Welterbe-Region Swiss Alps Jungfrau-Aletsch: Wasser verbindet 


Die Welterbe-Region Swiss Alps Jungfrau-Aletsch verfügt über einen einzigartigen Reichtum an Natur- und Kulturlandschaften, ermöglicht durch das Lebenselixier Wasser. Hier wird sogar rotes «Gold» angebaut. 


Als Quelle wichtiger Flüsse und kontinentale Wasser-scheide gilt die Schweiz als Wasserschloss Europas. Das 824 Quadratkilometer grosse Gebiet Swiss Alps Jungfrau- Aletsch, welches 2001 von der UNESCO zum Naturerbe erkoren wurde, ist das Herzstück dieses riesigen Wasserreservoirs. «Es umfasst mit 167 Gletschern die grösste zusammenhängende Eisfläche der Alpen. Kern ist der 23 Kilometer lange und rund 28 Milliarden Tonnen schwere Grosse Aletschgletscher. Die darin gespeicherten Wassermengen würden ausreichen, um jeden Erdbewohner fünf Jahre täglich mit einem Liter Trinkwasser zu versorgen», so Geschäfts-leiter Beat Ruppen anlässlich der Welterbewochen.

Dank des vielen Wassers sind im Welterbe-Gebiet auf einer Meereshöhe zwischen 370 und 4’600 Metern die Vegetations- und Kulturlandschaftsformen so vielfältig, wie sonst nur über viele Breitengrade hinweg. Wenige Kilometer trennen ewiges Eis von mediterran anmutenden Rebterrassen und Felsensteppen, verbunden durch jahrhundertalte, meisterhaft gestaltete Wasserwege (Suonen).

An den Südhängen des Rhonetals reifen südliche Früchte und gedeihen edle Weine. Auf einem Hochplateau in 1’200 Höhenmeter ist das 550-Seelendorf Mund der nördlichste Ort Europas, wo Safran angebaut wird. Seit dem 14. Jahrhundert wächst der wertvolle «Crocus sativus» hier auf einer Fläche von rund 18’000 Quadratmetern und ergibt einen jährlichen Ertrag von einem bis vier Kilo. Eine 1979 gegründete Zunft garantiert den traditionellen Anbau sowie die Verarbeitung per Hand: Sind die zarten violetten Blüten im Herbst gepflückt, beginnt das Zupfen ihrer kostbaren Fäden. Einmal getrocknet, muss das rote Gold die Prüfung der Experten bestehen, ehe es als Ware verkauft werden darf. Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Qualitativ zählt der Munder Safran zur Weltspitze. Das exotische Kraut ist ein beliebtes Gewürz in der Küche und wird lokal vorzugsweise zu Safranbrot, Safrankäse und Safranrisotto verarbeitet.

Neben dem Besuch der etwa neunzig Parzellen, die sich in Privatbesitz befinden, bieten ein eigens konzi-piertes Museum sowie ein Lehrpfad Informationen über diese eigenwillige Pflanze und ihre lange Tradition in Mund. Über das Welterbe insgesamt informiert seit letzten September mit dem «World Nature Forum» von Naters ein innovatives Besucher-, Studien- und Kongresszentrum. Mittels interaktiver Ausstellung wird hier der Forschergeist erweckt und die weitere, persönliche Auseinandersetzung mit der Region gefördert. Dies verspricht unvergessliche Erlebnisse, die draussen in der Natur fortgesetzt werden können.

« Zurück

Spotlight

Rezeptvorschlag: Safranrisotto

Eine feingehackte Zwiebel und eine Knoblauchzehe in etwas Butter anbraten. 300g Risottoreis hinzugeben und dünsten bis dieser glasig ist. 4-5 geschälte, gewürfelte Tomaten, etwas Thymian und 1.5 TL Safranfäden beimengen. 750 ml heisse Bouillon nach und nach zugiessen, sodass der Reis immer knapp mit Flüssigkeit bedeckt ist. Köcheln lassen, bis der Reis al dente ist. Würzen und servieren.

 

Kontakt

UNESCO-Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch 

Managementzentrum 

Bahnhofstrasse 9a, 3904 Naters 

+41 (0)27 924 52 76 

www.jungfraualetsch.ch 

Text: Carina Scheuringer
Fotos: swiss-image.ch/Andreas Gerth, Carina Scheuringer und zVg






Kommentare