Skigebiet – Splügen – Klein, aber fein


Das Skigebiet Splügen befindet sich für die meisten Unterländer zwar nicht gleich um die Ecke. Jedoch werden jene, die die Reise auf sich nehmen, dafür reichlich belohnt.


Splügen zählt heute so viele Einwohner wie einst Pferde. Nämlich an die 500. Jahrhunderte lang war der Bündner Grenzort ein Knotenpunkt des Handelsweges zwischen Italien und der Schweiz. Säumer transportierten Güter wie Seide, Seife oder Baumwolle über den Splügenpass, ehe sie im Dorf die Rösser wechselten. So wurde Splügen zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Talschaft Rheinwald, die sich entlang einer Strecke von rund 26 Kilometern zwischen imposante Dreitausender zwängt. Der prächtige “Palazzi” und die erhabenen Walserhäuser des auf 1’457 Höhenmetern gelegenen Ortes zeugen bis heute von der Hochblüte der Handelsroute, die 1976 mit dem Bau des Strassentunnels durch den San Bernardino, ihr Ende fand. Genau deshalb –eben aufgrund des intakten Ortsbildes –wurde Splügen auch 1995 mit dem Wakker Preis ausgezeichnet.

Heute findet der Ort nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter insbesondere bei Naturliebhabern grossen Anklang, die abseits der grossen Resorts, ein etwas anderes Erlebnis suchen. So machten sich auch meine Frau Marie und ich mit unseren drei Kindern Jessica, Jay und Jodie an einem Sonntagvormittag auf dem Weg ins Bünderland.

 

Im Tal der fünf Sterne

Das Abenteuer nimmt schon bei der Anreise seinen Anfang. Zwischen Thusis und Andeer windet sich die Strasse geschmeidig entlang der Schlucht “Viamala“ (zu Deutsch ‘der böse Weg’), einem sagenumwobenen Naturmonument mit bis zu 300 Meter hohen Steilwänden. Während sich abseits der Wintermonate ein Abstecher im Besucherzentrum durchaus lohnt, bereitet es unseren Kinder nun das grösste Vergnügen, die schier unzähligen Eisfälle, die an den Felsen festgefroren zu sein scheinen, zu zählen. Dann plötzlich weitet sich die Enge und kurz danach sind wir auch schon in Splügen angekommen.

Bei unserer Ankunft herrscht grosser Trubel, da die regionalen Skiclubs ein Rennen abhalten. Dieses sei mittlerweile schon Tradition, wird uns im Splügen Sport Shop gesagt, dort, wo man alles mieten und kaufen kann, das zu Hause vergessen wurde. Das kleine Skigebiet wäre, nicht zuletzt wegen der guten Schneeverhältnisse für Sportveranstaltungen, wie dieses Rennen, besonders geeignet und beliebt. Vorbei an den Kids in Renntrikots, begeben wir uns auf Entdeckungsreise.

Unten, am flachen Pistenrand, beobachten wir die Ski Stars von morgen. Neben einem Gratislift mit Seilzug ziehen die Kleinen ganz selbständig und ohne Gefahren ihre ersten Kurven. Die Eltern können die Ski-Künste ihrer Sprösslinge vom grosszügig angelegten Restaurant aus verfolgen und die Kleinen anschliessend mit einem Kindermenü für CHF 10 belohnen. Alternativ kann auch ein mitgebrachtes Sandwich im Picknickraum im 1. Stock verzehrt werden.

 

Ab ins Vergnügen

Vom Restaurant blicken wir zum Piz Tambo hoch. Den doch beachtlichen Höhenunterschied von 600 Metern müssen wir glücklicherweise nicht zu Fuss zurücklegen. Unsere Familientageskarte für CHF 130 erlaubt es uns, bequem mit der 8er Gondelbahn hochtragen zu werden: vorbei an der Mittelstation, die auch die Schlittelbahn bedient, zur Bergstation Tanatzhöhi auf 2’140 M.ü.M. Hier eröffnet sich, bei schönem Wetter und klarer Sicht, ein mehr als eindrückliches Alpenpanorama.

Gross ist das Skigebiet, das sich von 1’480 bis auf 2’215 Höhenmetern erstreckt, zwar nicht, jedoch wird – mit fünf Anlagen und 30 Pistenkilometern und grosszügigen, technischen Beschneiungsanlagen – für jede Könnerstufe etwas geboten. So ist auch für ungewöhnliche Erlebnisse gesorgt. Die 8er Gondelbahn führt von Splügen direkt auf die Tanatzhöhi. Neben dem Bergrestaurant Tambo-Vista und einem rollenden Skiteppich für Anfänger gibt es einen kleinen Hügel, den grosse und kleine Kinder mit eigenartigen Luftringen erklimmen. Snow Tubing nennt sich der Spass, im Zuge dessen man auf einem Luftring – der aussieht wie ein bunter, überdimensionaler Donut – zwar unkontrolliert, dennoch gut gesichert, kleine präparierte Hänge abwärts rutscht.

 

Auf dem Holzweg

Da sich das Wetter an unserem Skitag nicht von der besten Seite zeigen will, entscheiden wir uns nach einigen Abfahrten für eine Aktivität, die auch kein Schlechtwetter trüben kann: das Schlitteln. Mit unseren Mietschlitten vom Splügen Sport Shop lassen wir uns von der Gondel zur Mittelstation transportieren, wo die zwei Kilometer lange anspruchsvolle Schlittelbahn ihren Anfang nimmt. Kaum aus der Station, geht es mit hohem Adrenalinschub talwärts. Begeistert legen wir uns in die Kurven bis die Kufen glühen. Erst nach der zweiten Fahrt nehmen wir die Pracht der Landschaft wahr, die sich vor uns erstreckt: Ein Hügel nach dem Anderen im glitzernden Schneekleid.

 

Die Mühe wert

Ja, es ist wahrlich so, dass das Skigebiet Splügen nun wirklich nicht um die Ecke liegt. Will man jedoch mal ein alternatives, kleines aber feines Familienskigebiet besuchen, wo die Kleinen auch die roten Piste bravourös meistern und mit verschiedensten Aktivitäten Spass haben können, ist diese spezielle Ecke des Rheinwalds sicherlich ein absolutes Muss, abgesehen davon, dass man auch den kleinen, regionalen Tourismus mit seinem Kommen unterstützt.

Leider hatten wir nicht mehr genügend Zeit, aber empfehlen möchte ich es trotzdem: Einige Minuten nach Splügen fährt man in Richtung Thusis am Dorf Andeer vorbei. Dort findet man ein kleines, sehr gemütliches Thermalbad vor – ideal zum Entspannen nach diesen körperlichen Anstrengungen. Wahrlich ein genialer Abschluss eines erfolgreichen Wintersporttages!

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Spotlight

Spot Tipp

Pauschalangebot

Acqua Neve Splügen: bis 31.3.2015

6 Übernachtungen im Hotel nach Wahl inklusive Halbpension

2 Eintritte ins Mineralbad Andeer inkl. Sauna-Anlage (Tage frei wählbar), Eintritte à 3 Stunden

1 Teilmassage (Mo-Fr)

3-Tagesskipass für das Skigebiet Splügen-Tambo (Tage frei wählbar)

Hotelkategorie B, CHF 765/Person im Doppelzimmer: Gasthaus Alte Post in Zillis, Hotel Restaurant Capricorns in Wergenstein

Hotelkategorie A, CHF 960/Person im Doppelzimmer: Hotel Fravi in Andeer (HINWEIS: Im Hotel Fravi sind pro Tag 2 Eintritte ins Mineralbad inkl. Sauna-Landschaft inbegriffen)

 

Adresse:

Acqua Neve Val Schons

Val Schons

 

Kontakt:

Gästeinformation Viamala

c/o Mineralbad,

7440 Andeer

+41 (0)81 650 90 30

www.viamala.ch

Kontakt

Bergbahnen Splügen-Tambo AG

Verwaltung

7435 Splügen

+41 (0)81 650 90 10

www.tambo.ch

 

Sport- und Wettertelefon:

+41 (0)81 650 90 32

 

Betriebszeiten:

9:00 bis 16:00 Uhr bis 6. April

 

Veranstaltungen:

Parallelslalom 4. April, Tombola 6. April 2015

Text: Dani Geiger
Fotos: Dani Geiger & zVg






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