Pizol: Den Geissen hinterher


Vor 120 Jahren inspirierte ein Kuraufenthalt in Bad Ragaz die Autorin Johanna Spyri zur allseits beliebten Geschichte von Heidi und dem Geissenpeter. Das Buch bewegte nicht nur die Herzen der Schweizer, sondern wurde weltweit zum Bestseller. Generationen später ist die Faszination ungebrochen und lädt ein Themenpfad auf dem Pizol – mit Blick auf das Dörfli des unvergesslichen Waisenmädchens – auf eine Geissensuche der besonderen Art. 


Die Einstimmung ist perfekt! Wie es der glückliche Zufall so will, schiebt sich gerade eine der fünf Heidi-Gondeln in die Talstation von Bad Ragaz, wo wir auf den Einstieg warten. Neugierig klettern wir in das Innere der von der Künstlerin Theres Zimmermann aus Vilters bemalten Kabine, nehmen auf einem der gemütlichen Kissen Platz und stimmen uns mit dem Heidi-Buch auf unsere heutige Themenwanderung ein.

Geissensammeln 

Zwölf Stationen führen auf einem Rundweg von Pardiel zum Aussichtspunkt Schwarzbüel und wieder zurück. An jedem Halt erwartet die Kinder eine hölzerne Ziege mit Info- Tafel samt Stempel für das Gewinnspiel. Den Anfang macht am Geissentor die Leitziege, die die Kinder bittet, ihre verlorenen Geschwister entlang des Weges ausfindig zu machen und hierbei das Lösungswort für den Wettbewerb zu sammeln. Der 9-jährige Jay stempelt als erster und zeigt seinen Schwestern, wie sie die Hörner der Ziege handhaben müssen, damit auch auf ihren Karten der erste Buchstabe sichtbar wird.

Aufgeregt laufen die drei Kinder weiter, ohne der wundervollen Aussicht Beachtung zu schenken, die sich nun am Wegesrand offenbart. Meilenweit reicht der Blick von den Churfirsten über das Rheintal bis tief in die Bündner Herrschaft und zu Heidis Heimat Maienfeld. Bunte Blumenwiesen und grüne Wälder umrahmen dieses idyllische Bild. Es ist ein Anblick, in dem man sich verlieren könnte, würde dieses Innehalten nicht plötzlich durch lautes Kuhglockengeläute unterbrochen.

Die Kids haben mittlerweile die nächste Station und somit die Geiss des Pfarrers aufgespürt. Während sie es kräftig bimmeln lassen, spaziert Papa Dani weiter und übt sich neben Peters Lieblingsziege Schecke im Alpruf. Drei Ziegen gesammelt, ist die Strecke zu einem Highlight am Weg nicht mehr weit. Die Kneipp-Lisi, die Ziege des Pizolbahnen-Direktors Klaus, begrüsst uns am Eingang zur Kinder-Kneippanlage. Dort suchen sich Mama und Papa einen Sonnenplatz, während die Kinder die Geissen drehen lassen und entlang des Barfussweges über Tannenzapfen, Holzschnitzel, Baumstämme und Rundsteine laufen, bis die Fusssohlen brennen und das Kneippbecken zwecks Abkühlung lockt.

Nach einer Stunde stellt sich Hunger ein und lockt uns zum Picknickplatz und zum Bärli, der Geiss des Alpöhis. Während Papa Dani den Grill anfeuert, erkunden die Kids die Bildtafeln mit der Kurzversion der Heidi-Geschichte und lassen die Beine im Hängemattenwald baumeln. Schnell eine Bratwurst mit etwas Brot verschmaust und schon geht es weiter zur Ziege von Brigitta, Ziegen- Peters Mutter, bei der Schwarzbüelhütte. Dort verlangsamen nun die Erwachsenen plötzlich ihre Schritte. Eine kleine Gastwirtschaft mit Aussichtsterrasse lädt zum Kaffee.

Die Künste der Alpenkinder 

Die Kids lassen sich mit Apfelschorlen zu einer kurzen Rast überreden, drängen jedoch alsbald zum Aufbruch. Wenige Kehren später wartet schliesslich die Ziege Distelfink im Adlerhorst.

Die 6-jährige Jodie entdeckt sie zuerst und führt alle eilends zur Leiter. Sie ist auch eine Expertin auf dem Xylophon und spielt ein so schönes Lied, dass Geiss Fleck gar nicht mehr traurig sein kann, weil sie nicht singen kann. Dafür wiederum ist Schwester Jessica im Windharfen-Spielen besonders gut. Gekonnt dreht sie die Harfe nach dem Wind und lauscht den wundersamen Tönen.

Nach all der Aufregung wird die Gangart nun gemächlicher. Plötzlich nehmen die Kids sogar Notiz von den vielen Blumen und der schönen Landschaft. Wie gerufen kommt da auch die Sonnenschaukel, auf der sie für die letzten beiden Stationen Kraft tanken können: Dem letzten Ruf durch den Alptrichter sowie dem letzten Geissenhüpfen, wo auch Papa mit den Kids um die Wette springt.

Als nun der Weg plötzlich zur Gondel abfällt, mein Jodie überrascht: «Nein, sind wir schon fertig?» «Noch nicht ganz», meinen die Eltern augenzwin-kernd: «Noch haben wir die Geissen nicht nach Hause gebracht!» Bei der Talstation Bad Ragaz wartet das Häuschen, wo die Familie ihre ausgefüllten Talons einwerfen kann. Mit etwas Glück kommt eine der Geissen dann sogar zu ihnen nach Hause…

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Kontakt

Pizolbahnen AG 

Loisstrasse 50 

7310 Bad Ragaz 

+41 (0)81 300 48 30

Infoline: +41 (0)81 300 48 20 

www.pizol.com

Text: Carina Scheuringer
Fotos: Carina Scheuringer






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