Freilichtspiele Zermatt: Romeo und Julia am Gornergrat


Freilichtspiele Zermatt | Ist die Liebe stärker als alles andere? Diese Frage stellt Regisseurin Livia Anne Richard vom 6. Juli bis 27. August anlässlich der zweiten Ausgabe der Freilichtspiele Zermatt und erzählt mit «Romeo und Julia am Gornergrat» die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Welt vor der ergreifenden Kulisse des Matterhorns völlig neu. Im Interview lässt die sympathische Berner Künstlerin, aus deren Feder schon der fulminante Ersterfolg «The Matterhorn Story» stammte, in ihre Welt des Theaters der grossen Gefühle blicken: 


Was ist für dich das Spezielle an Zermatt? 

Zermatt hat das Matterhorn, einen Berg, den man jeden Tag von neuem bestaunt, weil er täglich anders aussieht. Zudem hat das Dorf in den letzten 150 Jahren, in denen es von zwei auf 130 Hotels angewachsen ist, dafür Sorge getragen, seinen Charakter zu bewahren: Es gibt so gut wie keine Bausünden! Die Zermatter sind freundliche, liebenswerte Menschen und tolle Gastgeber. Das Nachtleben ist abwechslungsreich; das Ski- und Wandergebiet einzigartig.

Woher stammt deine Verbindung zu Zermatt? 

Meine Affinität zu Zermatt ist verknüpft mit der Freund-schaft zu meinem Cousin Thomas Sterchi. Seit 10 Jahren veranstaltet dieser das Musikfestival «Zermatt Unplugged» und hat mich immer wieder eingeladen. So lernte ich auch Urs Biner, alias «Dan Daniell», vom Restaurant «Chez Heini» kennen. Urs schlug mir vor, in Zermatt doch mal ein Frei-lichttheater zu veranstalten.

Mit deinem Erststück «The Matterhorn Story» hast du die Latte hoch gelegt. Wie bist du der Herausfor-derung eines neuen Stückes begegnet? 

Für mich war klar: Am Riffelberg, auf 2’600 m ü. M., muss ein universeller Stoff inszeniert werden. Die Naturkulisse vis-à-vis des Matterhorn ist so eindrücklich, so gewaltig, dass es einer grossen Geschichte bedarf. Mit «Romeo und Julia am Gornergrat» habe ich basierend auf Gottfried Kellers «Romeo und Julia auf dem Dorfe» eine Geschichte geschrieben, die perfekt an diesen Spielort passt. Dabei hat mich der Ort inspiriert, denn ich wollte eigentlich Kellers Geschichte ursprünglich eins zu eins adaptieren. Doch vor Ort konnte ich die Enge des Dorfes nicht mit der Weite der Zermatter Bergwelt verknüpfen und habe plötzlich gemerkt, dass ich umgeben von den Viertausendern eine andere Geschichte mit neuem Verlauf erzählen muss.

Worum geht es in deiner Geschichte? 

Zwei Zermatter Bauern zerstreiten sich wegen eines Stückes Land, welches lange brach lag. Ihre Kinder – Jakob (Romeo) und Maria (Julia) – lieben sich wie Schwester und Bruder, jedoch wird ihnen aufgrund des Streits der Kontakt zueinander untersagt. Doch gerade der Reiz des Verbotenen führt dazu, dass der Geschwisterliebe eine echte Liebe entwächst. Jakob und Maria kämpfen mit allen Mitteln dafür, eine Paarbeziehung leben zu dürfen, während ihre Familien langsam aber sicher zugrunde gehen. Ein hochemotionaler Stoff, der zeitlos aktuell ist.

Nach welchen Kriterien hast du die Rollen besetzt? 

Die meisten Darsteller stammen aus Zermatt. Ich achte immer darauf, dass die Typen stimmen. Speziell dann, wenn man mit Amateurdarstellern arbeitet, ist es wichtig, dass die jeweilige Rolle nicht ‘gegen den Strich’ besetzt wird, sondern die darzustellende Figur bereits etwas mit ihrer Persönlichkeit und Ausstrahlung zu tun hat.

Du hast Romaine Müller entdeckt. Was macht sie zur idealen Maria und wer besetzt die anderen Hauptrollen?

Mit Romaine hatte ich grosses Glück. Sie ist für die Bühne geboren. Aber auch ihre jüngere Schwester Tina, welche die kleine «Julia» verkörpert, sowie die beiden Romeos – David Taugwalder und Theo Romo Lauber – sind riesige Talente. Bei den älteren Bauern kann ich auf zwei sehr erfahrene Amateurdarsteller mit der Qualität absoluter Profis zählen: Amandus Forno als Peter Zmutt und Helmut Williner als Johann Brenni. Die wichtigen Rollen des Pfarrers (Beat Zumtaugwald) und des heimatlosen Messerschleifers (Roman Weber) sind ebenfalls mit Topspielern besetzt. Ein Cast voller Talent und Spielfreude! Die Arbeit macht mir grossen Spass, auch wenn es anstrengend ist: Wir haben über 80 Proben.

Wer sorgt für die musikalische Untermalung?

Hank Shizzoe, ein grossartiger Musiker und langjähriger Freund von mir, hat die Musik eigens für dieses Stück komponiert. Die Musik wird mächtig, symphonisch, orchestral. Bereits im Studio, noch ohne Schauspiel und Matterhorn, bekam ich Gänsehaut

Was dürfen die Zuschauer erwarten? 

Die Zuschauer können ein berührendes Stück erwarten, bei dem man herzhaft lachen kann und ab und zu vielleicht auch eine Träne vergiesst. Ich glaube, «Romeo und Julia am Gornergrat» wird für alle, die den Weg auf den Riffelberg auf sich nehmen, ein unvergessliches Erlebnis werden.

 

Interview: Romaine Müller

Die 22-jährige Zermatterin Romaine Müller eroberte bei der Premiere der Freilichtspiele 2015 die Herzen der Zuschauer. Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen und die neue Rolle: 

Du wurdest für die Freilichtspiele 2015 entdeckt. Wie kam das? 

Die Schauspielerei und die Bühne haben mich schon als Kind ge-reizt. Doch zum Casting ging ich spontan, um einfach mal zu schauen. Als mir Livia später eine Rolle anbot, sagte ich ebenso spontan ja. Wenn ich nun daran denke, wie wegweisend diese Spontanität war, kann ich es kaum glauben! 2015 war einer der besten Sommer meines bisherigen Lebens. Ich durfte in eine neue Welt eintauchen und zudem eine grosse Leidenschaft für mich entdecken. Ich habe nicht nur liebe Menschen, sondern auch mich selbst besser kennengelernt und auf der Bühne ein Zuhause gefunden.

Was gefällt dir am neuen Stück? 

Das Stück ist sehr nahe am echten Leben.

Mit ‘Maria’ spielst du eine der Hauptrollen. Was hat dich an dieser Rolle gereizt? 

Die Achterbahn der Gefühle; die Höhen und Tiefen. Das fast Unerträgliche gepaart dem Höchsten der Gefühle: der Liebe. Als Schauspielerin muss man versuchen, diese Gefühle getreu wiederzugeben.

Warum passt das Stück so gut zu Zermatt? 

Der Streit zwischen oder sogar innerhalb Familien wegen Land oder Geld ist auch hier ein altes Thema. Auch passt die Geschichte sehr gut in das Gelände und in die Natur.

Wie verstehst du dich mit deinem ‘Romeo’? 

Prima! Wir kennen uns schon ewig und sind sogar miteinander verwandt.

Wie laufen die Vorbereitungen?

Aussenstehende sind immer erstaunt, wie viel Knochenarbeit und Geduld hinter einer Produktion stecken. Wir proben seit Februar blockweise. Ab Mitte April dann fast täglich mit zwei Wochen Fe-rien bis zur Premiere.

Was machen die Freilichtspiele Zermatt deiner Meinung nach aus?

Ich glaube, dass Menschen gerne berührt und mit Emotionen konfrontiert werden. Wie «The Matterhorn Story» wird auch «Romeo und Julia am Gornergrat» den Zuschauern nahe gehen. Inmitten einer einmaligen Bergwelt ist das ein besonders spezielles Erlebnis.

« Zurück

Spotlight

«Mit «Romeo und Julia am Gornergrat» habe ich basierend auf Gottfried Kellers «Romeo und Julia auf dem Dorfe» eine Geschichte geschrieben, die perfekt an diesen Spielort passt.» Livia Anne Richard

 

SPEZIALANGEBOT

Parkhotel Beau Site Zermatt, 6. Juli-27. August 2017

2 Übernachtungen mit Frühstück

1 Ticket Premium Kategorie für das Theater

2 Tage Peak Pass für himmlische Ausflüge

Ihr persönlicher BEAU SITE-Rucksack frisch gefüllt mit einem Gourmet-Picknick für Ihren Theaterabend

Kulinarische Beau Site-Highlights am Abend ohne Theater

Wellness-Anlage und Indoor-Pool mit Blick aufs Matterhorn

Reichhaltiges Frühstücksbuffet mit Front Cooking

Kaffee, Tee und Kuchen am Nachmittag

Buchbar für 2 Übernachtungen, ab CHF 657.50/p.p. im DZ

www.parkhotel-beausite.ch > Angebot «Romeo und Julia am Gornergrat»

 

Kontakt

Freilichtspiele Zermatt 

6. Juli-27. August 2017 

Vorstellungen mittwochs bis samstags 19:30 Uhr, sonntags 15:00 Uhr 

Normalpreis CHF 99 inklusive Bahnfahrt 

www.freilichtspiele-zermatt.ch

Text: Carina Scheuringer
Fotos: Carina Scheuringer und zVg 






Kommentare