Herzschlaufe Napf: Rundkurs für Geniesser


Herzschlaufe Napf | Vor 15 Jahren wurden die ersten Kilometer der Herzroute eröffnet. Verbanden sie damals lediglich das luzernischen Willisau mit Lützelflüh imEmmental, so führt die Route 99 heute quer durch das Land. Anlässlich des Jubiläums folgt am 21. April eine Ergänzung – und zwar dort, wo alles begann. Als Route 399 signalisiert, umrundet die neue Herzschlaufe den Napf auf kleinen, ausgewählten Strassen in drei Tagesetappen oder 155 Kilometer. Paul Hasler, der Vater der Herzroute, erzählt im Interview über die neue Route:


Welche Schätze birgt das Emmental für Velofahrer?

Ich denke, das Emmental (aber auch die anderen Gegenden rund um den Napf) sind echte Schatzkisten. Hier vereinen sich die drei magischen Dinge des Velowanderns: Grossartige Landschaften, ruhige Strassen und kulturelle Dichte. Das findet man in dieser Stimmigkeit in der Schweiz nur an wenigen Orten. Kein Wunder, dass wir diese Gegenden mit der Herzschlaufe Napf zelebrieren!

Für die Herzroute suchten Sie die schönste Veloroute der Schweiz. Was ist die Idee hinter der Herzschlaufe?

Die Herzschlaufe Napf ist sozusagen eine «Herzroute für Fortgeschrittene.» Die Landschaft ist noch etwas wilder, die Grünr.ume noch intensiver und das Erlebbare noch authentischer – was nicht heisst, dass die Herzroute übertrumpft wird! Aber der Napf ist ein einzigartiges Schweiz-Erlebnis; wird jedoch zumeist unterschätzt. Das ruft nach einer sanften Eroberung.

Warum gleich zwei Routen im Emmental?

Das Emmental hätte noch eine dritte verdient… Aber hierüber schweigen wir derzeit noch.

«Nur mit dem Herzen radelt man richtig», schrieben Sie. Doch wie findet man Wege, die das Ziel sind?

Ich werde von Landschaften magisch angezogen und das oft schon zuhause, indem ich in Karten schwelge. Da male ich mir aus, wie es sein müsste, da oder dort entlang zu fahren. Bald darauf mache ich es dann auch. Dabei ist aber nicht alles so schön, wie man es sich ausgemalt hat. Anderes jedoch ist noch viel schöner. Kann man das Schöne noch mit einer stimmigen Route verbinden, werde ich vollends unruhig.

Was sind für Sie die Highlights der neuen Route?

Ich finde die Passage von Trubschachen nach Entlebuch eine echte Überraschung. Zuerst erklimmt man den «Turner», einen famosen Hügel mit Fernsicht, danach folgt man einer fantastischen Hanglage weit über dem Entlebuch. Aber auch die Passage zwischen Eriswil und Sumiswald ist der Wahnsinn…

Welche Tipps möchten Sie anderen mit auf den Weg geben?

Es geht nichts über ein gesittetes Picknick mit Freunden. Stimmt das Wetter, sucht man sich ein lauschiges Plätzchen und entfaltet Decke, Geschirr, Weisswein und Eierbecher. Jeder bringt etwas mit und überrascht die anderen. Da das E-Bike alles brav trägt, kann man das Picknick-Köfferchen von Tante Erna endlich zum Einsatz bringen. Wer das noch toppen will, lädt zum Picknick in historischenGewändern ein… Eigentlich sollten wir solche Picknicktouren anbieten, oder?

Die gesamte Tour dauert drei Tage. Warum sollte man nicht nur einen Teil absolvieren? 

Unsere Gäste erzählen uns immer wieder von wunderbaren Ferienerlebnissen im eigenen Land. Oft ist man sich nicht bewusst, was die Schweiz an Genuss auf Lager hat. Man gibt vielleicht etwas mehr aus für Essen und Übernachten, dafür fangen die Ferien vor der Haustüre an. Zudem kann man seinen Partner oder Freunde damit wunderbar beschenken. Geheimtipp: Man bucht eine Reise, die alles beinhaltet – von Schlafen im Stroh bis zum gediegenen Hotel – und überrascht so seine Mitreisenden.

In der Tour d’Emmental erlebten wir das Emmental mit dem Rennvelo. Was macht den Reiz einer Tour durch das Emmental mit dem E-Bike aus? 

Das E-Bike bietet trotz seiner Motorisierung ein Verweilen in der Langsamkeit. Das erscheint widersprüchlich. Da man sich aber nicht mehr anstrengen muss, kommt man in einen entspannten Modus. Man ist unterwegs und vergisst idealerweise Zeit und Ziel. Da unterscheiden sich die beiden Velotypen. Auch ich kenne beides und muss sagen: Das E-Bike macht aus mir einen englischen Lord in aufrechter Haltung…

Nehmen Sie uns doch für einen Moment mit auf Tour… 

Viele Gäste beschreiben die Herzschlaufe mit einer Art «Überraschung.» Sie sagen: «Wir glaubten, die Gegend zu kennen, aber dann…» Es ist dieses «Verlorengehen» in der Landschaft, das so bezaubert. Die Strasse nimmt eine Kurve um eine Hangnase und schon taucht eine neue Welt auf. Das ist der Trumpf der hügeligen Schweiz. Erst mit dem E-Bike kann man dermassen ungestraft in den Hügeln rumkurven. Wer zudem unsere Streckenführungen anschaut, schüttelt zuerst einmal den Kopf, zumindest bis er es einmal gefahren ist. Mit der Zeit vergisst man, dass man von A nach B will.

 

« Zurück

Spotlight

«Nur mit dem Herzen radelt man richtig» Paul Hasler

Tipps von Paul Hasler:  Man wage sich auch bei schlechtem Wetter auf die Route. Der Napf wird wunderbar mystisch, wenn er verhangen ist. Highlights: Weitblick auf dem Turner; Picknick in der «Kleinen Fontanne»; das düstere Schloss Trachselwald, die lieblichen Hangsymphonien des Oberaargaus und Emmentals usw…. 

 

HERZSCHLAUFE NAPF

Eröffnung: Willisau, Samstag 21. April um 9 Uhr

Willisau – Langnau, 57 km, 1’500 Höhenmeter

Langnau – Entlebuch, 44 km, 1’100 Höhenmeter

Entlebuch – Willisau, 54 km, 1’600 Höhenmeter

Praktisches: Die Etappen können in beide Richtungen befahren werden und sind durchgehend als Route 399 signalisiert. In Willisau, Langnau und Entlebuch stehen E-Bikes zur Miete bereit. Reservation dringend empfohlen. Ab Ende März kann ein illustrierter Routenführer kostenlos bei der Herzroute bestellt werden. herzroute.ch

 

Kontakt

Rundkurs für Geniesser

Herzroute AG

Bahnhofstrasse 14

3400 Burgdorf

+41 (0)34 408 80 99

herzroute.ch

Text: Interview: Carina Scheuringer
Fotos: zVg






Kommentare