Yoga on Snow: St. Moritz – Ein Sonnengruss im Schnee


In einer vollbesetzten Gondel steht eine Gruppe von Skifahrern zum Ellenbogen-Kampf bereit. Jeder will der Erste sein. Auch meine Nerven flattern. Skifahren war noch nie meine Stärke. Doch flösst mir meine Begleitung Vertrauen ein. Yoga und Schneesport-Lehrerin Sabrina Nussbaum strahlt Ruhe aus. Nicht umsonst nennt man sie den ‘Engel von St. Moritz.’

 


 

Oben angekommen, kämpfen sich Sabrina und ich aus der Gondel und stehen am Rande des Abhangs. Die Piste ist beängstigend steil. Alleine hätte ich nie den Mut, sie in Angriff zu nehmen. Selbst unter der Obhut meines Freundes – meinem ehemaligen Skilehrer – würde ich mich sträuben. Jetzt hole ich zunächst einmal tief Luft und bewundere die Aussicht.

 

Im Tal umrahmen tief verschneite Wälder die gefrorenen Seen von St. Moritz, Champfèr und Silvaplana. Im Schatten der Gipfelwelt scheinen Häuser und Strassen beinahe zwergenhaft zu sein.

 

Wir befinden uns westlich der Bergstation Corviglia, an der drei Kilometer langen, rot beschilderten ‘Paradiso’-Abfahrt. Dies ist einer der Orte, an denen Sabrina abseits der Piste ‘Yoga on Snow’ praktiziert. Sie wird liebevoll der ‘Engel von St. Moritz’ genannt, weil sie in den letzten Saisonen schon vielfach verunglückten Personen zu Hilfe eilte. „Skifahrer bringen Stress auf den Berg. Sie wollen, in kürzester Zeit, so viele Abfahrten, als möglich, bewältigen”, erklärt Sabrina. „Yoga kann ihnen dabei helfen, einen Gang zurück zu schalten und nicht langsamer zu fahren, sondern sich ihrer Atmung und den Bedürfnissen des eigenen Körpers bewusst zu werden.”

 

Ich beginne meine erste Lektion mit ‘Om’ (Ankunft). Ich schliesse die Augen, atme tief und versuche, den Berg (Tadasana) unter meinen Füssen zu spüren. Dann ist es Zeit, über meinen Schatten zu springen. ‘Prana’ (eine Atmungs- und Balanceübung) soll mir helfen, selbstbewusster Ski zu fahren. Bei jedem weiten Schwung setzte ich meine Atmung bewusst ein; bei den kurzen Bogen lerne ich, schnell und rhythmisch wieder auszuatmen. So fahre wohl das erste Mal in meinem Leben angstfrei Ski.

 

Nach ‘Surya Namaskara’ (Sonnengruss) und ‘den Asanas’ (Haltungen, Positionen) beenden wir die Abfahrt mit ‘Savasana’, „dem Schneeengel.” Wir lassen uns rücklings in den Tiefschnee fallen. Wir haben nun beinahe das Tal erreicht und ich fühle mich entspannt – ein Gefühl, dass ich auf Skiern nie für möglich gehalten hätte. Zugegebenermassen war ich anfangs skeptisch, aber die Kombination aus Skifahren und Yoga hat mich wirklich überrascht und letztlich überzeugt!

« Zurück

Spotlight

Suvretta Sports bietet 3-stündigen Ski-Yoga Unterricht am Samstag Morgen und Mittwoch Nachmittag

 

Preis:

CHF 90/Person

 

Privatstunden:

auf Anfrage

 

Budget-Option:

mit dem kostenlosen Leaflet ‘Yoga on Snow’ einfach selbst ausprobieren

Kontakt

Suvretta Sports

Via Chasellas 1

7500 St. Moritz

+41 (0)81 836 61 61

www.yogaonsnow.ch

Text: Emily Mawson
Fotos: zVg und Tim Williams






Kommentare