Surenenpass: Auf historischen Wegen


Surenenpass Einst stellte der Pass zwischen dem Urner Reusstal und Engelberg eine zentrale West-Ost-Verbindung dar. Heute zählt die Route zu den schönsten Wanderungen der Innerschweiz und widerspiegelt das Jahrtausende alte Zusammenspiel von Mensch und Natur. 


Archäologische Funde bezeugen: Der Surenenpass wurde schon in der Bronzezeit (2’200-800 v. Ch.) als Transit- und Handelsweg benutzt. Der Grund liegt auf der Hand: Trotz seiner Höhenlage auf ca. 2’300 M.ü.M verläuft der Pass vergleichsweise sanft und bietet dadurch einen relativ einfachen Weg aus dem Talkessel von Engelberg. Auch mit dem Einsetzen der Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee behielt der Übergang seine Bedeutung und galt als kostengünstige Alternative zu den teuren Fährschiffen.

Der Weg ist das Ziel 

Mit dem Strassenbau änderten sich die Hauptverkehrs-achsen. Während heute unten im Tal die Motoren brummen, ist oben auf dem Passweg zu den Surenen Ruhe eingekehrt. Wer die historische Route nun begeht, will nicht möglichst preiswert oder schnell nach Engelberg gelangen, sondern die Schönheiten dieses geschichtsträchtigen Weges geniessen. Und an Highlights mangelt es auf der etwa 7-stündigen, anspruchsvollen Wanderung nicht, wie wir aus erster Hand feststellen durften.

Von Attinghausen – jenes Urner Dorf, das bei der Gründung der Eidgenossenschaft eine wichtige Rolle spielte – trägt uns eine kleine 8-Personen Seilbahn in zwei Abschnitten auf die Sonnenterrasse Brüsti auf 1’525 M.ü.M. Unter kundiger Anleitung von Kari Kempf, Jäger und Landweibel des Standes Uri, halten wir unterwegs Ausschau nach Steinwild, welches sich gerne in den Steilhängen aufhalten soll. Doch auch mit der ersten Bahn sind wir schon zu spät. Anstatt Hirsche, Steinböcke und Gämsen begrüsst uns an der Bergstation der nicht minder schöne felsige Geissberg; unser Wegbegleiter zur Passhöhe.

Geschichten am Weg 

Unsere Wanderung beginnt gemächlich. Der gut markierte Kiesweg führt am Berggasthaus «Z’graggen» vorbei zur Grillstelle Nossenboden. Hier folgt nun der erste steile Anstieg zum Gratgädemli, einem gut ausgebauten Gratweg mit schmalen, gesicherten Passagen, die besonders bei schlechten Bodenverhältnissen gute Konzentration erfordern. Links und rechts eröffnen sich atemberaubende Tiefblicke – auf Brunnen und den Mythen gegen Norden und Geissberg und die Alp Waldnacht (die grösste Privatalp im Kanton Uri) gegen Süden.

Nach rund 45 Wanderminuten erreichen wir die «Alp Grat» der Familie Herger. Unweit der Alphütte, in der Wanderer einkehren und nächtigen können, befindet sich eine Informationsstelle, die Einblicke in die prähistorische Siedlungsgeschichte des Gebietes Attinghausen-Geissrüggen gewährt.

Den Kopf voll der vernommenen Geschichten, steigen wir in Richtung Angistock hoch und befinden uns mit einem Male inmitten des Wildgebietes. Mit einem Feldstecher hat man von hier aus besonders früh morgens gute Chancen, auf den Kämmen von Brunnistock und den Tiergärten Steinböcke oder Gämsen zu erspähen, verrät Kari. Am späten Vormittag, wie jetzt, haben sie sich zwar schon in schattigere Gefilde zurückgezogen; zu sehen gibt es dennoch Interessantes: Wir erblicken zum ersten Mal die Passhöhe.

Keine Anstrengung ohne Belohnung 

Nun ist es nicht mehr weit! Nach dem Angistock wählen wir anstatt des steinschlaggefährdeten direkten Pfades über die Geröllhalde den neuen markierten Weg, der zuerst abfällt und dann nach einem anstrengenden Anstieg den höchsten Punkt der Wanderung erreicht. Endlich stehen wir nun auf dem Surenenpass – und die Mühen haben sich definitiv gelohnt! Jetzt, auf 2’291 M.ü.M, ist der Ausblick auf die Schächentaler Alpen und Titlis schlichtweg herrlich. Wir verweilen zu Mittag und geniessen die verdienten Höhenmeter.

Gestärkt und ausgeruht, nehmen wir schliesslich den Abstieg in Angriff und wandern vorbei an der Blackenalp zum Stäuber, wo der Sage nach der Stier einst das Greiss von Surenen besiegt hat. Hier verzweigt sich der Weg entweder über das Stäfeli und Alpenrösli zur Talstation der Fürenalpbahn oder über das Äbnet und der Fürenalp zur Bergstation der Seilbahn.

Unsere Wahl fällt auf erstere Variante und wir folgen dem Stierenbach entlang zu den beiden Berggasthäusern, um uns mit einem Getränk zu erfrischen und weiter zur Talstation, wo ein kostenloser Shuttle-Bus zur Weiterfahrt nach Engelberg bereit steht. Ein absolut unvergesslicher Tag!

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sbb.ch/surenenpass

 

Praktisches: Surenenpass-Wanderung 

Brüsti 1’525 M.ü.M – Gratgädemli 1’820 M.ü.M – Angistock 2’069 M.ü.M – Surenenpass 2’291 M.ü.M – Blackenalp 1’773 M.ü.M – Seilbahn Fürenalp 1084 M.ü.M 

Strecke: 20,7 km // Dauer: 7 Stunden 

Aufstieg: 806 Meter // Abstieg: 1’320 Meter 

Technik: mittel // Kondition: schwer 

Je nach Schneeverhältnissen bis Oktober begehbar. 

 

Interessantes: Die Surenenpasswanderung ist Teil der «Via Alpina», einem 5’000 Kilometer langen Strecken-netz bestehend aus fünf Wanderwegen, die durch acht Alpenländer führt.

Kontakt

Uri Tourismus AG 

Schützengasse 11 

6460 Altdorf

+41 (0)41 874 80 00 

www.uri.info 

 

Text: John Faber
Fotos: John Faber






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