Winterwandern auf dem Pizol: Geschenkte Gipfel


Heute haben wir einen Gang zurückgeschaltet. Beim Winterwandern auf dem Pizol zählen weder Geschwindigkeit noch Höhenmeter. Vielmehr geht es hier um den befreienden Weitblick, die frische Luft und – vor allem – darum, den eigenen Rhythmus zu finden.


Mark Andersons Herz pocht so laut, dass er es kaum glauben kann, dass ich es nicht höre. Zum einen ist es natürlich die Aufregung. In seiner Heimatstadt Dublin meint man den «Great Sugar Loaf», wenn man vom Berg als solchen spricht. Und dieser ist lediglich 501 Meter hoch. Hier, am Fusse des Pizols in Wangs, hat Mark diese Höhe bereits überboten, ehe er in die Gondel steigt. Bald werden wir auf über 2’000 Meter hochschweben. Für den Iren schon ein Abenteuer an sich!

Zum anderen ist es auch Nervosität. Mark kennt meine Berggeschichten; weiss, dass Höhenmeter oft hart verdient sind und eindrückliche Ausblicke beschwerliche Aufstiege bedeuten. Und nach langer Krankheit zweifelt er, ob ihn seine Beine wohl zu den Postkartenpanoramen tragen können, die er von Bildern kennt.

Ich höre zwar Marks Herz nicht pochen; lese ihm jedoch seine Gedanken am Gesichtsausdruck ab und beschwichtige ihn: Hier auf dem Pizol ist es anders. Ja, man kann auch hier Gipfeln nachjagen – und das ist auch eine Herausforderung; aber alleine des Ausblickes wegen, muss man es nicht tun. Denn auf dem Pizol wird einem, egal ob Gross oder Klein, ob Bergsteiger oder Sonntagsspaziergänger, auf alle Fälle ein unvergessliches Bergerlebnis geschenkt – und das auch ohne grosse Anstrengung!

Der Zauber der Berge 

Als wir an der Bergstation Laufböden aus dem Sessellift steigen, ist Mark im ersten Moment sprachlos. Die Zweifel sind verschwunden. Sein Herz pocht nun nur noch aus Aufregung schnell. An einem klaren Tag, wie diesem, öffnet sich ein herrliches Panorama über das Sarganserland bis weit in das Rheintal. Am Horizont erheben sich – von den Churfirsten über die Glarner bis zu den Bündner Alpen – mächtige Berggiganten und zu unseren Füssen liegt ein flacher, frisch gespurter glitzernder Panoramaweg, der die Pracht in ihrer ganzen Schönheit darbietet. So einfach hat er sich die Berge nicht vorgestellt.

In ganz sanftem Auf und Ab führt die insgesamt vier Kilometer lange, leichte Wanderung von der Sesselbahn Laufböden zur Sesselbahn Pizolhütte und auf der gegenüberliegenden Seite der Sonnenterrasse wieder zurück. Zugleich lässt sie die Blicke immer wieder aufs Neue in die Ferne schweifen, sich in den unzähligen Gipfeln verlieren, bis man den eigenen Rhythmus gefunden hat und das Herz nur noch vor Glück kräftig pocht.

Als wir nach etwa 45 Minuten Gehzeit in der Pizolhütte einkehren, um uns mit einer warmen Suppe zu stärken, strahlt Mark vor Freude. Endet für ihn zwar hier heute die Wanderung, so hat ihm der Pizol doch schon jetzt etwas Unglaubliches geschenkt; das Unmögliche möglich gemacht. Und macht nicht genau das den Zauber der Berge aus?

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Spotlight

Praktisches

Winter-Panoramahöhenweg 

Schwierigkeit: leicht

Terrain: gespurter Weg 

Länge: 4 km

Rundwanderung: ca. 1.5 Stunden 

Ab Talstation Bad Ragaz: Gondelbahn und Sesselbahn bis Laufböden 

Ab Talstation Wangs: Gondelbahn, Sesselbahn Furt-Gaffia, 

Sesselbahn Gaffia-Pizolhütte 

Gondelbahnen: 08:15-16:45 Uhr

Sesselbahnen: 08:30-16:15 Uhr

www.pizol.com 

 

Insider Tipps: Ohne Ski oder Snowboard 

Winterwandern 

Winter-Panoramahöhenweg: Ein 4 km langer, gespurter Weg von der Bergstation Laufböden zur Pizolhütte und zurück 

Wanderweg Pizolhütte-Bölli: 40 Minuten Gehzeit in Richtung Wildseelücke 

Winterwanderweg Prodkopf: Kurzwanderung von etwa einer halben Stunde vom Berggasthaus zu einer Aussichtsplattform 

Winterspazierweg Graue Hörner: Kurzwanderung von etwa einer halben Stunde von der Bergstation Furt bis zum Zürihus und zurück 

Schneeschuhlaufen 

Route 1: 4 km Trail Pardiel – Laufböden, ca. 3 Stunden, anspruchsvoll 

Route 2: 5,5 km Trail Pardiel – Laufböden – Pizolhütte, ca 3.5 Stunden, anspruchsvoll, bis Pizolhütte gespurt 

Route 3: 3 km Panorama-Rundtrail Laufböden – Pizolhütte, flach, gespurt, ca. 1.5 Stunden, leicht 

Schlitteln & Airboard 

3.5 km bis 7 km langer Schlittelweg von Furt nach Maienberg oder bei guten Schneeverhältnissen bis ins Tal 

Nachtschlitteln: Jeden Freitag bis 3. März von 18:00-22:30 Uhr 

CHF 18/Erwachsene, CHF 12.50/Jugendliche, CHF 9/Kind; mit Fondue CHF 38; Schlittenmiete: Sportshop Wachter 

Airboard: 3.2 km zwischen Laufböden und Pardiel; 

Vermietung: Sport Mullis

Kontakt

Pizolbahnen AG 

Loisstrasse 50 

7310 Bad Ragaz 

+41 (0)81 300 48 30 

www.pizol.com 






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