg Lenk: Jeden Mitt-woch und Samstag gibt es die Familientages-karte für CHF 115. Sie gilt für Eltern und ihre Kinder unter 18 Jahre. 

Familien-Skitagespass Engstligenalp: Fami-lien (2 Erwachsene mit max. 4 Kindern) profitieren diesen Winter vom Spezialskipass für insgesamt CHF 98. 

Entspannen im Lenkerhof-Spa: Der Spa des Hotel Lenkerhof mit seiner Saunalandschaft, dem 34°C warmen Schwefel-Aussenpool und Anwendungen bietet auch Nichthotelgästen Entspannung und Erholung. www.lenkerhof.ch 

Fondue im Schneeiglu: Mit Kerzenschimmer, Fondue und Schweizer Weinen bietet das Iglu auf der Engstligenalp ein Genuss-Erlebnis der besonderen Art. www.fondue-iglu.ch 

Audi Skicross Park: Über Sprünge, Wellen und durch Steilwandkurven dem Ziel entgegen crossen: Am Betelberg Lenk, in Adelboden und im Skigebiet Elsigen-Metsch in Frutigen wird je ein Skicross Park permanent präpariert und ist öffentlich zugänglich

Insider Tipps vom Swiss Ski Team:  Joana Hählen

Die Lenkerin Joana Hählen zählt zu den Zukunfts-hoffnungen des Schweizer Skisports. Sie gehört dem B-Kader von Swiss-Ski an und hat sich auf die Disziplinen Abfahrt und Super-G spezialisiert. Im Interview verrät uns die 24-Jährige ihre Geheimtipps in der Skiregion Adelboden-Lenk:

Was ist das Spezielle an der Region Adelboden-Lenk? 

Hählen: Es ist eines der schönsten Talabschlüsse überhaupt und verfügt über lange und anspruchsvolle Pisten. Ich war schon in vielen Gebieten, doch die Bergwelt bei mir Zuhause begeistert mich immer wieder aufs Neue. Die Leute sind sehr freundlich; man kann gut essen in den gemütlichen Berghütten. Ein schönes, typisch schweizerisches Skigebiet.

Was ist Ihre Lieblingsstrecke? 

Hählen: Hmm (überlegt). Ich mag viele Abfahrten an der Lenk. Meine Lieblingsstrecke ist die FIS-Piste vom Metschsland zur Bahn.

Was ist Ihr Geheimtipp in der Region? 

Hählen: Mein persönlicher Geheimtipp ist die Engstligenalp. Es ist ein wunderschöner Ort für Familien und Menschen, die Ruhe suchen. Auch mir gefällt dort die Ruhe und die spezielle Stimmung – es ist so richtig gemütlich! Ausserdem ist ein Besuch im Fondue-Iglu ein Muss!

Text: Jacqueline Vinzelberg
Fotos: Jacqueline Vinzelberg und zVg






Kommentare