Snowboard-Tour Pizol: Weisser Zauber


Im Winter gibt es Tage, an denen die Berge zu uns sprechen und unseren Abenteuergeist erwecken. Tage, an denen der Wind aus dem Süden wärmer weht als sonst; an denen die Sonne etwas länger verharrt und der Himmel, in seiner sanften Güte, das Land mit frischem Puderzucker bestäubt. Ich nenne diese Tage schlicht ‘Sugar Days.’ 


Tourengehen ist ein magisches Erlebnis. Es lässt uns die Bergwelt in ihrer vollen Pracht entdecken.

An einem weissen Morgen sind wir daher auch schon in Wangs, ehe die erste Gondel die Talstation verlässt. Die zehnminütige Fahrt zur Pizolhütte auf 2’227 M. ü. M. schenkt uns Zeit, innezuhalten, unsere Lungen mit kalter, frischer Morgenluft zu füllen und den Ausblick völlig entspannt zu geniessen, bevor das Abenteuer beginnt. Einmal oben angekommen, werden wir von der Bergstation mit Schneeschuhen zum Pizolgipfel auf 2’844 M. ü. M. hochsteigen.

Gipfeljäger 

Die heutige Tour birgt keine grossen Herausforderungen und ist mit einem Zeitaufwand von zwei Stunden auch nicht von langer Dauer. Aber wie immer haben die Berge ihre spezielle Art, ihre Kräfte spürbar zu machen, uns mit neuer Energie zu erfüllen und ohne Worte zu uns zu sprechen.

Auf dem Pizol ist die Natur allgegenwärtig. Wenige Schritte trennen hier perfekt manikürte Pisten von knietiefem, unberührten Pulverschnee. In kürzester Zeit sind wir so umgeben von strahlendem Weiss.

Unsere Route ist in zwei Etappen unterteilt. Sie beginnt mit einem 300 Meter Anstieg zur Wildseeluggen – wo einer von uns, nämlich ich, doch tatsächlich denkt, der Gipfel wäre bereits erreicht, als sich die weitere Route im Weitblick offenbart. Mit einem Mal wird klar: Die bisherigen Mühen waren sozusagen erst das Aufwärmen. Nach einem kurzen Abstieg stehen nun weitere 400 vertikale Höhenmeter bevor. Die zweite Etappe führt vorbei am Pizolgletscher zum gleichnamigen Gipfel.

Kraft der Natur 

Es ist wahrlich anstrengend, stetig bergauf durch den Tiefschnee zu stapfen. Ich bin schweissgebadet, mein Herz rast – und immer wieder kommt der kurzlebige Wunsch auf, doch aufzugeben. Aber ich gehe weiter, setze jeden Schritt haargenau in die Spur des Trailblazers vor mir.

Es ist viel einfacher, zu folgen, als sich den Weg selbst zu bahnen. Und doch gibt es jene, die allen voran sein und ihre körperlichen Grenzen austesten wollen. Ich hingegen bin schon glücklich, einfach inmitten unberührter Natur zu sein, eine frische Brise auf meiner Haut zu fühlen und mir selbst die Zeit zu schenken, dieses Erlebnis, das den meisten vorenthalten bleibt, auf mich wirken zu lassen. Ich halte immer wieder kurz an, um meinen Atem zu kontrollieren und meinen Puls zu senken und weiss, dass ich an meine Grenzen stossen werde, egal mit welcher Geschwindigkeit ich unterwegs bin.

Die letzten Meter stellen meine Willenskraft auf eine harte Probe. Während einige meiner Kumpanen bereits oben auf dem Grat stehen, konzentriere ich mich auf jeden meiner Schritte und vermeide es, hochzublicken.

Ich will mir die Überraschung nicht nehmen lassen, indem ich jetzt schon einen ersten Vorgeschmack auf die Aussicht erhasche. Lieber möchte ich ganz zuoberst auf dem Gipfel stehen, einmal tief durchatmen und dann erst jenen Moment in vollen Zügen geniessen, wo sich mir die Berglandschaft in ihrer vollkommenen Pracht zeigt – wie ein Geschenk, das man ganz sachte und Stück für Stück auspackt, bis es sich schlussendlich wie ein wunderschönes Bouquet vor den Augen entfaltet. Dieser Zauber ist jenen vorbehalten, die Geduld beweisen können.

Das Geschenk des Gipfels 

Während ich gemächlich hochsteige, schärft die Anstrengung meine Sinne; bringt mich der Natur zusehends näher. Ähnlich wie im Sommer, wenn eine Gondelfahrt nicht dasselbe süsse Versprechen einlöst, wie ein Aufstieg aus eigener Kraft.

Nun ist das Ziel beinahe erreicht! Dünne, kalte Luft durchströmt meine Atemwege; Eiskristalle tanzen vor meiner Skibrille; glitzern verheissungsvoll im warmen Sonnenlicht. Der Gipfel liegt direkt vor mir. Noch zehn Schritte… Noch fünf Schritte… Und schon begrüssen mich die strahlenden Gesichter meiner Begleiter und es ist endlich da: Dieses wundervolle 360 Grad Panorama. In diesem Moment, der schönste Anblick der Welt!

Der Gipfel kennt keine Eile. Ist zu unseren Füssen auch ein einladend weisser Teppich ausgerollt, so wollen wir diesen Augenblick vollends auskosten. In der Distanz sehen wir schon die nächsten Tourengeher, winzig klein wie Ameisen. Sie sind sicher noch eine halbe Stunde Fussmarsch entfernt und doch wissen wir, dass wir – die Snowboards einmal in den Schnee gesetzt – in nur einer Minute an ihnen vorbeisausen werden. Die Vorfreude ist gross und doch lassen wir uns Zeit. Denn jeder Einzelne von uns kann sie spüren: Die Macht der ‘Sugar Days.’ Wir wissen, dass uns die Natur heute ein wunderschönes Geschenk dargebracht hat.

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Spotlight

PIZOL INSIDER: SKI & SNOWBOARD 

Ski und Snowboard: 43 Pistenkilometer (geprüft)

Vreni-Schneider Run: Der permanente Riesenslalom mit Zeitmessung führt von Neuhütten nach Furt und ist täglich ab 10:00 Uhr geöffnet. Messstrecke für Speed-Fans: Auf einem abgesperrten Abschnitt zwischen Pizolhütte und Gaffia zeigt eine Leuchttafel das Tempo an. Family Cross: Auf der für Familien ausgelegten Route beim SAC Lift sorgen Wellen und Steilwandkurven für Abwechslung. Skischule: www.skischule-pizol.ch 

Unter Sternen: Von 23.Dezember bis 3. März von 18:00-22:30 Uhr zwischen Furt und Maienberg; CHF 18/Erwachsene, CHF 12.50/Jugendliche, CHF 9/Kind; mit Fondue CHF 38 

Riderpark Pizol: Ein von QParks betriebener Funpark zwischen Gaffia und Furt mit einem variantenreichen Rail- und Boxenangebot sowie mehrere Kickerlines und einer Chill-Area. 

Riderpark App fürs Smartphone: SHRAPIQ

Sicherheit am Berg: «Kann man Sicherheit kaufen? Tödliche Unfälle trotz Airbag wie der von Estelle Balet oder der fünf Skifahrer in der Wattener Lizum im letzten Winter stimmen nachdenklich. Geht man ein höheres Risiko ein? Ein Airbag ist keine Garantie, der Umgang muss geübt werden. Und es braucht Lawinenkunde-Wissen.» Tipp vom Lawinenexperten Rüdiger Flothmann

 

Kontakt

Pizolbahnen AG 

Loisstrasse 50

7310 Bad Ragaz 

+41 (0)81 300 48 30 

www.pizol.com 

Wintersaison 2016/17 

Start: 10.12.16 (Wangs) 

17.12.16 alle Anlagen sowie Eröffnung der neuen 6er-Sesselbahn Schwamm mit einem Spezialangebot von einer Tageskarte für CHF 40 

Betriebszeiten täglich 

Gondelbahnen: 

08:15-16:45 Uhr 

Sesselbahnen: 

08:30-16:15 Uhr 

Skilifte: 08:30-16:00 Uhr 

Lawinenbulletin: www.slf.ch 

Text: Justin Hession
Fotos: Justin Hession






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