Schneeschuhwanderung: Fideriser Heuberge – Natur pur


Endlich tiefer Winter! Frischer Schnee stiebt mir ins Gesicht. Die Beschilderung eines Wanderweges ragt gerade noch aus der meterhohen, weissen Pracht. Weit und breit keine Menschenseele. Auf den Fideriser Heubergen, einem von eindrucksvollen Zweitausendern umgebenen Hochplateau über dem Prättigau, finden Schneeschuhwanderer noch unberührte Natur vor.


An einem sonnigen Freitagmorgen stehen wir bei der Fideris Sägerei und warten auf den Kleinbus. Im Winter ist der Transport per Allrad-Mobil die einzige Möglichkeit, mit fahrbarem Untersatz auf die Fideriser Heuberge zu gelangen. Dabei verläuft die Zubringerstrasse auf gleicher Strecke wie der längste Schlittelweg der Schweiz (12km). Über  dreizehn  weisse  Kehren  rollen  wir gemächlich den  1’100m höher  gelegenen Heubergen entgegen. Ideen, eine Bergbahn und einen Anschluss an die benachbarte Parsenn-Region  von  Davos  zu  verwirklichen, wurden ausgeschlagen. Zum Glück. Denn der Reiz des kleinen, schmucken Skigebiets liegt in seiner Naturbelassenheit, seiner privaten Atmosphäre und den ruhigen Pisten und Wegen. Mit anderen Worten: die Heuberge leben heute genau davon, eben nicht überlaufen zu sein.

Auch scheinen die Dimensionen zu stimmen. Drei Lifte versorgen sechs präparierte Pisten mit einer Länge von insgesamt 13km. Ausser einem Privathaus sind in den  Wintermonaten  nur  drei  weitere  Gebäude  bewohnt  – dabei  handelt  es  sich um Berghäuser, die Wintergästen günstige Übernachtungsmöglichkeiten in Doppel- und  Viererzimmern  sowie  Touristenlagern bieten. Für weitere Unterhaltung sorgt zudem  das  nächtliche  Airboard-Erlebnis, Fondue und Nachtschlitteln sowie Hundeschlittenfahrten mit Grönländern und Alaskan Malamuten.

Vor  dem  Berghaus  «Arflina»  schnallen  wir die Schneeschuhe an und beginnen unsere Erkundungstour mit der einfachen 3.7km langen  Glattwang-Runde.  Auf  der  linken Talseite – Richtung Glattwang – eröffnet der talauswärts führende Weg einen herrlichen Ausblick in das St. Antöniertal und führt auf der Höhe Glattwanggipfel über den Schlittelweg auf die andere Talseite. Dort machen wir die ‘verlorenen’ Höhenmeter mit einem gemächlichen  Anstieg  wieder  wett.  Nach dem 1.5-stündigen Marsch sind wir nun so richtig  aufgewärmt  und  entscheiden  uns, weiter zum Mattjisch Horn hochzuwandern. Schon nach wenigen Minuten befinden wir uns auf der Clunersee-Ebene inmitten einer unberührten Winterlandschaft. Unter einem endlos blauen Himmel liegen uns umgeben von  majästetischen  Berggipfeln  funkelnde Schneeflächen und verschneite Berghütten zu Füssen. Mit jedem Schritt, mit dem wir die  Firnauflage  knirschend  durchbrechen, lassen  wir  den  Alltag  weiter  zurück  und tauchen tiefer in unser Naturerlebnis ein.

 

 

Erlebnis Fideriser Heuberge

Auf 2’000 Meter über dem Meer liegen auf einem Hochplateau über dem Prättigau die Fideriser Heuberge, ein kleines, aber feines Skigebiet mit einer persönlichen Note und einer Vielzahl an Aktivitäten:

Schneeschuhe: Vom Berghaus Arflina können Touren für verschiedenste Ausdauer- und Erfahrenheitsgrade durchgeführt werden. Für Anfänger ist die Glattwang-Runde oder auch eine Tour zur Clunersee-Ebene oder der Arflina-Furgga besonders empfehlenswert. Für ausdauernde Sportler eignet sich eine Tour auf den Glattwang oder auch eine zweitägige Tour aus dem Schanfigg über die Hochwanghütte, oder über das SkihausCasanna.

Ski und Snowboard: Dank der sanften Beschaffenheit der Landschaft bietet das Skigebiet mit seinen drei Bügelliften und sechs präparierten Pisten Anfängern und Familien optimale Bedingungen. Die zwei Hausberge Glattwang und Mattjischhorn sowie die Verbindungstouren nach Davos und Arosa sind besonders bei Tourenfahrern und Freeridern beliebt. Skitageskarte inkl. Bergfahrt CHF 42/Erwachsene, CHF 28/Kinder.

Airboard: Bei beleuchteter Piste kann man abends mit dem Airboard bäuchlings und Kopf voran vom Gamslift in die Tiefe steuern. Fünzehn Minuten vor Eröffnung der Piste um 20:00 Uhr findet im Skiraum des Berghauses Arflina eine Instruktions-Einheit statt. Von der Schirmbar aus kann man den Tollkühnen aus sicherer Distanz zusehen. Preis CHF 26, Bergfahrt CHF 19.

Schlittenhunde: Aktiv mithelfen und erleben, was es heisst, ein ‘Musher’ zu sein. Die grössten Schlittenhunde der Welt kann man mit der Malamut GmbH hautnah kennenlernen und zugleich die unberührte Landschaft auf der Clunersee-Ebene auf neue Weise erleben. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe von Spot. Mittwoch bis Freitag: CHF 290; Samstag und Sonntag: CHF 310

 

Praktisches

Anreise ÖV: Mit der Rhätischen Bahn bis nach Küblis und mit dem Postauto bis Fideris

Anreise Auto: Über die A13 und die B28 nach Fideris. Bei der Sägerei stehen auf der linken Strassenseite kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

Die Busse zu den Heubergen verkehren täglich zwischen 09:00 und 13:00 Uhr ab Fideris Sägerei und ab 16:15 nur auf Voranmeldung im Stundentakt

Berghäuser: Arflina, Heuberge und Arflina Chalet

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Spotlight

 

Budget Tipp: «All you can do»

Beim Heuberge «All inclusive»- Angebot sind alle Mietartikel, Tageskarten und Freizeitmöglichkeiten inbegriffen.

Preis: CHF 99 (+CHF 26 für ein Fondue in einem der Berghäuser).

 

Fondueplausch:

Ein Fondue-Abend mit anschliessendem Nachtschlitteln wird während der Wintersaison täglich in den Berghäusern Arflina und Heuberge angeboten. An den Wochenenenden steht auch das Chalet als «Fonduestübli» zur Verfügung. Dort wird auf Wunsch alternativ Schnitzel mit Pommes serviert.

CHF 48 inkl. Bergfahrt, Fondue à Discretion und ein «Röteli»; Schlittenmiete CHF 14.

Kontakt

Fideriser Heuberge,

7235 Fideris

+41 (0)81 300 30 70

 

www.heuberge.ch

Text: Carina Scheuringer
Fotos: Carina Scheuringer & Andy Seddon & zVg






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