Clà Ferrovias Abenteuerreise: Chur – Eine magische Reise


Viele Kinder der heutigen Generation erleben Ausflüge mit dem Zug oft nur noch auf der PlayStation oder der Wii Konsole. Dabei machen Zugfahrten im wirklichen Leben doch so viel mehr Spass. Und das besonders, wenn die betreffende Eisenbahn über 100 Jahre alt ist und lautstark durch die wunderschönen Bündner Bergtäler kurvt – begleitet von einer riesigen Dampfwolke, welche die Lokomotive heiter ausspuckt.


Seit etwas mehr als einem Jahr bietet die Rhätische Bahn spezielle Zugerlebnisse mit Clà Ferrovia für die ‘Kurzen’ und die ‘Langen’ an – wie Kinder und Erwachsene bezeichnet werden. Es werden dabei drei Destinationen offeriert, welche die Jahreszeiten widerspiegeln: das Blumenland im Frühling, das Farbenland im Herbst und das Lichterland im Winter.

 

Herzliche Begrüssung

Kurz vor Weihnachten unternahmen meine Frau Marie und ich mit unseren drei Kinder Jessica, Jay und Jodie eine Fahrt ins Lichterland. Als wir um 15 Uhr in Chur ankamen, war es leicht, die Gruppe mit den vielen ‘Kurzen’ und den vereinzelten ‘Langen’ ausfindig zu machen. Animiert durch Linard Bardill und seine Freunde, die auf der Gitarre und der Handorgel spielten, stimmten die ‘Kurzen’ lauthals in die Lieder ein, die sie aus dem Kindergarten kannten. Wir wünschten uns, wir hätten uns besser vorbereitet und zumindest auf dem Weg nach Chur eine CD von Linard gehört.

Es war jedoch der perfekte Einstieg in das bevorstehende Abenteuer. Ehe wir uns versahen, kam unser Transportmittel schnaubend und fauchend herbeigefahren: eine Dampflokomotive G 4/5 108 namens Engiadina. Die 1906 gebaute Lokomotive ist eine der letzten zwei ihrer Art im Kanton Graubünden. Zu ihren besten Zeiten war die Engiadina die stärkste Schmalspur-Dampflokomotive der Welt. Damals kostete sie CHF 77’500. Nach dem ersten Weltkrieg wurden Dampflokomotiven schrittweise durch elektrische Lokomotiven ersetzt. Die meisten ausrangierten Dampflokomotiven wurden hierauf nach Spanien, Brasilien oder sogar nach Thailand verfrachtet.

 

Kleine Abenteurer

Wir standen immer noch auf dem Perron, als wir zum ersten Mal Clà Ferrovia begegneten, dem Kondukteur, der die ‘Kurzen’ in einem alten Dampfzug auf eine magische Reise um die Welt bis ins Lichterland führen würde. Der Mann in Uniform mit dem grossen Schnauz, dem Kondukteur-Hut und der schönen Stimme wusste die ‘Kurzen’ mit seinen Erzählungen im Nu in seinen Bann zu ziehen.

In einem eigens für die magische Reise hergerichteten Waggon starteten die ‘Kurzen’ in ihr Abenteuer. Die ‘Langen’ nahmen währenddessen in den anderen vier Wagen Platz. Diese alten Waggons wurden orginalgetreu restauriert und sind noch immer mit Holzbänken ausgestattet. In einem der Waggons ist eine kleine Snackbar namens Filisurer Stübli eingerichtet, an der den ‘Langen’ Kaffee und Kuchen angeboten wird.

Im Märchenwagen nahmen die ‘Kurzen’ auf dem Boden Platz und hingen Clà Ferrovia an den Lippen, als er in kinderfreundlichen Liedern von seinen abenteuerlichen Reisen von der Wüste bis zum Nordpol berichtete, die er allesamt mit seiner Dampflok unternommen hatte.

 

Währenddessen wurde uns ‘Langen’  – sozusagen als

Beschäftigungstherapie – ein grob geformter Holzstern sowie Schmirgelpapier ausgehändigt. Die Sterne würden wir zu einem späteren Zeitpunkt als Geschenk an die ‘Kurzen’ überreichen. Linard und seine Freunde statteten uns zwischenzeitlich einen Überraschungsbesuch ab, um uns ebenfalls mit Liedern zu beglücken. Diese lockere Atmosphäre schweisste uns auf eine fröhliche Art und Weise zusammen.

 

Magische Momente

Um allen Passagieren die Möglichkeit zu geben, die über 100 Jahre alte Dampflokomotive eingehend zu studieren, hielten wir auf halbem Wege zu unserem eigentlichen Ziel kurz an. Während dieser Pause durften alle ‘Kurzen’ auf die Lokomotive klettern, um mit eigenen Augen zu sehen, woher die grosse Dampfwolke kommt.

Danach führten wir unsere kurvige Reise fort, bis wir schliesslich das Lichterland, unsere Endstation, erreichten. Das Timing war perfekt, denn die Abenddämmerung setzte ein, und wir machten uns im Halbdunkeln auf den Weg zum mysteriösen Licht, das oben am Hang leuchtete.

Nach ein paar Minuten erblickten wir etwas, das aussah wie ein hell erleuchteter Triangel in der Mitte eines grossen Feldes. Ein ‘Kurzer’ nach dem anderen wanderte mit einer Kerze in der Hand dem Triangel entgegen, der sich als Weihnachtsbaum entpuppte. Es mutete magisch an, wie die ‘Kurzen’ mit ihren Kerzen und den leuchtenden Augen um den Weihnachtsbaum herum standen. Begleitet von den Musikanten und den ‘Langen’ sangen sie dazu das Lied, das sie im Zug gelernt hatten.

Bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten, wurden wir am Bahnhof mit heisser Suppe, Würsten, Punsch und Tee verköstigt. Es wurde weiterhin munter musiziert und Kinder wie Erwachsene tanzten fröhlich dazu. Als Überraschung überreichten die ‘Langen’ den ‘Kurzen’ nun auch ihre handgefertigen Sterne, die Letztere sich stolz um den Hals hängten.

Zurück in Chur stellten sich schliesslich alle ‘Kurzen’ in einer Linie auf, um Clà Ferrovia und seiner Band, die in der alten Lok davon dampften, einen herzlichen Abschied zu bereiten.

 

Eine Reise mit Clà

Ferrovia ist kein Abenteuer, bei dem die Kinder auf Re-Play drücken können, sondern eine Erfahrung, die ihnen länger im Gedächtnis bleiben wird als jedes Videospiel – und im Gedächtnis der ‘Langen’ ebenso.

 

 

 

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Spotlight

Die Geigers – Mama Marie, Papa Dan und die Kinder Jessica, Jay und Jodie – testen für Sie Aktivitäten für Gross und Klein.

Spot Tipps:

Linard Bardill ist ein Schweizer Musiker, der sich besonders durch seine Kinderlieder einen Namen gemacht hat. Er war es, der die Geschichte von Clà Ferrovia erfunden und Marius Tschirky für die Hauptrolle auserkoren hat. Eine perfekte Wahl.

Die nächsten Fahrten mit Clà Ferrovia finden wie folgt statt: 

3. Mai (Blumenland)

18. & 19. Oktober (Farbenland)

7., 13. & 14. Dezember (Lichterland).

 

Ausserdem ist Clà Ferrovia an folgenden Daten im Erlebniszug Albula anzutreffen:

15. Juni, 13. Juli, 20. Juli und 17. August (www.rhb.ch)

Kontakt

Selbst erleben:

Clà Ferrovias Abenteuerreise

 

Reservation:

+41 (0)81 288 65 65,

Information: www.cla-ferrovia.ch

Rhätische Bahn: www.rhb.ch

Text: Dani Geiger
Fotos: Dani Geiger






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