Berggasthaus Heimeli: Sapün – Am Berg Daheim


Um drei Uhr morgens stapft Peter durch tiefe Schneewehen zu seinem Schneepflug-Quad. Noch schlummert das Walserhaus, und auch das Tal ist dunkel. Nur der Sapünerbach plätschert leise vor sich hin. Im Schein des Mondes präpariert Peter die 4km lange Alpstrasse nach Langwies. Bald werden von dort Frühaufsteher aufbrechen, um auf 1’800 Höhenmetern ihrem Alltag zu entfliehen und in der wohl ‘heimeligsten’ Stube am Berg einzukehren: dem Heimeli.


Entdecken

Jenseits gefrorener Felsgalerien, schneebedeckter Wälder und urtümlicher Walserdörfer liegt auf einer Sonnenterrasse im Sapün, einem abgeschiedenen Seitental des Schanfigg, ein dreihundert Jahre altes Walserhaus. Von aussen erscheint es beinahe unverändert. Die Fassade ist urig; das Holz von der Zeit und den Elementen gezeichnet.

Aus dem Inneren strahlt Geborgenheit. An den Böden und Wänden setzt Antikholz warme Akzente. Handgefertigte Möbel unterstreichen den ursprünglichen Charakter des ehemaligen Bauernhauses und bieten zugleich funktionalen Komfort. Man fühlt sich vom ersten Moment an wohl, möchte verweilen.

Es erklingt Gelächter aus der Stube, wo sich die Gastgeberin Isabell und ihr Team liebevoll um das Wohl der Besucher kümmern. Manche Gäste kehren ein, geniessen die Bündner Spezialitäten und schlitteln zurück ins Tal. Andere bleiben bis zum nächsten Morgen und erholen sich vom Alltagsstress.

 

Übernachten

Funktionalen Komfort im puristischen Ambiente bieten 4 Doppelzimmer und vier 7-Bettzimmer in den zwei oberen Etagen. Im Anbau wurde ein zusätzliches 4-Bettzimmer mit moderner Nasszelle gestaltet.

 

Essen

Schon lange war das Heimeli ein Geheimtipp in Bezug auf seine regionale Küche. Nun kürte Best of Swiss Gastro das Walserhaus in der Kategorie ‘Outdoors’ zum drittbesten Restaurant der Schweiz.

 

Ein Wochenende Auszeit

  • 11:00: Spielerisch überwindet Peter die 500 Meter Höhendifferenz von Langwies zum Heimeli mit dem Schee-Quad in zwanzig Minuten. Zwischendurch liest er zwei Winterwanderer auf, die  als Schlusslichter einer Reisegruppe nun die Ersten sind, die im Bergrestaurant eintreffen.
  • 12:00: ‘Willkommen’, steht in grossen Buchstaben auf der Türe meines Zimmers. In der Küche bereitet Koch Alex eine Portion Spinatpizokels mit Rohschinken vor, während ich mit Isabell Ausflugsideen diskutiere. Eine Schlittelfahrt ins Dorf oder doch lieber eine Schneeschuhwanderung zum Weissfluhjoch?
  • 14:00: Mit einem Davoser Holzschlitten sause ich über Peters präpariertem Weg talabwärts nach Sapün, einem Walserdorf, dessen Name ‘Kuhschelle’ bedeutet. Heute ist die geschichtsträchtige Alp eine Station des Gebirgslaufs Swiss Irontrail.
  • 18:30: Nachdem ich wieder zurück zum Heimeli gestapft bin, lehne ich meinen Schlitten an die grosse Fichte vor dem Haus. Eine Tourengruppe ist gerade eingetroffen und macht es sich am Nebentisch gemütlich. Ihnen gehört heute das 7er Zimmer über mir. Aber zuerst genehmigen sie sich ein Heimeli-Fondue. Koch Alex ist schon dabei, die Spezial-Käse-Kräutermischung anzurühren.
  • 22:30: Während es draussen unaufhörlich schneit, wird in der warmen Stube geplaudert, gelacht und konsumiert. Die letzten Tagesbesucher machen sich mit Stirnlampen auf den Weg ins Tal. Die übrigen Gäste ziehen sich schliesslich in die Schlafgemächer zurück. Erst morgens kehrt wieder Leben ins Haus ein.
  • 09:00: Nach einem ausgedehnten Frühstück mit hausgemachtem Birchermüesli steht mein Schlitten zur Abfahrt bereit. Der Weg führt entlang des Sapünerbaches. Nach den ersten Steilhängen erlaubt mir ein Flachstück einen Ausblick auf die tief verschneite Berglandschaft. Sie ist ebenso atemberaubend wie die mächtige Eiszapfenskulptur am Ende meiner Reise knapp 45 Minuten später.

 

Spot Tipps

  • Die Bergfahrt mit dem Schnee-Quad ist eine unkomplizierte Alternative zum 1,5-stündigen Fussmarsch vom Langwieser Parkplatz nach Sapün. Transport auf Anfrage (+41 (0)81 374 21 61). Für Gruppen und Events wird ein individuelles Programm zusammen gestellt.
  • Schneeschuhwanderer oder Tourengeher können vom Heimeli zum Weissfluhjoch hochsteigen. Im Sommer ist der Schanfigger Höhenweg über dem Strelapass nach Davos eine beliebte Wanderroute. Im Winter sollte die Route aufgrund der Lawinengefahr jedoch nur mit Bergführer unter günstigen Bedingungen begangen werden.
  • Mit Übernahme durch den neuen Besitzer Oliver Schulthess (www.holzrausch.ch) wurde das Heimeli sanft renoviert und verkörpert weiterhin Authentizität und Gemütlichkeit.
  • Mitbringsel: Arvenduft, Arven Badesalz, Arvenbad, Heimeli Murmeltiersalbe www.arvenkissen.ch

 

Praktisches

  • Anreise nach Langwies
  • Aufstieg: 1,5 Stunden
  • Schnee-Quad Fahrt: 20 Minuten
  • Highlights: Eiszapfen-Wand, Wälder, Sapün Dorf, Ausblick
  • Schlittelabfahrt zurück: 45 Minuten mit Fotopausen
  • Heimeli: 1’800 Höhenmeter, 300 Jahre alt, geöffnet Dezember bis Ostern und
  • Juni bis Ende Oktober






Kommentare