Explora & David Bittner – Unter Bären II


Der Sommer 2002 wird für David Bittner wohl für alle Zeit unvergesslich bleiben. Damals durfte er eine Welt entdecken, die bisher wohl nur ganz wenige Menschen erleben konnten: Die Welt der Bären. Seine Erlebnisse während des letzten Jahrzehnts wird der Berner nun im Januar und Februar im neuen Explora Vortrag ‘Unter Bären II’ präsentieren.

 


 

Wie kommt ein Berner dazu, mit Bären zu leben? Vielleicht war es Zufall, vielleicht aber auch nicht! Natürlich ist die Stadt Bern stark mit dem Tier Bär verbunden und ich hatte als Kind auch einen Ted- dybären, doch zum Bär als Tier nicht speziell eine besondere Beziehung. Ich ging ursprünglich der Lachsschwärme und Wildnis wegen nach Alaska, doch wo es Lachse gibt, da gibt es auch Bären und so stiess ich schon auf meiner ersten Reise gewissermassen zufällig auf den Bären.

Warum zieht es dich immer wieder nach Alaska? Das erste Zusammentreffen war natürlich mit sehr viel Angst verbunden, doch ich habe bemerkt, dass diese Tiere eigentlich scheu sind und es viel Zeit braucht, bis man überhaupt eine nähere Be- gegnung mit einem Bären haben kann. Die ersten ‘richtigen’ Begegnungen haben mich dann faszi-niert; ich habe Beziehungen mit einzelnen Bären aufgebaut und so wurden aus einer Reise letztlich gleich zehn. Ich musste ‘meine Bären’ doch immer wieder besuchen!

Was fasziniert dich an den Bären? Aus meiner Perspektive ist der Bär ein sehr indi-viduelles Tier. Jeder Bär hat seine eigene Persönlichkeit, Verhaltensweise und Charakterzüge und das fasziniert mich. Ein Bär kann Launen haben.

Wie ein Mensch? Ja, ich sehe ständig Parallelen – zum Beispiel gibt es in der Bärenwelt auch hierarchische und soziale Strukturen oder auch ähnlich, wie sich, bei Menschen, eine Mutter um ihre Kinder kümmert. Da gibt es unzählige Geschichten!

Wie kann man sich dein Leben in Alaska vorstellen? Die Wildnis ist eine andere Welt, fernab vom Luxus. Ich lebe auf kleinstem Raum im Zelt, bin ständig der Witterung ausgesetzt und muss mein Essen und Trinken jeden Tag selbst besorgen. Es ist ein Leben des Verzichtes, aber ich fühle mich glücklich und wohl dabei. Ich empfinde es als Privileg, einmal komplett ‘offline’ zu sein – das Natel auszuschalten und keine Emails zu sehen. Es ist auch eine sehr lehrreiche Erfahrung, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen; dabei lernt man sich selbst sehr gut kennen!

Wie lebst du mit den Bären? Da gibt es einige ganz wichtige Regeln, die man beachten muss, wenn man im Bärengebiet unterwegs ist. Ich bin ja täglich 24 Stunden in der Nähe der Bären, wähle bewusst Orte, wo es auf kleinstem Raum besonders viele Bären gibt. Zu diesen Regeln gehört zum Beispiel die richtige Wahl des Ortes, an dem man sein Lager auf- schlägt – natürlich könnte ich das Zelt theoretisch gleich neben dem Lachsbach aufbauen, aber ich ziehe mich lieber zurück und kampiere dort, wo ich keine Fressens Reste und Bärenpfade finde. Dann errichte ich einen Elektrozaun um mein Zelt – das ist eine einfache Schutzmassnahme, die aber wunderbar funktioniert. Ich habe immer wieder Besuch von Bären in der Nacht oder auch tagsüber. Genauso wichtig ist der richtige Umgang mit Speisevorräten – in diesem Teil von Alaska gibt es keine hohen Bäume, an die man das Essen hängen könnte, sondern nur kleine Büsche. Man muss Wege finden, die Vorräte bärensicher und geruchssicher zu verwahren. Man sollte auch nicht dort kochen, wo man später schlafen will. Zudem habe ich immer Bären-Abwehrmittel dabei; bin nie ohne eine Leuchtsignal-Fackel und Bärenspray unterwegs. Es gibt immer wieder mal junge Bären- Männchen, die ihre Grenzen austesten möchten oder aber könnte mir ja auch einmal ein ‘schlechter’ Bär begegnen. Das ist immer ein bleibendes Restrisiko und dann ist es wichtig, sich entsprechend verteidigen zu können. Und noch ein Tipp zum Schluss – um ein überraschendes Zusammentreffen zu vermeiden, ist es auch immer wichtig, sich bemerkbar zu machen. Man sollte einen Bären – wenn möglich – nie auf kurze Distanz überraschen. In den meisten Fällen wird er zwar flüchten, aber manchmal ist die Flucht eben auch nach vorne und das kann schlecht enden. Wen ich einen Bären kenne, dann sind die Begegnungen völlig entspannt und ich habe sogar Freude, wenn mir der Bär nahe kommt. Dazu muss ich sagen, dass ich es natürlich immer den Bären über-lasse, sich mir so zu nähern, wie sie das möchten. Umgekehrt weiss ich aber auch, dass ich mich den Bären nicht nähern darf. Ist mir ein Bär fremd, bin ich natürlich nervös. Tatsächlich ist es aber so, dass der Mensch für den Bären nicht Teil seiner Nahrungskette ist. Wenn sich ein Mensch entsprechend verhält, dann wird die Gefahr, die von einem Bären ausgeht, stark relativiert. Meiner Meinung nach sind die Unfälle, die es ja doch immer wieder gibt, darauf zurückzuführen, dass sich Personen fehlerhaft verhalten haben.

Du teilst deine Erfahrungen im Januar und Februar bei einem neuen Vortrag. Was kann das Publikum von ‘Unter Bären II’ erwarten? Vor sechs Jahren hatte ich den ersten Vortrag und seither habe ich viel erlebt und konnte mit den neuen technischen Möglichkeiten auch tolles Material sammeln, welches noch nicht publiziert ist. Nun – wo auch mein neues Buch ‘Unter Bären in Alaska’ (AT Verlag) soeben erschienen ist – ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Geschichten mit einem neuen Vortrag noch weiter ins Land zu tragen.

Warum möchtest du deine Erlebnisse teilen? Ich möchte mithelfen, die Menschen zu sensibilisieren und über das Tier Bär aufzuklären. Ich möchte die Menschen auch gerne mitnehmen in eine Welt, die sie sonst vielleicht nicht zu sehen bekommen und ihnen zeigen, wie wertvoll Natur und Tierwelt sind.

Was war das absolute Highlight für dich in einem Jahrzehnt mit den Bären? Es gibt einige Bären, die mir sehr ans Herz gewachsen sind und mit denen ich eine enge Beziehung habe. Spezielle Erlebnisse sind, wenn ich spüre, dass ein Bär mich erkennt und eine gewisse Verbindung zwischen mir und diesem Tier besteht. Und wenn der Bär noch so viel Vertrauen hat, dass er sich vor mich setzt und ein Nickerchen macht, dann ist das ein berührender Moment.

Was wünscht du dir, mit deinen Bären noch zukünftig zu erleben? Ich wünsche mir, dass ich es trotz meiner Verantwortungen in der zivilisierten Welt weiterhin schaff    werde, Zeit mit den Bären verbringen zu können. Es ist spannend, die Entwicklung der Bären zu verfolgen; wie eine Bärin zum Beispiel zum ersten Mal Mutter wird. Ich wünsche mir auch, dass es Alaska schaff die Anzahl der Besucher einzudämmen – mir ist natürlich bewusst, dass auch ich zu dieser Besucherflut beitrage, wenn ich bei Menschen mit meinen Geschichten die Neugierde wecke, aber ich denke und hoffe, dass der Aufklärungswert überwiegt!

 

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4. Februar: Chur

5. Februar: Jona

8. Februar: Basel

9. Februar: Wetzikon

Beginn: 19:30 Uhr

Tickets: CHF 23-34

 

Mehr Infos, Fotos und Videos zu David Bittner: www.davidbittner.ch 

Kontakt

Unter Bären II

Explora Events

Vorverkauf

www.explora.ch

Transa-, Jack Wolfskin- und Globetrotter Filialen

0900 55 22 5 0 (CHF 2/ Min. ab Festnetz) oder Abendkasse

Text: Carina Scheuringer
Fotos: David Bittner & zVg






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