Erlebnisweg Brenzikofen: Dem Gold auf der Spur 


Brenzikofen | «Gold liegt da, wo man es findet», lautet ein Sprichwort. Gion (9) und Marlon (7) werden bereits am Bahnhof der 500-Seelengemeinde fündig. Dort glitzert es verheissungsvoll am Einstieg in den neuen Erlebnisweg, der über vier Kilometer durch das malerische Dorf, Wiesen und Wälder bis zur Rotache führt und grosse und kleine Entdecker in die fabelhafte Welt der «Gängda’s» eintauchen lässt.


«Wie viel wert ist ein Brocken Gold, so gross wie dieser?», fragt Marlon voller Erwartung und deutet auf die fussgrossen bemalten Steine neben der Informationstafel zum neuen Erlebnisweg. «Mehr als CHF 100?» Mama Sabrina nickt und Marlons Augen werden ganz gross. Was wäre, wenn er heute an der Rotache selbst Gold findet?

Marlon ist nicht der Erste, den das Goldfieber packt. Schon in der Antike, also zu Zeiten der alten Ägypter, Griechen und Römer, wurde an vielen Flüssen das Goldwaschen praktiziert. Auch in der Schweiz sind zahlreiche Gewässer für ihr Flussgold bekannt, darunter die Rotache, die bei Brenzikofen aus einem Kerbtal in die Aare-Ebene fliesst. Ihr glänzender Schatz spielt die Hauptrolle auf dem neuen Erlebnisweg «Die Gängda’s und das Gold in der Rotache», der letzten April eröffnet wurde. 

«Das Ziel war es, ein attraktives, naturverbundenes Angebot für Familien zu schaffen, das ihnen Brenzikofen, seine Traditionen und Geschichte näher bringt und sie gleichzeitig für die regionale Tier- und Pflanzenwelt sensibilisiert», erklärt Linda Zwahlen von der Macharten GmbH, aus deren Feder die Geschichte und die kunstvollen Zeichnungen der Zwerge stammen.

Entlang fünf interaktiver Posten ermitteln die Besucher gemeinsam mit den restlichen «Gängda’s» aus Bern die Ursache des plötzlichen Versiegens des Goldflusses aus der Rotache. Dabei tauchen sie in die Welt des «Gold-Gängda’s» «Funklida» ein, der in Brenzikofen wohnt und hier für die Lieferung des Goldes verantwortlich ist. 

Vom Bahnhof führt die Route zuerst zur «Landi», wo das Begleitheft erworben werden kann. Dann geht es weiter mitten durch das bildhübsche Dorf zu «Funklidas Goldwerkstatt.» Die erste Station ist ein absoluter Hingucker. Es funkelt und glänzt an allen Ecken und Enden. Auf Mini-Ambosse können Ringe und Kettenanhänger aus goldenem Schmuckdraht gebastelt werden. Und aus einer Maschine, die wie ein übergrosser Kaugummi- Automat aussieht, können Holzkugeln für die spätere Goldtransport-Kugelbahn bezogen und mit Goldstempel und Stifte verziert werden. Die Jungs machen sich sofort an die Arbeit und gestalten auch extra Kugeln für ihren kleinen Bruder Vito und die beiden Kids von Linda, die später zu uns stossen werden.

Bei der zweiten Station, dem Aussichtsplatz hoch über dem Dorf, sind wir dann alle vereint. Grandios ist die Aussicht auf die Berner Alpen, die sich von hier aus offenbaren – und genau ihretwegen sind wir auch hier! In einer Schatzkiste finden wir Feldstecher, mit denen wir das Rätsel um den schlafenden «Ur-Gängda» lösen können. Einmal erledigt, folgen wir den goldenen Fussspuren über Stock und Stein in den Wald. Dort hat «Funklida» inmitten der Baumwipfel ein «Goldhüsli» erbaut, wo es ein anspruchsvolles Sternenrätsel zu lösen gibt. 

Nach getaner Arbeit ziehen wir weiter und erreichen über einen steilen Waldweg die grosse Goldtransport-Kugelbahn; das absolute Highlight für die Jungs! Unermüdlich laufen sie ihren Kugeln auf der langen Reise nach ‘Bern’ hinterher; staunen, wie diese durch transparente Schläuche, vorbei an einem Mühlenrad und einem Flipperkasten talwärts kullern und jubeln, als sie letztlich unversehrt durch die Zytglogge hindurch in ‘Bern’ einrollen. Das Gold hat es heute also doch zu den Gängda’s in die Matte geschafft! 

Und so verbleibt nur noch eines: Das Goldwaschen selbst! Nach einer kurzen Verschnaufpause und Stärkung an der Grillstelle, rüsten sich die Kids an der letzten Station mit Schaufeln und Goldwaschpfannen aus und starten eifrig ihre Suche an der Rotache. Immer wieder glaubt der eine oder die andere, etwas Glitzerndes zu sehen, bis Lindas Tochter schliesslich doch als erste fündig wird. So gross wie der Brocken am Anfang des Weges ist der Splitter zwar nicht, aber die Freude ist dennoch riesig und Marlon hat eine Idee: «Mami, wir müssen bald wiederkommen und viel mehr Zeit einplanen!»

 

 

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Spotlight

 

Erlebnisweg Brenzikofen

Stationsstrasse 3

3671 Brenzikofen

erlebnisweg-brenzikofen.ch

April bis September, 8 Uhr bis 18 Uhr

Start und Ziel beim Bahnhof Brenzikofen

 

Spot Tipps: Gutes Schuhwerk und Grillsachen mitbringen!

Das Begleitheft zum Erlebnisweg ist bei der «Landi» und der Tourist Information am Bahnhof Bern erhältlich und kostet CHF 15. Am ersten Posten können bei einem Kugelautomaten Holzkugeln erworben werden. 

Der Preis einer Holzkugel beträgt CHF 2 und können nur mit einem 2-Frankenstück erstanden werden. Diese Beiträge sollen künftig die Instandhaltung des Weges finanzieren. 

 

Macharten GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, das immaterielle Kulturgut der Region aufzuarbeiten und in naturnahen Erlebnissen, wie dem Erlebnisweg Brenzikofen zugänglich zu machen.

Kontakt

Bern Welcome

Amthausgasse 4

3001 Bern

+41 (0)31 328 12 12

bern.com

Text: Carina Scheuringer
Fotos: Carina Scheuringer






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