Industrieveloweg: Stadtgeschichte(n) entdecken


Winterthur | Die Stadt an der Eulach galt einst als Industriehauptstadt der Schweiz. Heute haben in den alten, ausgedienten Industriearealen kreative Ideen und neue Lebensformen ihren Platz gefunden. Auf dem «Industrie-Veloweg» lassen sich diese am besten per Velo erfahren. Die Route ist eine sehenswerte Reise durch 200 Jahre Geschichte und Stadtentwicklung. 


Wir mieten unsere Velos im «Rent a Bike» beim Bahn-hof Winterthur und radeln los in Richtung Oberwinterthur. Denn dort ist im Moment noch der Startpunkt des «Industrie-Velowegs», der ab dem Frühjahr 2018 um einen Einstieg am Winterthurer Bahnhof ergänzt wird. Die Route führt 15 Kilometer entlang den wichtigsten Eckpfeilern der Industriegeschichte der Stadt, welche die ganze Schweiz nachhaltig geprägt hat.

Da die Tour weder anstrengend noch extrem lang ist, bleibt Zeit für den einen oder anderen Abstecher, etwa in die entzückende Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und der grössten Fussgängerzone der Schweiz. Unterwegs besuchen wir das Fotomuseum, das seine Heimat in den ehemaligen Werkhallen einer Strumpffabrik gefunden hat. Solche von der Industrie im Stadtgebiet aufgegebene Standorte, in denen sich Kunst, Kultur und neues Leben niedergelassen haben, gibt es zahlreich in Winterthur. Hier geben sich Geschichte und Moderne ein spannendes Stelldichein.

Unsere Fahrt führt vorbei am Technorama. Wir besuchen das Schloss und die Reismühle Hegi, eine im Mittelalter mit Wasserrad betriebene Sägerei, die bis heute intakt ist. Wenig später stehen wir in der «Nagli» staunend in einem Maschinensaal aus dem vorletzten Jahrhundert. Einst war dies die einzige Fabrik in der Schweiz, die Nägel und Stifte herstellte. Heute ermöglicht sie als Schaubetrieb und Museum eine faszinierende Zeitreise. Nicht weniger eindrucksvoll ist die Besichtigung der kleinen Ausstellung im Kesselhaus der «Sidi» gleich um die Ecke. Das liebevolle Kürzel steht für die Seidenstoffweberei, die hier 1871 gegründet wurde.

Auf dem Rückweg durch die Stadt erlauben wir uns eine Pause im Rosengarten, besuchen das Lokdepot etwas abseits unserer Hauptroute und «cruisen» durch das Sulzer Areal gleich neben dem Hauptbahn-hof. Das ehemalige Industriegebiet mit seinen alten Hallen und modernen Bauten ist ein Musterbeispiel für die Symbiose von Industriegeschichte und urbaner Zukunft, aus der neue Arbeits-, Lebens- und Kulturräume entstehen. Zurück beim Bahnhof geht eine spannende Reise für uns zu Ende, von der wir viele bleibende Eindrücke mitnehmen.

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Spotlight

PRAKTISCHES: INDUSTRIE-VELOWEG WINTERHUR

Länge: 15 km // Höhenmeter: 50 Meter

Routenführung: Bahnhof Oberwinterthur – Mühle Hegi – Reis-mühle – Nagli (Nagelfabrik) – Sulzer Oberi -(Brauerei Haldengut) – Sidi – Schliffi – Obermühle – Wildbach – Aspasia – (Lokdepot) – Vorbahnhöfe – Sulzer Stadt – Loki – Tössfeld – Rieter Arbeitersiedlung – Rieter Töss – Wespimühle – Spinnerei im Schloss – Hard

Praktisches: Ab Frühjahr 2018 wird die Route um einen Einstieg am Winterthurer Bahnhof ergänzt und die Beschilderung erneuert. Die Broschüren mit der neuen Routenführung erscheint Anfang Oktober

Kontakt

Winterthur Tourismus 

Im Hauptbahnhof 

8401 Winterthur 

+41 (052) 267 67 00 

www.winterthur-tourismus.ch 

Velomiete: Rent a Bike, www.rentabike.ch

Text: Jacqueline Vinzelberg
Fotos: Jacqueline Vinzelberg






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