Wildlife-Tour im Welterbe Sardona: Die Natur ruft


Das Unterholz raschelt. Wipfel singen. Alpwiesen pfeifen. Die Natur hat tausend Stimmen. Kurt Walser kann sie nicht nur hören, sondern auch sehen. Ein Blick durch den Feldstecher und schon hat sie der Swiss Ranger erspäht: Die Hirsche auf der Waldlichtung, das Steinwild in den Felswänden, die Greifvögel am Himmel und die Murmeltiere im buckligen Gras. Wer sich mit Kurt auf Wildtier-Beobachtung ins abgeschiedene Weisstannental im Welterbe Sardona begibt, hat viel zu entdecken. 


Unmittelbar nach den letzten Häusern von Weisstannen erreichen wir das gefühlte Ende der Zivilisation. Die schmale Bergstrasse, die von Mels aus in die Abgeschiedenheit führt, hört hier auf. Weiter geht es nur zu Fuss.

Der südlichste Zipfel des Kantons St. Gallen zählt zu den geschützten und touristisch wenig erschlossenen Naturlandschaften der Schweiz. Genau darin liegt sein besonderer Reiz, verrät Kurt Walser. Der Swiss Ranger ist einer von rund 250 Einwohnern des Hochtals am Rande des UNESCO-Welterbes Tektonikarena Sardona. Die Natur ist hier der beste Fernseher.

Es war die Neugierde, die Kurt Beruf und Berufung bescherte. Schon als Kind beobachtete er die Tier- und Pflanzenwelt; wollte sie besser kennenlernen und verstehen. Heute sind dem Swiss Ranger im Auftrag der ProNatura über 90 Schutzgebiete unterstellt. Und das bei einem Arbeitspensum von nur 50 Prozent. Neben Pflegearbeiten und Aufsicht zählt die Öffentlichkeitsarbeit zu seinen zentralen Aufgabenbereichen.

«Es ist wichtig, dass die Bevölkerung den Wert der Gebiete wie dem Weisstannental erkennt, denn nur so kann sie diese auch als schützenswert empfinden und sich für sie einsetzen» erklärt Kurt. Der gebürtige Melser ist einer von zwei «Guides», die ab diesem Frühjahr im Auftrag der Ferienregion Heidiland und dem UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona Wildtier-Touren durchführen und dabei ihr enormes Wissen preisgeben.

Auf dem Weg von Weisstannen nach Batöni hat Kurt heute besonders das Steinwild im Visier. Schliesslich war es beim Rappenloch, wo vor über hundert Jahren die erfolgreichste Artenrettung des Landes gelang, als der zuvor in der Schweiz ausgerottete Steinbock wieder angesiedelt werden konnte – ein Happy End, wie es Hollywood nicht besser hätte inszenieren können und eine Geschichte, so spannend wie ein packender Krimi.

Heute sollen im Weisstannental rund 700 Steinböcke beheimatet sein. Mit dem Experten unterwegs hat man somit beste Chancen, den König der Alpen zu Gesicht zu bekommen – und nicht nur diesen! Mit jedem Blick durch seinen Feldstecher scheint Kurt Neues zu entdecken: Einen Hirsch, eine Gruppe Gämsen, einen Steinadler und ein Murmeltier. Bereits zur Halbzeit unserer Tour haben wir mehr gelernt und gesehen als jemals zuvor bei einer Wanderung – und dabei sei die faszinierende Landschaft noch gar nicht erwähnt! Nun fehlt nur noch einer: Der Steinbock. Und auch dieser lässt sich nicht allzu lange bitten…

 

Wildtier-Touren im Welterbe Sardona

Steinwildtour Weisstannental: Im Weisstannental sind – mit etwas Glück –nicht nur Hirsche, Rehe, Gämsen, Steinböcke und Steinadler zu beobachten. Manchmal ziehen auch Bartgeier ihre Kreise, die seit 2010 wieder in der Welterberegion beheimatet sind. Die Wanderung entlang des Sardona-Welterbe-Weges führt durch eine ursprüngliche Landschaft, vorbei an artenreicher Flora und Fauna zur atemberaubenden Wasserfallarena Batöni und zurück.

  • Daten Sonntag, 10. September 2017// Sonntag, 8. Oktober 2017
  • Zeit 9.15 bis 17.45 Uhr
  • Treffpunkt Postautostation Oberdorf, Weisstannen
  • Verpflegung Mittagessen aus dem Rucksack (selber mitbringen)
  • Kosten CHF 50.00 für Erwachsene, CHF 25.00 für Kinder von 6-15 Jahren

Bibertour: Wer die unermüdlichen Biber im Kiesfang bei Vilters bei der Arbeit an ihrem Bau beobachten möchte, muss früh aufstehen, wird jedoch dafür nach der Tour im Generationenhaus Vilters bei einem Frühstück mit regionalen Köstlichkeiten verwöhnt.

  • Daten Sonntag, 14. Mai 2017 // Sonntag, 13. August 2017
  • Zeit: 6.00 bis 9.00 Uhr
  • Treffpunkt: Novellas Generationenhaus, Vilters
  • Verpflegung: anschliessend Frühstücksbuffet (fakultativ)
  • Kosten: CHF 20.00 für Erwachsene, CHF 10.00 für Kinder von 3-15 Jahren

Auf den Spuren des Bartgeiers: Eine halbtägige Exkursion durchs Calfeisental widmet sich der Suche nach den sechs Bartgeierpaaren, die 2010 hier ausgesetzt wurden.

  • Daten Sonntag, 11. Juni 2017 // Sonntag, 9. Juli 2017
  • Zeit 12.30 bis 17.30 Uhr
  • Treffpunkt Bergrestaurant St. Martin im Calfeisental, Vättis
  • Kosten CHF 40.00 für Erwachsene, CHF 20.00 für Kinder von 6-15 Jahren

Gruppenangebot: Individuelle Gruppentouren (an anderen Daten) auf Anfrage möglich.

  • Kosten pro Gruppe (max. 20 Teilnehmer)
  • CHF 240.00 Bibertour
  • CHF 400.00 Auf den Spuren des Bartgeiers
  • CHF 500.00 Steinwildtour

 

 

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Praktisches

  • Information & Bedingungen: Die Touren finden bei jeder Witterung statt, ausser der Swiss Ranger sagt sie aus Sicherheitsgründen ab. Für die Steinwildtour gibt es ein Ausweichprogramm in der Alten Post in Weisstannen.
  • Ausrüstung: Gutes, festes Schuhwerk, Feldstecher empfehlenswert

Wissen: Ebenso faszinierend, wie das Erlebnis, Wildtiere ungestört in freier Natur zu beobachten, sind die Geschichten und das unglaubliche Wissen der Swiss Rangers. Sie gewähren Einblicke in ihre Arbeit und beantworten gerne diverse Fragen, wie z.B.: Wie eruiert man das Alter eines Steinbocks an seinen Hörnern? Wie unterscheidet man einen Gamsbock von einer Gamsgeiss? Wie gross wird das Geweih eines Hirsches? www.swiss-rangers.ch

Zusatzoptionen: Für Familien mit Kleinkindern wurde in Weisstannen ein kinderwagentauglicher Steinbocklehrpfad realisiert. Ebenfalls in Weisstannen ist in der Alten Post ein innovatives Museum mit Gaststube untergebracht. Vorzüglich speisen lässt sich ausserdem im Restaurant des Hotels Gemse. www.weisstannental.ch

 

Kontakt

Tektonikarena Sardona

Städtchenstrasse 45

7320 Sargans

+41 (0) 81 723 59 20

www.unesco-sardona.ch

 

Heidiland Tourismus AG

Infostelle Bad Ragaz

Am Platz 1, 7310 Bad Ragaz

+41 (0)81 300 40 20

www.heidiland.com

Text: Carina Scheuringer
Fotos: Carina Scheuringer, Steinböcke: Kurt Walser






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